Fünf Jahre lang waren die Gruppen provisorisch in Containern untergebracht. Jetzt kann der Neustart am angestammten Ort erfolgen.
Fünf Jahre nach der FlutKita Odenthaler Kobolde zieht in ihr saniertes Haus zurück

Der Fuhrpark ist mit umgezogen: Die Odenthaler Kobolde sind fünf Jahre nach dem Hochwasser an der Buchmühle zurück.
Copyright: Stephanie Peine
Bauen, werken, konstruieren, das wird in der Kita Odenthaler Kobolde groß geschrieben. Doch normalerweise tüfteln hier die Kleinen. In dieser Woche sind die Rollen vertauscht: Das Team der Elterninitiative und viele Helfer und Helferinnen schrauben, schleppen und sortieren, damit der Umzug aus den Containern an der Altenberger-Dom-Straße in das neue Gebäude an der Buchmühle klappt.
In der nächsten Woche soll – wenn alles nach Plan läuft - in der Kita wieder der normale Betrieb starten. Dann sind die Kobolde, deren Haus 2021 von der Dhünn geflutet worden war, nach fünf Jahren in provisorischen Unterkünften endlich wieder zurück.
Die Aufbaukosten für das flutgeschädigte Haus trägt das Land
In großen Kisten liegen - säuberlich sortiert - hunderte Holzwürfel, Ringe, Kugeln und Steckverbindungen. Kinderstühle und Tische stapeln sich, die Holzrutsche und das kleine Theater sind bereits fertig montiert und nebenan dübelt Björn Raffenberg, Integrationsassistent und Handwerker für alle Fälle, Dübel für Dübel in die Wand, wo bald Regale, Spiegel und Bilder hängen sollen. Viel Arbeit für alle „aber wir freuen uns schon“, sagt Raffenberg mit Blick auf den baldigen Betrieb in dem kernsanierten Haus, dessen Kosten von der Fluthilfe des Landes NRW übernommen wurden.

Beim Einräumen: Erzieherinnen Celine Föhr, Steffi Hußmann-Jänicke und Bianca Siegmund (v.l.).
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Wie berichtet, hatte sich die nordrhein-westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach, die den Kobolden bereits kurz nach dem verheerenden Hochwasserschaden 2021 einen Besuch abgestattet hatte, erst vor wenigen Wochen persönlich vom Ergebnis des Neuaufbaus des Hauses überzeugt. Der hat laut Elterninitiative inklusive aller nötigen Interimslösungen und Kita-Weiterbetrieb rund 7,6 Millionen Euro gekostet.
Der Küchenanbau folgt erst im nächsten Jahr
Noch fehlen die Betten im kuscheligen Schlafbereich und mindestens ein Jahr lang müssen die Odenthaler Kobolde auch noch auf den Küchenanbau für das Kinderrestaurant verzichten, dessen Realisierung schon lange geplant war, dann aber durch die Flut der Ereignisse erst einmal aufgeschoben werden musste. Übergangsweise werden die rund 66 Kinder, die in der Einrichtung betreut werden, das kleine Bistro nutzen, das Essen liefert ein Caterer, aber mit Provisorien kennt man sich inzwischen bestens aus.
„Viele Möbel haben wir aus den Containern mitgenommen, einiges musste aber auch neu bestellt werden“, sagt Chiara Siegmund-Völl, Erzieherin in der Einrichtung. Die provisorische Unterbringung auf dem Gelände der katholischen Kirchengemeinde an der Altenberger-Dom-Straße neben dem Pfarrhaus hat ihren Dienst erfüllt, die dort stehenden Mietcontainer sollen nun wieder abgeräumt werden.
Nur der fast zwei Meter hohe hölzerne Papagei der Kita habe den Umzug nicht überstanden, bedauert eine Erzieherin. Er landete flügellahm im neuen Haus. Für den Piraten, der seit langem die Tür der gleichnamigen Gruppe schmückt und der in den Umzugswirren unbemerkt im Container zurückgelassen wurde, besteht hingegen noch Hoffnung.