Verwaltung soll prüfen, für welche Gebiete eine verkürzte Wärmeplanung ausreichend sein könnte. Das Rathaus warnt vor „Windhundrennen“.
WärmeplanungOdenthal will maßgeschneiderte Untersuchung für das Gemeindegebiet

Die Nutzung von Fernwärme scheidet für Odenthal mangels industrieller Anlagen wohl aus.
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Bei der kommunalen Wärmeplanung für Odenthal hakt es weiter. Die Aufgabe, eine klimafreundliche Wärmeversorgung strategisch zu planen und bis 2045 umzusetzen, hat der Bund den Kommunen auferlegt. Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen dies bis Mitte 2026, kleinere Kommunen wie Odenthal bis Mitte 2028 umsetzen.
Viele Nachbarkommunen, so auch Kürten und Burscheid, haben sich daher schon auf den Weg gemacht. Nicht so Odenthal. Schon im Mai 2025 hatten CDU, SPD und FDP auf die Bremse getreten und eine Überarbeitung des von der Verwaltung vorgelegten Ausschreibungstextes gefordert, der sich an einer Musterausschreibung orientierte.
Verkürzte Wärmeplanung könnte Geld sparen
Man müsse die Potenzialuntersuchung individuell auf die Odenthaler Verhältnisse anpassen, um Zeit und vor allem Geld zu sparen, meinte die Mehrheit damals. Als Beispiel wurde unter anderem das Thema Fernwärme genannt, das in Ermangelung von Industriebetrieben in Odenthal nicht infrage komme. Nur die Fraktion der Grünen plädierte auch damals schon für einen zügigen Start in die Wärmeplanung, um den Bürgern Planungssicherheit zu geben und am Ende nicht unter Zeitdruck zu geraten.
In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses ging es vornehmlich darum, ob nicht für viele Gemeindebereiche eine „verkürzte Wärmeplanung“ ausreichend sei, statt ein für Odenthal nicht passendes „Rund-um-Paket“ zu buchen und auch zu bezahlen. „Ich habe ein Riesenproblem damit, wenn wir da viel Geld hineinstecken, wenn jetzt schon klar ist, dass vieles nicht zu machen ist“, sagte Stefanie Rudolph-Tieke (SPD), verwies auf Untersuchungen des Bundes zur Möglichkeit verkürzter Wärmeplanung (https://warmeplanung.fly.dev) und riet zur Verschiebung der Beauftragung.
Verschiebung könnte aber auch teuer werden
Dass Odenthal über zahlreiche Gebiete verfüge, für die eine verkürzte Wärmeplanung ausreichend sein könnte, hielt auch Dr. Heinz-Hubert Fischer (CDU) für wahrscheinlich. Ähnlich positionierte sich Dr. Jörg Friedhofen (FDP): Man betreibe großen Aufwand „und am Ende verschwindet alles in der Schublade“, argwöhnte er.
Verschiebung kann teuer werden„Man sollte nicht jetzt schon spekulieren, was am Ende dabei rauskommt“, konterte hingehen Regina Mark (Grüne), und auch Fraktionskollege Christian Bruns fürchtete, man verliere Zeit und die Gemeinde müsse am Ende möglicherweise Geld zurückzahlen, das bereits als erste Tranche für die Wärmeplanung vom Bund gezahlt worden sei.
Landesgesellschaft Energy4Climate rät ab
Von Verschiebung und auch von einer verkürzten Wärmeplanung riet die Verwaltung ab. In einem Beratungsgespräch mit der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz, Energy4Climate, sei Odenthal von einer verkürzten Wärmeplanung abgeraten worden, berichtete Christoph Hagen. Bisher sei diese in Nordrhein-Westfalen auch noch nicht zum Einsatz gekommen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass man später gegebenenfalls nachliefern müsse, so die Verwaltung, die um ihren Zeitplan fürchtete.
Eine Verschiebung der Ausschreibung könnte später für Odenthal teuer werden, warnte André Schade, Fachbereichsleiter Bauen und Technische Dienste: „Am Ende wird es ein Windhundrennen werden.“ Wegen der vorgeschriebenen Fristen sei dann mit überteuerten Angeboten der durchführenden Firmen für die Wärmeplanung zu rechnen.
Dennoch setzten sich CDU, SPD und FDP mit der Forderung durch, dass die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung ermitteln soll, wo in Odenthal eine verkürzte Wärmeplanung ausreichen könnte - und wo nicht.

