In Overath-Steinenbrück brannten Container, ein Motorrad und ein Transporter. Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung.
Nächtliche Attacke in SteinenbrückKnall, Flammen – und ein Mann rennt davon

Ein Knall weckte die Anwohner: Bei dem laut Polizei vorsätzlich gelegten Brand in Overath-Steinenbrück wurden neben Altkleidercontainern auch ein Transporter und ein Motorkraftrad beschädigt.
Copyright: Feuerwehr Overath
Ein lauter Knall reißt eine Anwohnerin in Overath-Steinenbrück am frühen Dienstagmorgen (8.9.) aus der Nachtruhe. Als die Frau auf ihren Balkon tritt, sieht sie auf dem Parkplatz an der Olper Straße einen hellen Feuerschein. Und noch etwas fällt ihr auf: Eine Person läuft vom Brandort über den Parkplatz davon und verschwindet in einem Hausdurchgang.
Wir ermitteln wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und suchen dringend Zeugen.
Nach dem nächtlichen Feuer in Overath-Steinenbrück geht die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Zwei Altkleidercontainer, ein Motorrad und ein Kleintransporter wurden durch die Flammen erheblich beschädigt beziehungsweise vollständig zerstört. Auch die Fahrbahndecke nahm durch die enorme Hitze Schaden. Der Gesamtschaden liegt nach einer ersten Schätzung der Polizei bei mehr als zehntausend Euro.
Gegen 4.45 Uhr hatte die Zeugin laut Polizei den Notruf gewählt, nachdem sie den lauten Knall gehört und anschließend den Feuerschein entdeckt hatte. Gegen 5.55 Uhr wurde die Polizei zur Olper Straße gerufen. Dort waren Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Overath bereits dabei, den Brand zu löschen.

Lichterloh brannten Altkleidercontainer und angrenzende Vegetation, als die Feuerwehr am frühen Dienstagmorgen (8.9.) in Steinenbrück eintraf.
Copyright: Feuerwehr Overath
Beim Eintreffen der Feuerwehr standen die Altkleidercontainer in Flammen. „Die Flammen hatten auch schon auf die Vegetation und einen Kleintransporter übergegriffen. Am Ende wurde auch noch ein Kraftrad durch das Feuer beschädigt“, berichtet Feuerwehrsprecher Marco Bücheler auf Anfrage der Redaktion.
Die Löschgruppe Steinenbrück rückte mit elf Einsatzkräften an und hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Bereits sechs Minuten nach ihrem Eintreffen konnte die Rückmeldung „Feuer in Gewalt“ gegeben werden. Damit war der Einsatz allerdings noch längst nicht beendet.

Die Feuerwehr hat den Brand am frühen Dienstagmorgen (8.9.) schnell unter Kontrolle.
Copyright: Feuerwehr Overath
Denn gerade die brennenden Altkleider machten den Feuerwehrleuten zu schaffen. Um sicherzugehen, dass sich im Inneren keine versteckten Glutnester hielten, mussten die Container gewaltsam geöffnet werden. Anschließend zogen die Einsatzkräfte die Kleidung auseinander und löschten die Textilien Stück für Stück ab. „Das glimmt da drin sonst immer weiter“, erklärt Bücheler. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich entsprechend aufwendig.
Am Brandort fand die Polizei eine Gasflasche, die den Knall verursacht haben könnte
Besonders brisant: Am Brandort entdeckten die Ermittler eine Gasflasche. „Diese könnte als Brandbeschleuniger eingesetzt worden sein“, sagt Bastian Wirtz von der Pressestelle der Kreispolizei. Ob und wie die Gasflasche tatsächlich mit dem Feuer in Verbindung steht, ist nun Gegenstand der Ermittlungen.

Dieser Kleintransporter wurde durch den Brand stark beschädigt.
Copyright: Polizei Rhein-Berg
Das Kraftrad brannte nach Angaben der Polizei vollständig aus. Auch der Kleintransporter und die beiden Container wurden erheblich beschädigt. Die Hitzeentwicklung war offenbar so groß, dass selbst der Straßenbelag im Bereich der Container stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Eine wichtige Spur könnte zu dem Mann führen, den die Zeugin vom Brandort weglaufen sah. Nach ihrer Beschreibung war er etwa 1,80 Meter groß und trug einen blauen Kapuzenpullover, eine blaue Jeans sowie einen blauen Rucksack. Er sei über den Parkplatz in Richtung der Unterführung gelaufen, die unter dem Haus der Zeugin hindurchführt.

Total ausgebrannt sind die Altkleidercontainer nach der laut Polizei vorsätzlichen Brandstiftung in Overath-Steinenbrück.
Copyright: Polizei Rhein-Berg
Die Polizei nahm eine Strafanzeige auf. Das Kriminalkommissariat 1 ermittelt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung. Dabei dürfte neben der am Brandort gefundenen Gasflasche insbesondere die Frage eine Rolle spielen, ob weitere Anwohner am frühen Morgen verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder den beschriebenen Mann gesehen haben.
Die Ermittler suchen deshalb Zeugen. Wer im Bereich der Olper Straße in Steinenbrück etwas Verdächtiges beobachtet hat oder Angaben zu der beschriebenen Person machen kann, wird gebeten, sich unter (0 22 02) 20 50 bei der Polizei Rhein-Berg zu melden.
