Abo

Open AirWas 1000 Besucher auf's "Jeck in Märjelingen" lockt

4 min
Zu sehen ist eine gut gelaunte Menschenmenge und davor Männer mit Instrumenten in der Hand am Mikrofon.

Die Klüngelköpp bei „Jeck in Märjelingen" 2025. Auch in diesem Jahr sind sie wieder dabei.

Das Overather Open Air „Jeck in Märjelingen“ wartet mit Klüngelköpp, Stadtrand und Co. auf. Wie es zu der Veranstaltung kam berichtet Co-Initiator Tobias Kowol.

Es ist ein Fest, wie es eben nur im ländlichen Raum entstehen kann. Die Rede ist vom Sommer Open Air „Jeck in Märjelingen“, das dieses Jahr zum vierten Mal am Samstag, 11. Juli, stattfindet. Eigentlich war es in der Größenordnung, in der es mittlerweile stattfindet, nie geplant. Überhaupt kann von einem Plan nicht die Rede sein, wie Hauptorganisator Tobias Kowol erklärt.

„Das Ganze fing an im Zuge der Karnevalssession, als mein Vater Muli und seine Frau Britta das Prinzenpaar unserer Karnevalsgesellschaft Jecke Märjelingener von 1989 e.V. waren“, holt Kowol ein wenig aus. Und wie das eben so ist, nimmt das Prinzenpaar auch an anderen, nicht karnevalsbezogenen Veranstaltungen teil, um sich in der Umgebung zu vernetzen, sich vorzustellen und einfach miteinander ins Gespräch zu kommen. Weil das sämtlichen Beteiligten viel Freude bereitete, sei man traurig gewesen, als die Session vorüber war.

Zunächst nur ein Grillfest

Da sei die Idee für ein Grillfest im Sommer entstanden, das die Gelegenheit bieten würde, gewonnene Kontakte zu halten und neue aufzubauen. „Im ersten Jahr haben wir das auf dem Parkplatz am Wasserturm veranstaltet, der gehört nämlich zu uns“, blickt Kowol zurück. 120 Gäste seien der Einladung damals gefolgt und hätten sich gut amüsiert. Da die Rückmeldungen so positiv ausgefallen seien, standen Kowol und sein Vater vor der Frage: Was nun?

Ganz nach dem Motto „Weniger reden, mehr tun“ fiel schnell die Entscheidung, das Fest fortzuführen. Damit steuerrechtlich alles korrekt abgerechnet werden konnte, vor allem aber, um die Vernetzung der Menschen, Organisationen, Vereine und Unternehmen weiter zu pflegen, ist der Verein Brauchtumspflege Marialinden e.V. entstanden. Dieser ist nicht nur der Veranstalter des Sommer Open Airs, sondern er unterstützt vor allem Vereine, Projekte und Ähnliches in der Umgebung, bei der Pflege lokaler Traditionen. So zum Beispiel auch das diesjährige Overather Kinderdreigestirn. Meistens seien es Beträge zwischen 500 und 2000 Euro, die sie zusteuerten. Mittlerweile, so berichtet Kowol, seien sie circa 50 Mitglieder und jedes Jahr kämen mehr dazu.

Ein Männerchor steht auf einer Bühne und macht Stimmung.

Der Marialindener Männerchor "Laut aber Schief" wollte sich das Sommer Open Air 2025 in der Heimat ebenfalls nicht entgehen lassen.

Und diese Mitglieder braucht es auch dringend für die Organisation des Open Airs, denn bereits im zweiten Jahr seien etwa 350 Personen und vergangenes Mal um die 700 Menschen gekommen. Dieses Jahr rechnet der Verein sogar mit noch mehr Gästen. „Unsere Obergrenze sind 1000 Besucher. Bis dahin ist es stemmbar, schließlich machen wir das alle ehrenamtlich und wir wollen auch, dass es seinen Dorffestcharakter behält, und kein riesiges Festival veranstalten“, erläutert der Hauptorganisator des Festes. Für seine Ehrenamtlichen ist Kowol daher sehr dankbar. „Wenn ich Hilfe brauche, dann springt eigentlich immer jemand ein. Irgendwer kennt einen, der zum Beispiel einen Stapler besorgen kann, der nächste Zimmerer oder Schreiner oder Maurer von Beruf. So trägt jeder etwas bei“, beschreibt er die Arbeit hinter den Kulissen. Durch diese Unterstützung und die rund 30 Sponsoren sei es auch möglich, die Preise klein zu halten. Ein Kölsch koste zum Beispiel nur zwei Euro.

Auch für Kowol ist das Fest mit einem gewissen Aufwand verbunden. „Die Organisation begleitet mich eigentlich das ganze Jahr durch. Ich bin jetzt schon für 2027 in Kontakt mit den Managern der Acts oder mit der Organisation der Toilettenanlagen beschäftigt.“ Die Hauptarbeit beginne aber etwa vier Monate vor dem Event.

Rückmeldungen der Besucher umgesetzt

Mit den stetig wachsenden Besucherzahlen hat sich auch der Veranstaltungsort geändert. Mittlerweile findet „Jeck in Märjelingen“ auf dem Hof Steinbach in Krampenhöhe statt. Abgesehen von der Location haben Kowol und die anderen Ehrenamtlichen aber noch mehr geändert. „Wir haben uns die Rückmeldungen der Besucher zu Herzen genommen, daher gibt es für schlechtes Wetter oder stechenden Sonnenschein eine Überdachung über der gesamten Open-Air-Fläche.“ Außerdem falle die Bühne dieses Mal größer aus und sei ebenfalls überdacht.

Apropos Bühne. Die wird nämlich gleich von einer ganzen Reihe an Künstlern zum Beben gebracht. Neben den Klüngelköpp sollen auch Stadtrand, Kuhl un de Gäng, Bel Air sowie Timo Schwarzendahl, Marita Köllner, der Overather Kneipenchor, Ralf Gossing und mehr kommen. Auch ein Fotograf ist organisiert und wird das Event mit all seinen Highlights für die Nachwelt festhalten.

Ab 14 Uhr können die Gäste auf das Gelände und nach einer Begrüßung durch Kowol geht das Programm offiziell um 15 Uhr los bis 22 Uhr. „Wie das aber so ist bei Dorffesten – danach gibt es noch Musik und Gelegenheit zum Tanzen“, meint Kowol. Getränke jeder Art, seien es Cocktails, auch nicht-alkoholisch, Softdrinks, Bier und Wein, wird es geben und auch Essen in Form von Curry- und Bratwurst, Pommes frites, Brezeln, Schnitzelbrötchen und ähnliches. Kleine Gäste sind auf dem Open Air ebenfalls willkommen und können bis einschließlich 15 Jahren sogar kostenlos mitfeiern. Sie können sich laut Kowol über Slush-Eis und einen Spielbereich mit Trampolin auf dem Nachbargrundstück freuen. Wichtig sei, dass Bargeld für den Verzehr vor Ort mitzubringen sei, denn die erhofften Kartenlesegeräte können voraussichtlich erst für nächstes Jahr organisiert werden.