Die Kirchengemeinden Overath und Rösrath verschmelzen bald zu einer Einheit. Bei einer Radtour konnten die Gemeindemitglieder die neuen Kirchen kennenlernen.
KircheZwei Kirchengemeinden lernen sich bei einer Pfarr-Radtour kennen

Eine anspruchsvolle Strecke haben die Teilnehmer der Pfarr-Radtour absolviert.
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Eine Pfarr-Radtour, das hört sich zunächst nur positiv an, der Hintergrund ist allerdings auch herausfordernd. Denn ab dem Sommer werden Rösrath und Overath eine pastorale Einheit. Pastoralreferentin Monika Ueberberg erzählt, dass die Zusammenlegung für die Menschen zunächst einmal einen Abbruch bedeute: „Zwei Priester von Overath gehen in den Ruhestand. Wir haben keinen Priesternachwuchs, wir haben aber auch keinen Theologen-Nachwuchs. Das heißt, die Bereiche, die von Seelsorgern betreut und begleitet werden, werden größer.“
Der Unterschied sei gewaltig, so Ueberberg. Die Seelsorge-Einheiten seien ab dem Sommer elf Kirchorte groß. „Und da haben natürlich die Menschen Sorge, dass ihnen etwas verloren geht. Stirbt jetzt unsere Kirche hier vor Ort?“ Auch die finanziellen Mittel würden schrumpfen, so die Theologin. „Je mehr Menschen sich von der Kirche distanzieren, desto schwerer wird es, alles aufrechtzuerhalten. Personell, aber auch von den Gebäuden her.“ Das hänge alles zusammen und bereite Sorgen, erklärt Ueberberg. „Aber wir hoffen, dass wir als Seelsorge-Team von vier Priestern, zwei Pastoralreferenten und einem Diakon mit den Menschen Kirche gestalten können in diesen herausfordernden Zeiten der Zukunft.“
Pastor ist für elf statt vier Kirchen zuständig
Die Pastoren werden dann von Kirche zu Kirche fahren müssen. Der bisherige leitende Pfarrer Franz Gerards für vier Kirchorte in Rösrath wird jetzt auch der leitende Pfarrer für die sieben Overather Kirchorte. Eine gewaltige Zunahme der Aufgaben. Davon kann auch Ueberberg ein Lied singen. „Ich habe gestern meine Ernennung vom Bischof des Bistums bekommen: Unter Beibehaltung aller bisherigen Aufgaben, ernenne ich Sie für sieben weitere Gemeinden in Overath.“
Organisiert wurde die Pfarr-Radtour von Ueberberg und ihrer Overather Kollegin, Pastoralreferentin Sarah Zurlo vom Katholischen Bildungswerk, Dr. Udo Wallraf von Rheinland-Pilgern.de uund BurkhardReher vom „Allgemeinen Deutschen Fahrradclub“ (ADFC) Rhein-Berg.
"Gelegenheit zum Kennenlernen"
„Ziel ist es, dass die Gemeinden und die Pfarreien, die ehemals selbstständig waren, auf dieser Tour eine Gelegenheit haben, sich kennenzulernen. Und zwar sowohl in der Gruppe als auch an den einzelnen Stationen. Damit alle sehen, welche Kirchen es gibt, was dort gemacht wird, welche Aktivitäten es gibt und so weiter“, erklärt Dr. Wallraf. Die Tour ging über 32 Kilometer, bei 580 Höhenmetern und startete in Rösrath bei der Kirche St. Nikolaus, führte über die verschiedenen Kirchen, zum Beispiel in Steinenbrück oder Heiligenhaus, bis zur Kirche in Marialinden. „Wir freuen uns auf eine schöne Tour mit interessierten Menschen, bei der die Overather Katholiken die Rösrather Katholiken kennenlernen können.“ Vor allem werde auf einen Effekt des Zusammenwachsens gehofft, so Ueberberg.
„Wir haben auch tolle Menschen vor Ort, die diesen Weg mitgehen. Die sich um die Kirche herum zusammentun und sich fragen: Was wollen wir hier lebendig halten? Und das möchten wir gerne begleiten und stärken. Wir können und wollen nicht alles selbst machen. Aber unsere christliche Botschaft ist es wert, dass wir sie den Menschen nicht vorenthalten: Da ist Lebensstärkung drin, da ist Orientierung drin, es ist Sinn damit verbunden. Das wollen wir die Menschen spüren lassen. Und ich glaube, in unserer Zeit kann man da eine Menge von christlichen Werten brauchen: Solidarität, Friedensethik und Bewahrung der Schöpfung“, hat Ueberberg Hoffnung, trotz Herausforderungen.
