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Rap-Duo RegG's aus Bergisch GladbachZwei, die ihre Stadt lieben

3 min

Jasper Beckmann (r.) und Maurice Nuschke sind mit Rap auf der Erfolgsspur.

Bergisch Gladbach – Auch wenn ihre Liebe zum Hip-Hop einst durch den Skandalrapper Sido aus Berlin erweckt wurde: Mit Möchte-Gerne-Gangstern haben Jasper Beckmann (18) und Maurice Nuschke (19) aus Bergisch Gladbach, die zusammen als Rap-Duo RegG's Musik machen, nicht das geringste gemeinsam. Das Bandlogo auf den schwarzen Kapuzenpullis, die sie im Partnerlook tragen, habe seine Mutter gemalt, verrät Beckmann - im Gespräch freundlich, zurückhaltend, humorvoll.

Vor allem letztere Charaktereigenschaft hat dazu beigetragen, dass die beiden beim Neujahrsempfang der Stadt im Bergischen Löwen Bürgermeister Lutz Urbach die Hand schütteln und vor der versammelten lokalen Prominenz ihr erstes Musikvideo präsentieren durften. "Meine Stadt" heißt das Werk, mit dem das Duo den Filmwettbewerb "I love GL - Film unserer Stadt" gewonnen hat. Der Text verrät viel darüber, wie Jugendliche Bergisch Gladbach erleben und wie sie hier aufwachsen. Wer es hört, muss darüber schmunzeln, dass die idyllische und ja, auch spießige Stadt es Rappern wirklich verflucht schwer macht, Texte über eine schwere Kindheit zu schreiben.

Dutzende Songs aufgenommen

Kaum Kriminalität, nirgends. Drogen, berichten beide, kennen sie nur aus anderen Raptexten - wobei ihr Lächeln darüber nachdenken lässt, ob das so ganz wahr ist. Das Fazit der beiden in ihrem Lied: "Ich liebe diese Gegend."

Das Abitur haben beide am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gemacht, Nuschke studiert seitdem Spanisch und Geschichte auf Lehramt in Köln. Beckmann macht ein Praktikum in einem Hennefer Tonstudio. Beide wohnen aber noch in Gladbach. Mit Vorliebe freitags treffen sie sich, haben mittlerweile haben sie Dutzende Songs aufgenommen.

Partysongs sind dabei wie "Nie wieder Schule", den sie auf der Abifeier präsentierten. "Kinderarbeit muss verboten werden, aber die Schuhe sehen schon schön aus" heißt eins ihrer politischen Lieder. Darin beleuchtet Nuschke rappend die Schattenseiten der Turnschuhe, die er selbst mit Vorliebe trägt. Dann gibt es noch die viele Lieder, in denen sie das harte Image, das Rapper gerne außen tragen, auf die Schippe nehmen. Warum sie Musik machen? "Mal geht es darum, mit Metaphern zu prahlen, mal muss man auch einfach mal was rauslassen, wenn mein Gefühl mir das sagt", erklärt Beckmann. Ob sie mit ihrem Rap irgendwann über Bergisch Gladbach hinaus kommen? Davon träumen die beiden jedenfalls - schon aus ganz pragmatischen Gründen. Bei großen Festivals, sagt Beckmann, wo sich die Fans vor der Bühne quetschen, habe er die Erfahrung gemacht: "Ich stehe lieber auf der Bühne, als davor." Maurice Nuschke nicht bekräftigend: "Ich habe Platzangst. Schon deshalb ist Bergisch Gladbach für mich eine gute Stadt."

Eine Möglichkeit, die Band zu erleben, gibt es beim Finale des Bandwettbewerbs Rhein-Berg rockt am Freitag, 30. Januar. Beginn ist um 20 Uhr im Gladbacher Q1-Jugendkulturzentrum, Eintritt fünf Euro. Dort rappt das Duo außer Konkurrenz während der Stimm-Auszählung.

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