Rhein-Berg-Kreis – Politischen Rückenwind erhält das Projekt „Köln-Bonn 2030“, das einen öffentlichen Diskussionsprozess über ein Ende des Nachtflugs in Köln-Bonn ab 2030 einfordert. Diese Bilanz zieht die Initiative „Bürger gegen den Nachtflug“ aus den Stellungnahmen von zwölf Bürgermeisterkandidaten aus Bergisch Gladbach, Rösrath, Overath und Kürten.
Die Initiative hatte offene Briefe an die insgesamt 16 Kandidaten in den vier Kommunen gerichtet, immerhin zwölf haben inzwischen geantwortet. Von diesen sind alle mit dem geforderten Diskussionsprozess über den Nachtflug einverstanden, wie Vertreter der Initiative erfreut feststellen.
Sie haben die Antworten der Kandidaten online veröffentlicht und ermuntern die Wähler, diese nun zu prüfen. Nach der Kommunalwahl will die Initiative auf die gewählten Bürgermeister zugehen, die eine „klare Zusage“ gegeben haben, „sich an einem Diskussionsprozess zu beteiligen“, wie Bernhard Meiners von der Initiative erklärt.
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Besonders deutlich unterstützt fühlen sich die Nachtfluggegner von den Bergisch Gladbacher Kandidaten Frank Stein (SPD, Grüne, FDP) und Christian Buchen (CDU), von den Rösrather Bewerbern Marcus Mombauer (CDU) und Dirk Mau (SPD), aber auch von den Overather Kandidaten Jörg Weigt (SPD) und Christoph Nicodemus (unterstützt von CDU, Grünen, FDP).
Bergisch Gladbach
In Bergisch Gladbach betont Stein, „alle Städte und Gemeinden der Region“ müssten eine Diskussion über den Nachtflug „laut und unüberhörbar einfordern“, Fluglärm müsse „Chefsache“ sein. Er unterstützt eine Kernruhezeit für Passagierflüge von 0 bis 5 Uhr. Auch Buchen will den nächtlichen Flugbetrieb öffentlich „kritisch thematisieren“ und einen Weg finden, um Belastungen einzudämmen. Ein Verzicht auf Passagierflüge bei Nacht sei möglich.
Rösrath
In Rösrath stellt sich Mombauer hinter das Anliegen, einen „fairen und transparenten Diskussionsprozess“ zu gestalten. Er plädiert für ein Verbot von nächtlichen Passagierflügen, „bestenfalls von 23 Uhr bis 6 Uhr“. Noch einen großen Schritt weiter geht Mau: Er plädiert für eine nächtliche Kernruhezeit nicht nur für Passagierflüge, sondern auch für Frachtflüge. Er ist der einzige Kandidat, der auch nächtliche Frachtflüge stoppen will. Mau erklärt, eine Beschränkung des Nachtflugverbots auf Passagierflüge sei „wirkungslos“ und fordert einen „geordneten“ Diskussionsprozess über den Nachtflug.
Im Gegensatz dazu vermeiden es die Rösrather Kandidatinnen Andrea Büscher (FDP) und Bondina Schulze (Grüne), sich auf eine Kernruhezeit festzulegen. Büscher unterstützt die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten und fordert einen Interessenausgleich. Schulze weist auf die Lärmbelastung, aber auch die Bedeutung des Flughafens hin. Sie fordert die „umfassende Beteiligung aller Akteure“, eine Lösung müsse „allen berechtigten Interessen“ gerecht werden. Dieter Stephan von den „Bürgern gegen den Nachtflug“ findet die Antwort der Grünen-Politikerin „enttäuschend“ – sie bleibe deutlich hinter den Kandidaten von CDU und SPD, Mombauer und Mau, zurück. Er vermutet einen Zusammenhang zu Schulzes beruflicher Tätigkeit für ein Logistikunternehmen.
Overath
In Overath hat Weigt zwar offenbar die Fragen der Nachtfluggegner nicht mitbekommen, er nennt den Nachtflug aber ein „großes Ärgernis“. Zudem habe er sich als Bürgermeister bereits für ein gemeinsames Vorgehen mit Amtskollegen engagiert, erklärt Stephan. Kandidat Nicodemus plädiert für ein festes Zeitfenster ohne nächtliche Passagierflüge und eine klar begrenzte Anzahl von Frachtmaschinen bei Nacht.
Kürten
In Kürten ist die Belastung durch Fluglärm geringer als in den anderen Kommunen. Die Kandidaten Willi Heider (parteilos), Marc Beer (CDU) und Klaus Engels (parteilos) unterstützen aber eine Diskussion.



