Für einen Tag mussten Rhein-Bergs Schulen aufgrund von Glätte schließen. Der Distanzunterricht verlief gut, berichten einige Schulleiter.
SchulschließungWegen Glatteis blieben die Schulhöfe in Rhein-Berg leer

Aufgrund glatter Gehwege und Straßen blieben die Schulen am Montag, 12. Januar 2026, geschlossen.
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Am gestrigen Montag hat in den Schulen des Rheinisch-Bergischen Kreises gähnende Leere geherrscht. „Als ich heute morgen auf dem Schulgelände ankam, war niemand zu sehen“, sagt David Hubert, Schulleiter des Paul-Klee-Gymnasiums in Overath. Der Grund: Das Schulministerium hatte am Samstag entschieden, dass Schülerinnen und Schüler in den Distanzunterricht wechseln sollen – aufgrund des erwarteten Regens, der auf kalten Böden gefrieren und dadurch Glätte verursachen sollte.
Trotzdem habe Hubert die Schule gut erreichen können, doch die Bürgersteige seien glatt gewesen. „Und man muss ja nicht riskieren, dass der Schulbus im Straßengraben landet“, sagt er. Da das Gymnasium ein eigenes Distanzkonzept habe, das in der Coronapandemie entstanden sei, sei der Wechsel in den Distanzunterricht kein Problem gewesen. „Das ist das Ergebnis guter Planung“, betont der Schulleiter. Bereits ab Samstag hätten alle Betroffenen von der Schule Bescheid bekommen. Das Distanzkonzept des Gymnasiums sieht laut Hubert so aus: Es gibt eine Mischung aus Videokonferenz und Lernpaketen mit Aufgaben, die die Schülerinnen und Schüler an einem Tablet eigenständig bearbeiten können.
Naturereignisse wie der kalte Regen am Montag können immer passieren, darauf ist die Schule vorbereitet
Die Lehrerinnen und Lehrer einer Klasse würden sich vorab verständigen, auf welche Art der jeweilige Unterricht stattfinde beziehungsweise wie der Unterricht in den einzelnen Fächern aussehen soll – also, ob mit Aufgaben oder als Videokonferenz. „Wir wollen vermeiden, dass die Kinder in einem fünfstündigen Meeting sitzen, das wäre nicht förderlich“, erklärt der Schulleiter.
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Für diejenigen, die kein mobiles Endgerät besäßen, gebe es Unterstützungsmöglichkeiten. „Die Eltern hätten sich bei uns ein Tablet ausleihen können“, sagt Hubert. Aber die Nachfrage sei sehr gering gewesen. „Naturereignisse wie der kalte Regen am Montag können immer passieren, darauf ist die Schule vorbereitet“, so der Schulleiter.
Schulleiter war „für den Fall der Fälle“ vor Ort
Gut gelaufen ist es auch an der Gesamtschule Kürten. Das bestätigt Schulleiter Markus Hintze-Neumann. Auch er war vor Ort, „um für den Fall der Fälle eine Notbetreuung anzubieten“, wie er erklärt.
Dazu sei es aber nicht gekommen, alle Schülerinnen und Schüler seien daheim geblieben. „Ich konnte das Schulgelände ohne große Probleme erreichen, verstehe aber natürlich die Vorsicht hinter der Entscheidung des Schulministerium“, sagt er. An der Gesamtschule werde im Distanzunterricht mit der Online-Schulplattform Iserv gearbeitet. „Während Corona sind wir darauf umgestiegen, einmal im Jahr gibt es ein Training für den Umgang mit der Plattform, das sich an Schüler und Lehrer richtet.“
Keiner der Schülerinnen und Schüler hat aufgrund fehlender Geräte Probleme, am Distanzunterricht teilzunehmen
Auch an der Gesamtschule gibt es Online-Aufgaben, die die Lehrer und Lehrerinnen bei Iserv einstellen und die Schülerinnen und Schüler direkt im System bearbeiten können. „Dort kann ich als Lehrkraft auch Rückmeldung geben“, erklärt Hintze-Neumann. So habe er es am Montag ebenfalls gehandhabt, als er Philosophie in der EF unterrichtete. „Ich hab die Aufgaben schon am Sonntag eingestellt.“ Dann hätten die Jugendlichen am Montagvormittag Zeit gehabt, diese zu bearbeiten. Im Anschluss konnte er auf ihre Antworten zugreifen und sich zu diesen äußern.
Einige Lehrer würden den Unterricht auch als Online-Meeting gestalten. „Bei manchen Fächern machen Videokonferenzen mehr Sinn als bei anderen“, sagt der Schulleiter. Bei Sprachen würde sich das lohnen, „aber bei Sport zum Beispiel eher nicht“. Ein großer Vorteil der Online-Plattform Iserv sei auch, dass sie von jedem mobilen Endgerät aus erreichbar sei. „Keiner der Schülerinnen und Schüler hat aufgrund fehlender Geräte Probleme, am Distanzunterricht teilzunehmen“, so Hintze-Neumann.
Eine Schülerin kam trotz Distanzunterricht zur Schule
Ohne weitere Vorfälle verlief ebenfalls der Distanzunterricht an der Otto-Hahn-Realschule in Bergisch Gladbach, wie Schulleiter Felix Bertenrath berichtet. „Eine Schülerin kam zum Schulgelände, die ich in Empfang genommen habe“, sagt er. Der Unterricht sei hauptsächlich über die Plattform Microsoft Teams verlaufen, auch hier habe es eine Mischung aus Videokonferenzen und Aufgaben gegeben.
Doch nicht alle Schülerinnen und Schüler hätten am Online-Unterricht teilnehmen können, da sie keinen Zugang zu angemessenen technischen Geräten hätten. „Hier trifft es leider mal wieder diejenigen, die auch in anderer Hinsicht im Bildungsbereich benachteiligt sind“, sagt der Schulleiter. Also Kinder, denen es an finanziellen Mitteln fehlt.
Schulleiter planen, den Regelbetrieb schnell wieder aufzunehmen
Spontan Leihgeräte zu verteilen, sei nicht möglich gewesen und auch „nicht im Sinne der Glatteiswarnung“, erklärt Bertenrath. Manche Kinder würden grundsätzlich ein Leihgerät der Schule besitzen, dass sie auch am Montag nutzen konnten, und „wir arbeiten gerade daran, ältere Computer umzubauen, um sie an die Schüler zu verleihen.“
Dass am heutigen Dienstag der Unterricht mit großer Wahrscheinlichkeit wieder in Präsenz stattfinden könne, da sind sich die Schulleiter einig. „Genau kann ich das natürlich nicht sagen“, so Hubert. Im Endeffekt komme es auf das Schulministerium an, aber seiner Einschätzung nach sehe es gut für den Regelbetrieb am Dienstag aus. „Ich gehe davon aus, dass morgen alles wieder normal läuft“, sagt auch Hintze-Neumann.
