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KarnevalszugQuallen, Meerjungfrauen und Handballer begeistern die Jecken in Rösrath-Forsbach

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Neptun, Meerjungfrauen und Quallen waren bei den „Jecken Höhnern“ im Karnevalszug in Rösrath-Forsbach zu sehen.

Neptun, Meerjungfrauen und Quallen waren bei den "Jecken Höhnern" im Karnevalszug in Rösrath-Forsbach zu sehen.

Tiere aus dem Meer und vom Festland, Handball-Aktive und regionale Landwirtschaft standen im Blickpunkt beim Karnevalszug in Rösrath-Forsbach.

Für Umweltschutz engagieren sich die „Jecken Höhner“ beim Forsbacher Karnevalszug. Verkleidet als Meerestiere und andere Wesen aus dem Ozean setzen sie sich für saubere Weltmeere ein. „Bungk un jeck wie Fasteleer: Esu sull et blieve och em Meer“, heißt ihr Motto. Meerjungfrauen in leuchtend blauen Kostümen tragen Muscheln und Unterwasserpflanzen auf dem Kopf, die aufwendigen Verkleidungen sind größtenteils selbst geschneidert. „Wir wollen, dass das Meer so bunt und jeck bleibt wie wir – und schön sauber“, sagt Meerjungfrau Bianca Schepler. Und Doris Dreistein weist darauf hin, dass die Kostüme auch nachhaltig sind: „Wir haben alle Plastikmüll eingearbeitet, um zu zeigen, dass jeder dazu beitragen kann, dass unsere Meere wieder sauber werden“, erklärt sie.

Als Wasserbewohner zeigen sich die Jecken Höhner ebenso vielfältig wie an Land, wo sie seit 20 Jahren im Forsbacher Karnevalszug präsent sind: Quallen mit ausladenden Hüten und langen Tentakeln sind ebenso vertreten wie Meeresgott Neptun mit langem blauem Bart und Dreizack oder ein Oktopus mit vielen Armen. So sind die Jecken Höhner in bester Verfassung – Jung und Alt beteiligen sich in der Gruppe, während sich andere Jecke zurückgezogen haben. Diesmal sind 29 Wagen und Fußgruppen im Forsbacher Zug beteiligt, das waren früher auch schon deutlich mehr. Das Karnevals-Komitee Rösrath stellt das Großereignis, das von zahlreichen Jecken am Straßenrand bestaunt und gefeiert wird, auf die Beine.

Jecke Tierschützer und Handballer

Als Tiere vom Festland sind die Jecken vom Tierschutz-Team Europa auch in Forsbach präsent, wie wenige Stunden zuvor beim Hoffnungsthaler Zug, sie wollen auf ihr Angebot aufmerksam machen. Durch ihre große Zahl fallen unterdessen die Aktiven von der Handball-Sport-Gemeinschaft Rösrath-Forsbach (HSG) ins Auge: Rund 120 Jecke, klein und groß, haben sich dort angemeldet – eine Riesengruppe in den Vereinsfarben Grün und Weiß. Auch ihren Wagen haben die Sport-Aktiven verkleidet: „ Wir haben versucht, den in Grün-Weiß zu verzaubern“, sagt Marco Kodat.

Eine Lanze für die Landwirtschaft bricht die Gemeinschaft Dörper Einigkeit. „Ohne regionale Landwirtschaft wärt ihr durstig..., hungrig... und müsstet diesen Wagen schieben“, steht auf ihrem Großwagen zu lesen. Auch auf das Verschwinden von Forsbacher Traditionsgaststätten im Laufe von 111 Jahren Rösrather Karneval weisen die Dörper mit ihrem Orden hin – „Pinwirt“, „Henkelmann“, „Dorfschänke“, „Forsbacher Hof“, „Whisky Bill“ und „Forsbacher Mühle“ werden dort genannt.

Der seit 1948 bestehende Karnevals- und Brauchtumsverein weist darauf hin, dass er mittlerweile in seinem siebten Vereinslokal angelangt ist – in „Steinis Stübchen“.     Diese wechselvolle Geschichte kommentiert der Orden mit den Worten: „Ne, wie die Zeit vergeht!“

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