Wie sich die Arbeit im Tierschutz anfühlt, davon berichtet Barbara Sauer vom Tierschutzteam. Und: Für Tierfreunde gibt es im Juni ein Fest.
„Das ist die Hölle“Der Rösrather Schutzhof rettet Hunden das Leben

Um eine ausgewogene Mischung auf dem Schutzhof bemüht sich Barbara Sauer (l.).
Copyright: Sigrid Schulz
Das Leid vieler Hunde in Rumänien hat gerade durch eine TV-Dokumentation für Aufsehen gesorgt. Aber: Immer wieder werden Hunde aus Rumänien gerettet und einige finden sich dann plötzlich nach einer wahren Hölle in einem Paradies wieder: dem Rösrather Schutzhof.
Dieser wird vom „Tierschutz Team Europa e.V.“ und echten Helden betrieben. Denn das Elend vor Ort und die im wahrsten Sinne des Wortes „Qual der Wahl“, wer gerettet wird und ein angenehmes Hunde-Leben haben darf, bringt die Helfer an den Rand ihrer Belastbarkeit. Wie sich deren Arbeit vor Ort anfühlt, davon berichtet jetzt Barbara Sauer vom Tierschutzteam.
Aber auf dem Land herrscht laut Sauer oft Brutalität
„Das ist die Hölle.“ Sie selbst sei letzten Monat zum ersten Mal seit 20 Jahren nicht dabei gewesen. „Weil ich einfach auch merke, dass mich das jedes Mal immer mehr und mehr zerstört.“
In großen Städten wie Bukarest sei der Umgang mit Hunden ähnlich wie in Deutschland. Aber auf dem Land herrsche oft eine Brutalität, die kaum zu begreifen sei. Als eines von vielen Beispielen nennt Sauer angefahrene Straßenhunde. „Die bleiben einfach liegen. Da hält keiner an.“ Besonderes Misstrauen hat Barbara gegenüber den Hundefängern: „Ich bin mir auch nicht sicher, ob das nicht ein bisschen mafiamäßig läuft.“
Das Leben im Zwinger ist für Hunde oftmals hart
Und selbst wenn die Hunde in einem Tierheim landen und nicht in einer Tötungsstation, ist das Leben dort im Zwinger unfassbar hart und grausam. Für die Helfer vor Ort kaum zu ertragen: „Man leidet darunter. Wir hatten jetzt auch wieder zwei Frauen dabei, die haben wirklich die ganze Woche sehr viel geweint. Weil die gesagt haben, es ist einfach unbegreiflich. Ihr habt das erzählt, ihr habt das erklärt, ihr habt gesagt, wie das ist. Aber dass das so ist, hätten wir nie gedacht.“
Dazu kommt der Frust: „Natürlich ist das toll für jeden Hund, den wir holen. Aber das ändert nichts an der Situation vor Ort.“ Dafür müsse politisch etwas passieren, sagt Sauer.
Der Schutzhof setzt auf eine ausgewogene Mischung
Die schwierige Wahl, wer gerettet wird, ist beim Tierschutz Team klar definiert. Der Schutzhof setzt auf eine ausgewogene Mischung. Denn jeder nicht vermittelte Hund, jeder dauerhaft besetzte Platz, kostet einem anderen Tier die Chance auf Rettung. Sauer erklärt das Prinzip: „Wenn man so einen Schutzhof hat und nicht aufnehmen muss, sondern aufnehmen kann, dann muss man immer eine bunte Mischung haben. Da muss auch der große Schwarze dabei sein und die kleine alte Oma. Und dann können da durchaus auch mal die Handicap-Hunde dabei sein und auch mal die Scheuen oder die Pöbler.“
Von allen Facetten sollte alles dabei sein, damit Menschen, die einen Hund adoptieren wollen, genau den richtigen Hund für sich selbst finden.
