Wegbegleiter Matthias Jaixen über Monika Kampmann, die am Sonntag (19. Juli) ihren 80. Geburtstag feiert.
Monika KampmannBotschafterin der kölschen Sprache feiert in Rösrath ihren 80. Geburtstag

Monika Kampmann ist auch Ehrenbürgerin der Stadt Rösrath
Copyright: Thomas Rausch
Sie ist begeisternde Sängerin und Liedermacherin, versierte Musikerin, kreative Texterin, überzeugte Kulturvermittlerin, leidenschaftliche Botschafterin der kölschen Sprache und eine gesellschaftlich stark engagierte Künstlerin.
Besonders für die Rechte der Frauen setzt sie sich bis heute ein. An diesem Sonntag, 19. Juli, feiert Monika Kampmann aus Rösrath ihren 80. Geburtstag. Für rund 400 geladene Gäste gibt es ein großes Fest in Schloss Eulenbroich.
Auf dem wird auch ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert werden. 1976 stand sie zum ersten Mal auf einer großen Bühne. Die gebürtige Kölnerin, die seit den frühen 90ern in Rösrath-Stöcken lebt, sang damals das lateinamerikanische Kinderlied „Un Poquito Cantas“ im Tanzbrunnen. Begleitet wurde die Lehrerin dabei vom Mandolinenorchester Harmonie Mandola, in dem auch ihr Vater und ihr Onkel mitspielten.
Im Tanzbrunnen angefangen
Der Auftritt im Kölner Tanzbrunnen gilt als Start einer für die Region unvergleichlichen Musik-Karriere. Im sehr musikalischen Elternhaus lernte sie schon mit neun Jahren Gitarre. Vor allem das Mundartliche hatte es ihr immer besonders angetan. „Sie ist ein Weltstar der kölschen Sprache“, sagt Matthias Jaixen. Der 42-jährige Garten- und Landschaftsbauer aus Durbusch ist seit vielen Jahren ein enger Vertrauter von Kampmann.
Vergleich mit Hildegard Knef
Sie und ihre langjährige Bühnen-Gefährtin Ingrid Ittel-Fernau unterstützten ihn bei dem Start seiner eigenen nebenberuflichen Bühnentätigkeit. Er nennt Kampmann in einem Atemzug mit Marie-Luisa Nikuta, Trude Herr oder sogar Hildegard Knef. „Wir waren viel auf Reisen zusammen und ob wir in Polen oder in Griechenland waren, alle kannten sie für ihren Einsatz für die kölsche Sprache, für mich ist sie da eine Ikone.“
Mit Ittel-Fernau trat Kampmann 33 Jahre als Duo auf. Doch ihre Freundin verstarb am 8. Juli 2025 und das Fest am Sonntag soll auch ein Gedenken an die Verstorbene sein. „Ingrid hatte noch Pläne, wollte noch eine Tournee durch Skandinavien machen“, erinnert sich Jaixen an den bitteren Moment im vergangenen Sommer. Für ihn und Kampmann kam der Tod überraschend.
Im Alter noch quirlig
„Nervös ist sie nicht, dafür ist sie zu sehr Profi“, sagt Jaixen über die Vorbereitungen für das große Fest mit Kampmann, die selbstverständlich auch selbst etwas vortragen wird. „Wenn ich mit 80 noch eine solche Bühnenpräsenz habe, kann ich mich glücklich schätzen“, sagt er über seine Freundin, die trotz ihres relativ hohen Alters aktiv, quirlig und kommunikativ ist. Auch von den Schulen, an denen sie tätig war, kommen Schülerinnen und Schüler zur Feier in Rösrath.
Mehrere Kölsch-AGs etablierte sie an diesen Schulen und neben dem Einsatz für das gesprochene Kölsch sind es die Rechte der Frauen, für die sich einsetzte und es heute noch tut. „Die Rechte der Frauen stärken, sich Männern gegenüber durchsetzen, Männerstrukturen aufbrechen und Frauen neue Möglichkeiten geben, da glüht sie immer noch für“, berichtet Jaixen.
Jetzt wird sie 80 Jahre alt und von einem echten Ruhestand ist noch nichts zu spüren. Davon können sich am Sonntag ihre Gäste überzeugen.
