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RösrathDie Stadt plant mit der jungen Generation einen Mehrgenerationenpark

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Ein Lufbild mit rot markierter Fläche auf einem Wiesenstück

Zwischen dem Parkplatz am Schloss Eulenbroich und der Jahnstraße soll ein „Mehrgenerationenpark“ entstehen (rot markierte Fläche). Die Bürgerstiftung hat das Projekt für die Menschen in Rösrath angestoßen.

Kinder und Jugendliche sind am 6. Mai zu einem Workshop eingeladen. Demnächst folgt noch ein Informationsabend für Erwachsene

Mitdiskutieren und ihre Interessen in die   Kommunalpolitik einspeisen können Kinder und Jugendliche demnächst in Rösrath. Und zwar bei einem Thema, das sie unmittelbar angeht. Am 6. Mai beginnt um 17 Uhr im Ratssaal in Venauen ein Workshop zur Frage, wie das geplante neue Spiel- und Freizeitareal am Schloss Eulenbroich gestaltet werden soll.

Auf dem Gelände südlich von Schloss Eulenbroich soll ein großes Spiel- und Freizeitareal entstehen. Der neue Bereich ist für verschiedene Altersgruppen gedacht. Deshalb, so kündigt die Stadtverwaltung an, sollen die Wünsche von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen frühzeitig in die Planung einfließen.

Eine aktive Beteiligung ist mir wichtig. Die aktuelle Planungsphase ist daher der richtige Zeitpunkt, um Anregungen und Vorstellungen in die Planung einfließen zu lassen
Yannick Steinbach, Bürgermeister der Stadt Rösrath

Die Teilnehmenden würden „für einen Tag zu Stadträten“, verspricht Bürgermeister Yannick Steinbach in seiner Einladung an interessierte Kinder und Jugendliche. Das Jugendamt werde in Kürze mit Flyern und Plakaten an   Schulen und im Offenen Ganztag über den Termin informieren, ergänzt Stadtsprecher Marcel Roßmann auf Nachfrage. Außerdem will die Stadt die Zielgruppe auch über Social Media und über Kontakte zu den Schülervertretungen an den Schulen der Stadt auf das Projekt aufmerksam machen.

Aktuell entwickele ein beauftragtes Planungsbüro eine Vorentwurfsplanung für das geplante neue Spiel- und Freizeitareal, heißt es in der Ankündigung der Stadt. Die Planerinnen und Planer werden beim Workshop vor Ort sein, die Flächen vorstellen sowie erste Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten präsentieren. Außerdem wird erklärt, wie es nach dem Workshop weitergeht und welche planerischen und notwendigen Schritte im politischen Prozess noch folgen. Dazu gehört auch die Frage, in welchem Zeithorizont ein solches Projekt realisiert werden kann.

Das Vorhaben stand zuletzt im Juni 2025 auf der politischen Agenda

Zuletzt stand das Vorhaben im Juni 2025 auf der Tagesordnung der politischen Gremien. Damals stellte die Bürgerstiftung ihre Pläne vor, einen großen Spielplatz und Anziehungspunkt für alle Generationen zu schaffen. So fasste der Schulausschuss den einstimmigen Beschluss, die Stadt solle das Grundstück südlich von Schloss Eulenbroich, abgegrenzt von Jahnstraße und Parkplatz, für den anvisierten Mehrgenerationenpark bereitstellen, die Planung der Bürgerstiftung „aktiv begleiten“ und auch ein speziell auf Jugendliche zugeschnittenes Angebot berücksichtigen. Damals war die Rede von einem Skaterpark.

Die Bürgerstiftung kündigte damals an, das Projekt vor allem mit Fördermitteln, außerdem mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Berthold Kalsbach vom Vorstand der Bürgerstiftung erläuterte das Projekt so: ein inklusiver Großspielplatz, der Kinder mit und ohne Behinderung anspricht, außerdem ein naturnaher Kleinkinderspielplatz sowie Sportgeräte für ältere Menschen – ähnlich wie jene, die bereits im Park am Rathaus in Hoffnungsthal aufgestellt wurden. Zudem soll ein Ort mit „Aufenthaltsqualität“ für Eltern und Großeltern geschaffen werden.

Das Projekt nimmt mit der Vorentwurfsplanung erste Formen an

Die Bürgerstiftung hatte zu ihrem 20-jährigen Bestehen 2024 Projektideen gesammelt und sich schließlich vorgenommen, den Mehrgenerationenpark zu schaffen. Hintergrund: Im Stadtgebiet von Rösrath gibt es bereits zahlreiche kleinere öffentliche und private Kleinspielplätze. Eine zentrale, größere Spiel- und Freizeitfläche fehlt bislang jedoch.

Mit der Vorentwurfsplanung und dem Beteiligungsworkshop nehme das Projekt nun erste Formen an, so Stadtsprecher Roßmann. Bürgermeister Yannick Steinbach unterstreicht: „Eine aktive Beteiligung ist mir wichtig. Die aktuelle Planungsphase ist daher der richtige Zeitpunkt, um Anregungen und Vorstellungen aufzunehmen und in die Planung einfließen zu lassen.“

Kinder und Jugendliche wurden bereits mehrfach befragt

Nachfragen zum Planungsstand für den Mehrgenerationenpark hatte es in den vergangenen Wochen gleich in verschiedenen Ausschüssen des Rates gegeben. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass Kinder und Jugendliche bereits mehrfach zu ihren Wünschen befragt worden seien. Nur sei daraus kaum etwas Konkretes und Sichtbares abgeleitet worden, so die Kritik. Auch wurde davor gewarnt, dass häufige Befragungen zu ähnlichen Themen die Bereitschaft der jungen Leute zum Engagement dämpfen könnten.

Die Stadtverwaltung weist indes in ihrer Ankündigung für den Workshop am 6. Mai darauf hin, dass es nun konkret werden soll. Zwar richte sich der Workshop in erster Linie an Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene würden im weiteren Prozess nicht zu kurz kommen. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ist daher ein gesonderter Infoabend geplant, der im Vorfeld ebenfalls rechtzeitig kommuniziert werden soll.

Die Arbeiten zur Aufstellung des Bebauungsplans sind angelaufen

Die Arbeiten zur Aufstellung des Bebauungsplans „Spiel- und Landschaftspark Schloss Eulenbroich“ sind bereits angelaufen, erläutert die Stadt auf Nachfrage. Damit werde aktuell parallel an zwei zentralen Strängen gearbeitet. Denn auch das beauftragte Planungsbüro beschäftige sich mit der Freianlagenplanung – inklusive dem Beteiligungsworkshop, um Wünsche, Ideen und Anregungen der künftigen Nutzergruppen frühzeitig in die Vorentwurfsplanung einfließen zu lassen.

Insgesamt, so die Stadt, sei bei einem Verfahren dieser Größenordnung erfahrungsgemäß ein Zeitraum von etwa eineinhalb bis zwei Jahren einzuplanen. Anschließend können Bauleistungen vergeben und in Angriff genommen werden.