Es knirscht in der VerwaltungsspitzeRösrather Verwaltung bekommt neues Personal – Streit bleibt

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Bondina Schulze und Ulrich Kowalewskiim Rahmen eines PR-Termins bei der Sparkasse.

Zwischen Bürgermeisterin Bondina Schulze (2.v.r) und dem ersten Beigeordneten Ulrich Kowalewski (r.) soll es öfter kriseln.

Die Besetzung von Leitungsstellen in der Rösrather Stadtverwaltung nimmt weiter Form an. Im Hintergrund schwelt allerdings ein Konflikt.

Fortschritte bei der Besetzung von Leitungsstellen zeichnen sich in der Rösrather Stadtverwaltung ab. Die wichtigste Veränderung, die bevorsteht, ist die Wahl einer Technischen Beigeordneten, die in der nächsten Stadtratssitzung am 24. April erfolgen soll. Gleichzeitig knirscht es in der Verwaltungsspitze bei vielen Abläufen.

Aber der Reihe nach: Eine Findungskommission, in der die Spitze der Stadtverwaltung und die Ratsfraktionen vertreten waren, hat die eingegangenen Bewerbungen zur Beigeordnetenstelle geprüft und sich am Ende für die Bewerberin Bianca Lorenz entschieden. Da die unterschiedlichen Fraktionen am Auswahlprozess beteiligt waren, gilt die Wahl von Lorenz als sicher.

Stadtverwaltung Rösrath: Erster Beigeordneter fällt seit Februar aus

Die Wahlperiode beträgt acht Jahre, die Technische Beigeordnete soll für Planen, Bauen, Umwelt, Mobilität, Immobilienservice und Hochbau zuständig sein. Wann genau sie ihr Amt antreten kann, ist noch mit ihrem bisherigen Arbeitgeber zu klären.

Unterdessen weist Bürgermeisterin Bondina Schulze (Grüne) darauf hin, dass auch die offene Stelle der Fachbereichsleitung für Immobilienservice und Hochbau zum 1. August besetzt wird. Außerdem wird demnach die Fachbereichsleiter-Stelle für Jugend, Bildung und Sport neu besetzt.

Für die Besetzung der offenen Leitungsstelle im Fachbereich Soziales laufen zurzeit Auswahlgespräche, wie Schulze mitteilt. „Wir schließen die Reihen“, stellt sie fest. In den letzten Monaten seien „erhebliche Zuwächse“ beim Personal der Stadtverwaltung zu verzeichnen gewesen.

Parallel zu diesen Erfolgen und insbesondere der absehbaren Besetzung von drei offenen Fachbereichsleiter-Stellen muss die Stadtverwaltung aber mit einem aktuellen Engpass zurechtkommen: Der Erste Beigeordnete Ulrich Kowalewski (CDU) ist seit Mitte Februar erkrankt und noch bis Ende April krankgemeldet, wie auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung zu erfahren ist.

Spannungen zwischen Bürgermeisterin und Erstem Beigeordneten

Drei unbesetzte Fachbereichsleitungen, die Kowalewski kommissarisch übernommen hat, müssen daher zurzeit von anderen mitbetreut werden: So übernahmen die Fachbereichsleiter Christoph Pokolm (Personal, Organisation), Christian Welsch (Kämmerei) und Christoph Herrmann (Planen, Bauen, Umwelt, Mobilität) vorübergehend jeweils einen weiteren Fachbereich.

Wie in Kreisen des Stadtrats zu hören ist, gab es vor Kowalewskis Erkrankung eine Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und Bürgermeisterin Schulze. Die zeitliche Abfolge zwischen dem Konflikt und der Krankmeldung Kowalewskis sorgte für Spekulationen in politischen Kreisen.

Hintergrund ist, dass es schon im Jahr 2021, dem ersten Jahr nach Schulzes Amtsantritt im November 2020, erhebliche Spannungen zwischen Bürgermeisterin und Erstem Beigeordneten gab. „Wir haben Aufs und Abs“, sagte Schulze im September 2021 zu dem Verhältnis zwischen ihr und Kowalewski. „Wir haben unterschiedliche Arbeitsstile. Das kann zu Meinungsverschiedenheiten führen.“ Angesichts der Schwierigkeiten entschied sich die Stadtspitze damals für eine Mediation, eine Konfliktklärung mit externer Unterstützung.

Dass das Verhältnis zwischen mir und der Bürgermeisterin nicht konfliktfrei ist, ist bekannt.
Ulrich Kowalewski, Erster Beigeordneter Stadt Rösrath

Danach, ab Anfang 2022, lief die Zusammenarbeit in der Stadtspitze zumindest nach außen hin mit weniger Reibungen. Auf Nachfrage dieser Zeitung räumt Kowalewski ein, er wisse, was in politischen Kreisen über ihn geredet werde. Ein Zusammenhang zwischen seiner Krankheit und Meinungsverschiedenheiten mit Schulze bestehe aber nicht. „Dass das Verhältnis zwischen mir und der Bürgermeisterin nicht konfliktfrei ist, ist bekannt“, stellt er fest. Das habe aber nichts mit seiner Krankmeldung zu tun: „Das wäre unprofessionell“, sagt Kowalewski.

Er äußert sich auch zum Hintergrund seiner Erkrankung: Die „Krisensituation“ im Rathaus und seine „erhebliche“ Belastung, insbesondere durch die zusätzlich übernommene Verantwortung für das Groß-Bauprojekt am Freiherr-vom-Stein-Schulzentrum, sei nicht ohne Folgen für seine Gesundheit geblieben. Sein Arzt habe ihm daher geraten, sich zu erholen. „Sobald mir das möglich ist, werde ich meinen Dienst wieder aufnehmen“, so Kowalewski.

Er sagt auch, dass die Äußerungen über ihn in politischen Kreisen „nicht spurlos“ an ihm vorbeigingen. Kowalewski ist bereits seit Anfang 2001 als Beigeordneter in Rösrath tätig, im September 2016 wählte ihn der Stadtrat mit breiter Mehrheit zum dritten Mal für eine achtjährige Amtszeit. Diese endet im März 2025. Ob Kowalewski eine vierte Amtszeit in Betracht zieht, ist nicht bekannt.

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