Rhein-Berg-Kreis – „Mein persönliches Verhältnis zu Europa ist geprägt von den Zeiten des Umbruchs in denen ich geboren wurde“, sagt die 29-jährige Annina Frangenberg. Der Brexit jedoch habe sie noch einmal aufgerüttelt, so die Historikerin aus Bergisch Gladbach. Der Entschluss der Briten, aus der EU auszutreten, trug mit dazu bei, dass Annina Frangenberg für die FDP als Europakandidatin antrat.
Ihr Ziel: „Vor allem junge Menschen mitzunehmen und mit ihnen über Europa zu sprechen.“ Bei der vergangenen Europawahl lag die Wahlbeteiligung der 18- bis 35-Jährigen bei unter 40 Prozent. Das möchte Frangenberg in Rhein-Berg ändern – auch wenn sie mit Platz 42 auf der FDP-Bundesliste bei dieser Wahl keine realistische Chance auf ein Mandat in Brüssel hat (derzeit hat die FDP drei Sitze im Europaparlament).
Positiv von Diskussionen überrascht
Das ist für Annina Frangenberg aber auch nicht entscheidend: „Ich bin angetreten als Botschafterin meiner Generation, für mehr Engagement, Verständnis und Interesse an europäischer Politik“, sagt sie: „Und ich bin positiv überrascht, wie engagiert junge Menschen mit mir diskutieren und wie viele auch in ihrer Freizeit zu den Veranstaltungen kommen.“
Weitere Kandidaten
Außer Annina Frangenberg (FDP) und Uwe Pakendorf (CDU) kommt kein weiterer der Kandidaten aus Rhein-Berg, die sich um die 96 Deutschland zustehenden Sitze im EU-Parlament bewerben. Die Parteien stellen aber Bewerber vor, die in der Nähe leben. So wie Arndt Kohn (SPD). Der Stolberger ist einer von 27 SPD-Politikern im EU-Parlament. Zu seinem Zuständigkeitsbereich rechnet Kohn auch das Bergische.
Auf der SPD-Bundesliste ist er auf Platz 28. Bei den Grünen ist Sven Giegold aus Düsseldorf unter den ersten Zehn auf der Bundesliste. Er ist Sprecher der elf Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen sowie finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der 54-köpfigen Fraktion von Die Grünen/Europäisch Freie Allianz im Europaparlament.Ebenfalls aus Düsseldorf kommt Özlem Demirel, Kandidatin der Linken auf Platz zwei in deren Bundesliste. Einziger Nordrhein-Westfale auf der AfD-Bundesliste ist der Essener Guido Reil auf Platz zwei. (kn)
Kurz vor dem Fototermin am „Kölner Fenster“ in Nußbaum war die 29-Jährige noch in der Fachhochschule der Wirtschaft zu Gast. „Wir haben auch darüber gesprochen, warum man sich politisch engagiert.“ Für die Promotionsstudentin, die vor zwei Jahren in die FDP eintrat, ist Europa und seine Union ein wichtiges Anliegen. Fast so wie ihr Herzensprojekt das Inklusionstheater „All Inklusive“, das sie 2013 in Gladbach mitgründete und seitdem leitet.
