Kürten – Überrascht hat er mit seiner Kandidatur viele. Dass er vor drei Wochen als zweitbester der sechs Bürgermeisterkandidaten die Stichwahl erreichte, war die nächste Überraschung. Gestern die Sensation: Willi Heider (56), der parteilose Einzelbewerber, hat die Bürgermeisterwahl in Kürten gewonnen. Gegen Marc Beer, den CDU-Fraktionsvorsitzenden, der vielen als Favorit galt. Am 23. Juni, seinem ersten Dienst-Tag als Bürgermeister, kann Heider sein Büro in der zweiten Etage des Rathauses gegen das Chefzimmer im ersten Stock tauschen. Der Geschäftsbereichsleiter für Bauen und Technische Dienste hat es tatsächlich geschafft.
Wer den Wahlsieger verstehen will, muss nach Kürten-Olpe schauen. Hier wohnt Heider mit Ehefrau Sonja und den vier Kindern (alle im Pubertätsalter) seit vielen Jahren. Auf dem elterlichen Hof in Kuddenberg, der Ort liegt eine Anhöhe weiter, ist der neue Bürgermeister großgeworden. Er hat sich nach einer Verwaltungslehre im Kürtener Rathaus hochgearbeitet, nach 34 Dienstjahren in seiner Heimatgemeinde kennt er die Verwaltung in- und auswendig.
In Olpe ist er verwurzelt. Baritonhorn spielt er im örtlichen Musikverein, auf der Kirmes tritt er beim Schörreskarrenrennen an. Die Mitglieder der Dorfvereine kennen ihn alle, meist duzt man sich. Willi Heider ist einer von ihnen, einer, der die Bodenhaftung nicht verloren hat. Da weiß man, wen man als Bürgermeister bekommt: jemanden mit Bürgernähe und jemanden aus Kürten. Die profunde Fachkenntnis der Verwaltung dazu: Das ist das Paket, mit dem Heider punktete.
