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Kinderküche in WitzheldenGrundschüler schlemmen im Schmökerkeller

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Zur Einweihung der Küche gibt es Apfelkuchen, den die Koch-AG unter Leitung von Johanna Brands (r.) gebacken hat.

Leichlingen-Witzhelden – Im Computerraum Gemüse schnippeln, im Lehrerzimmer kochen und eine Lehrerin, die zwischendrin immer hin und her rennen muss, weil man Grundschulkinder ja weder mit Messern noch mit Herdplatten alleine lassen kann. Das gehört an der Grundschule Witzhelden nun der Vergangenheit an. „Endlich haben wir jetzt eine richtige Kinderküche mit allem Drum und Dran und die Lehrer haben ihr Lehrerzimmer wieder für sich“, freut sich Rektorin Birgit Jürgens.

Der „Schmökerkeller“ der Schule, der bisher vor allem als Bibliothek und Medienraum genutzt wurde, ist nun also auch ein Schlemmerkeller. In einer bis dahin ungenutzten und mit einem Vorhang abgetrennten Ecke steht nun die schicke kleine Küche in weiß und grau. Mit Arbeitsplatten auf Kinderhöhe, Schutzgitter vor den Kochplatten und einem für Kinder unerreichbaren An/Aus-Schalter. „Es gibt so viele Bestimmungen, das habe ich vorher gar nicht gewusst“, gesteht Jürgens. Deswegen habe die Installation auch einige Zeit gebraucht, mehr als ein Jahr war die Schulleitung mit dem Projekt beschäftigt.

Finanziert wurde die Küche vom schuleigenen Förderverein (3000 Euro), dem Landesverband schulischer Fördervereine NRW (2500 Euro) und der Leichlingen-Stiftung der Kreissparkasse Köln (2000 Euro). Die Kosten für Wasser-, Strom- und sonstige Installationsarbeiten hat die Stadt Leichlingen übernommen.

Alle Klassen kochen wechselweise

Nun soll nicht nur die wöchentliche Koch-AG von der neuen Küche profitieren, sondern alle Klassen können wechselweise hier kochen. Vor allem, wenn die Ernte aus den eigenen Hochbeeten ansteht, in denen derzeit Kartoffeln und Salate wachsen. „Als Inklusionsschule legen wir seit Jahren besonderen Wert auf lebenspraktische Erfahrungen“, sagt Jürgens. Kochen stehe bei den Kindern besonders hoch im Kurs.

„Wir haben hier Müsli-Brötchen gebacken“, berichtet Max Heitmann aus der Klasse 4a. „Die habe ich am Wochenende direkt Zuhause auch gemacht.“ Selbst gemacht schmeckt eben immer besser. „Natürlich kommt es auch mal vor, dass ein Kind etwas nicht mag“, sagt Lehrerin Johanna Brands, die die Koch-AG leitet. „Aber eher selten.“

Ihr ist es wichtig, dass die Kinder lernen, was gesundes Essen ausmacht und wie es entsteht. „Mit der Zeit sind die schon sehr selbstständig geworden, sie wissen jetzt, wie man ein Rezept liest, dass man erst den Arbeitsplatz vorbereiten muss und wie man mit einem Messer umgeht.“

Probleme in der neuen Küche gab es nur mit der Zeitschaltuhr am Ofen. „Den Timer haben wir nicht an bekommen“, erklärt Lotta ihren Mitschülern, die zur Einweihung gekommen sind. Auf die Nachfrage, wofür man den brauche, sagt sie: „Damit der Kuchen nicht schwarz wird.“ Das sei allerdings auch ohne Timer noch nie passiert, sagt Lehrerin Brands. „Die Kinder sitzen immer vor dem Ofen und passen genau auf, das ist ihnen sehr wichtig.“

Und so gibt es leckeren Apfelkuchen für alle, kein bisschen verbrannt.