Die veraltete Schrankentechnik ist ausgefallen, daher müssen Bahnmitarbeiter den Übergang an der Erkelenzer Straße sichern.
Schranken defektArbeiter ersetzen in Bedburg defekte Schranken an Bahnübergang

Wegen eines Defekts funktionieren die Schranken am Bahnübergang an der Erkelenzer Straße nicht mehr. Bahnübergangsposten regeln den Kreuzungsverkehr mit der RB 39 nun von Hand an einer provisorischen Anlage.
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Zwei Bahnübergänge gibt es in Bedburg, der Einfachheit halber von den Bedburgern kurz großer und kleiner Bahnübergang genannt. Der große Übergang an der Lindenstraße kann mit Schranken komplett geschlossen werden, der kleine an der Erkelenzer Straße verfügt nur über Halbschranken. Was aber beiden gemein ist: Die Anlagentechnik gilt als völlig veraltet, jeder Defekt kann massive Probleme nach sich ziehen.
Die Befürchtung ist nun offenbar eingetreten: Seit zwei Monaten verweigern die Halbschranken am kleinen Bahnübergang ihren Dienst. Auch wenn der Übergang – zumindest übergangsweise – nicht wirklich zwingend erforderlich wäre, hat die Bahn die Anlage nicht geschlossen. Den Kreuzungverkehr zwischen den Zügen der Regionalbahn 39 von Bedburg nach Düsseldorf regeln nun eine provisorische Schrankenanlage, ebenfalls mit Halbschranken, und sogenannte BÜPs – Bahnübergangsposten, also Bahnmitarbeiter. Auf Knopfdruck der BÜPs senken und heben sich die Schranken.
Bedburg: Einen Zeitraum für die Reparatur kann die Bahn nicht nennen
„Der Bahnübergang Erkelenzer Straße in Bedburg ist derzeit leider technisch defekt“, teilt eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) auf Anfrage mit. Die DB prüfe derzeit die kurzfristige Reparatur der Leit- und Sicherungstechnik. „Ein konkreter Zeitraum für die Umsetzung liegt daher noch nicht vor.“ Die notwendige Sicherung des Bahnübergangsanlage würden derzeit die Bahnübergangsposten übernehmen.
Zum Einsatz komme dabei eine mobile Sicherungsanlage, auch technisches Hilfsmittel (TH) genannt, um den Bahnübergang weiterhin zu sichern. „Bei dem TH handelt es sich nicht nur um eine reine Schrankenanlage, die per Hand bedient wird, sondern beinhaltet auch ein komplexes System, um beispielsweise Zugfahrten aufzuzeichnen.“
Veraltete Bahnübergangstechnik, oft über 50 Jahre alt, verursacht in Deutschland häufig Störungen, lange Wartezeiten und Sicherheitsrisiken. Viele Anlagen basieren noch auf mechanischen oder alten elektrischen Systemen, deren Ersatz durch moderne Elektronik oft schleppend verläuft. Das führt zu Zugverspätungen und Engpässen.
Nach dem Ausfall der Schrankenanlage und bevor das TH an der defekten Schrankenanlage installiert war, mussten die Bahnübergangsposten den Übergang zunächst mehrere Tage von Hand sichern. Das heißt, sie spannten jedes Mal, bevor ein Zug der Regionalbahn kam, den Übergang mit Bändern ab, um den Autoverkehr rechtzeitig zum Stehen zu bringen.
Eine Inbetriebnahme von beiden neuen Bahnübergängen ist nach aktuellem Stand für 2029 vorgesehen
Damit die im Schichtdienst arbeitenden BÜPs nicht im Regen stehen oder bei niedrigen Temperaturen frieren müssen, stehen ihnen mittlerweile direkt neben den Gleisen nun auch ein kleiner Container und ein mobiles WC zur Verfügung.
Die Züge der Regionalbahn 39 passieren zweimal pro Stunde den Bahnübergang, einmal von Grevenbroich kommend in Richtung Bedburger Bahnhof, das andere Mal in Richtung Grevenbroich und dann weiter über Neuss zum Düsseldorfer Hauptbahnhof. Morgens geht es werktags um kurz nach 5.30 Uhr los, und der letzte Zug passiert um 22.12 Uhr den Bahnübergang an der Erkelenzer Straße. Samstags beginnt der Zugverkehr etwas später, um kurz nach 7 Uhr, am Sonntag dann um kurz nach 8 Uhr.
Die DB plant nach Angaben der Sprecherin eine vollständige Erneuerung der Bedburger Bahnübergänge „Erkelenzer Straße“ und „Lindenstraße“ inklusive Anpassung der Straßen: „Eine Inbetriebnahme von beiden neuen Bahnübergängen ist nach aktuellem Stand für 2029 vorgesehen.“
Hürth: Menschliche Schranken schlossen lange vor Zugdurchfahrt
Handarbeit war 2025 auch in Hürth gefragt. Weil an der Bonnstraße in Fischenich die automatische Schrankentechnik bereits außer Betrieb genommen worden und die neue noch nicht einsatzbereit war, setzte die Bahn Bahnübergangsposten ein, die die Gleise per Hand sicherten. Aus Sicherheitsgründen erfolgte die Sperrung bereits zehn bis 15 Minuten vor der Bahndurchfahrt, teilte die Bahn auf Anfrage der Stadtverwaltung mit. Dort waren ebenfalls Beschwerden über Rückstaus eingegangen.
Autofahrer beschwerten sich, dass sie teils bis zu einer halben Stunde im Rückstau vor den Bahngleisen gestanden hätten. In den sozialen Netzwerken riefen staugeplagte Anwohner dazu auf, die Bonnstraße weiträumig zu umfahren.

