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RheinlandtarifFür Bedburger ist die Fahrt nach Köln deutlich teurer geworden

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Zu sehen sind zwei Züge im Bahnhof Bedburg.

Links in die Regionalbahn 38, die von Bedburg Richtung Köln fährt, dahinter die Regionalbahn 39, die nach Düsseldorf startet: Für Bedburger sind die Fahrten mit der RB38 mit dem neuen Rheinlandtarif deutlich teurer geworden.

Wegen der Tarifzonengrenze ist eine Bahnfahrt nach Köln ab dem benachbarten Glesch viel günstiger.

Der neue Rheinlandtarif des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) sorgt in Bedburg für großen Ärger. Die Preise im neuen Tarifsystem sollen für Einfachheit und Gerechtigkeit sorgen, für die Bahnkunden der Schlossstadt, die in Richtung Köln fahren wollen, bringen sie allerdings eine deutliche Erhöhung. Der Grund: Als einzige Stadt im Rhein-Erft-Kreis gehört Bedburg zur teuersten Tarifzone 3.

Der nur etwa zwei Kilometer Luftlinie entfernte Haltepunkt in Bergheim-Glesch gehört zur Tarifzone 2. Zwar gab es auch vorher schon eine Tarifgrenze zwischen Bedburg und Glesch, doch war der Preisunterschied nicht so gravierend. Der neue Rheinlandtarif ersetzt die bisherigen Verbundtarife seit dem 1. Juni mit nun nur noch drei Preiszonen.

Bedburg: Die Fahrt ab Glesch ist um einiges günstiger

„Wer mit der RB 38 von Bedburg nach Köln fahren möchte, bezahlt jetzt für die Hin- und Rückfahrt sage und schreibe 27,80 Euro“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Stupp. „Wenn das ein Anreiz für die Mobilitätswende und Förderung des ÖPNV sein soll, habe ich das System offenbar nicht verstanden.“ Die Hin- und Rückfahrt vom nächstgelegenen Haltepunkt in Glesch koste nur elf Euro. Vor der Tarifanpassung habe das Einzelticket von Bedburg nach Köln zehn Euro gekostet, hin und zurück 20 Euro.

Die Fahrt nach Düsseldorf bleibt für die Bedburger weiterhin Tarifzone 2, mit Kosten von 5,50 Euro je einfacher Fahrt bei nahezu identischer Fahrzeit und -strecke wie Köln Hauptbahnhof. „Dass insbesondere Berufspendler das Deutschlandticket nutzen, ist mir klar“, sagt Stupp. „Es gibt aber auch noch Gelegenheitsfahrer oder auch Schulklassen, die nach Köln mit der Bahn fahren.“

In den sozialen Medien kochen die Gemüter hoch. „So wird das nichts mit der Mobilitätswende“, schreibt etwa ein Bedburger auf Facebook. „Immer mehr Autoverkehr auf überlasteten Straßen, dafür wird das Ticket nach Köln teurer.“ Und der Fahrradverkehr sei in Bedburg auch nicht komfortabel und gefahrlos möglich.

Die CDU bezeichnet den neuen Tarif für Bedburg als „Frechheit“ und will sich nun für eine Änderung einsetzen. „Was jetzt passieren wird, dürfte klar sein. Die Bedburger Pendler werden mit dem Auto bis Glesch fahren und profitieren dann eben auf diese Art vom neuen Tarif“, sagt Markus Klein, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Vom Bahnhof Glesch bis zur Endhaltestelle der RB 38 in Bedburg sind es nur 2,2 Bahnkilometer. Da ist eine Preisdifferenz von 16,80 Euro für die Hin- und Rückfahrt nach Köln nicht vermittelbar!“

Der VRS verteidigt den Tarif. Er sei im Schulterschluss mit dem Aachener Verkehrsverbund und der Politik konzipiert und einstimmig auf den Verbandversammlungen beschlossen worden. „Daher besteht kein Anlass, über eine Änderung der neuen Tarifzonen nachzudenken“, sagt VRS-Sprecherin Jessica Buhl. „Die Zusammenführung zweier unterschiedlicher Tarifwelten (AVV- und VRS-Tarif) in den Rheinlandtarif sowie die Zuordnung auf nur noch drei einheitliche Preisstufen macht es unumgänglich, dass für manche Fahrbeziehungen der Preis steigt, während er für andere wiederum sinkt.“

VRS empfiehlt Smartphonetarif, der die reine Fahrtstrecke abrechnet

Fahrgästen, für die der Preis steige, empfehle der VRS den Smartphonetarif eezy.nrw, bei dem nur das an Strecke bezahlt wird, was der Kunde auch tatsächlich fährt. Der Luftlinentarif sei leistungsgerecht. „Der Weg Bedburg Bahnhof nach Köln Köln Hauptbahnhof kostet statt der Preisstufe 3 im Rheinlandtarif mit eezy.nrw 9,22 Euro“, sagt Jessica Buhl.

Der VRS geht nicht davon aus, dass es nun zu Überlastungen am Pendlerparkplatz in Glesch kommt, wenn Bedburger Fahrgäste den Tarifzonensprung nutzen. „Da lediglich noch zehn Prozent aller Fahrten im Rheinland nicht mit einem Deutschlandticket oder eezy.nrw absolviert werden, erwarten wir keine größeren Verlagerungseffekte“, sagt Jessica Buhl.

Zudem habe Glesch im Jahr 2025 lediglich 110 werktägliche Einsteigerinnen und Einsteiger verzeichnet. „Falls Fahrgäste, die bislang weder mit Deutschlandticket noch mit eezy.nrw mobil sind und angesichts des neuen Preisgefüges nicht eezy.nrw statt des Rheinlandtarifs nutzen wollen, in Glesch statt in Bedburg einsteigen, erwarten wir angesichts dieser Zahl keine Probleme.“