Die Investoren bauen bereits den gegenüberliegenden Offermannshof um. Die alte Bausubstanz soll möglichst erhalten bleiben.
DenkmalschutzRixenhof in Bedburg wird saniert, 20 Wohnungen entstehen

Der Rixenhof in Millendorf, auch als Märchenhof bekannt, ist verkauft worden. Rund 20 Wohnungen sollen dort entstehen.
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Dem Jesus am Wegekreuz fehlen die Arme. Aber es gibt Hoffnung, denn angeblich sollen die Extremitäten irgendwo auf dem Gelände des Rixenhofes liegen und wieder angebracht werden. Die Christusfigur steht damit stellvertretend für den gesamten unter Denkmalschutz stehenden Hof, der seit vielen Jahren leersteht und verfällt. Denn: Das Anwesen ist verkauft und soll endlich saniert werden.
Dr. Harald Fett von der Inkap-Gruppe aus Bergisch Gladbach und Bernd Klüker von der Firma Consultwert Immobilien bauen bereits den gegenüberliegenden Offermannshof in Millendorf um und nehmen sich nun auch des Rixenhofes an. Beide Höfe sind nach den früheren Besitzern benannt. „Wir haben uns den denkmalgeschützten Vierkanthöfen verschrieben“, sagt Fett.
Bedburg: Kapitalanleger nutzen Steuervorteile durch Denkmalschutz
Zum einen aus Leidenschaft, wie Klüker sagt: „Das ist meine Lebensaufgabe, dies ist bereits der 34. Hof, den ich umbaue. Es wäre doch zu schade, wenn ein solches Gebäude baufällig wird und durch etwas Neues ersetzt wird.“ Wirtschaftliche Interessen gibt es natürlich auch. Die einmal umgebauten Anwesen werden an Kapitalanleger verkauft, die wegen des Denkmalschutzes steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen können, und dann üblicherweise vermietet.

Millendorf aus der Luft gesehen: Vorne links ist der Rixenhof, auch Märchenhof genannt, rechts der Offermannshof.
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Von der alten Bausubstanz des vermutlich um 1800 errichteten Hofes soll möglichst viel erhalten bleiben. Tatsächlich sei das Anwesen in keinem schlechten Zustand, auch wenn es einen anderen Eindruck vermittele. „Es hat nirgendwo reingeregnet, das ist gut“, sagt Fett. Alte Balken sollen nach den Vorgaben des Denkmalschutzes sichtbar bleiben. Auch der Apfelbaum im Innenhof darf bleiben. Lediglich ein Schuppen und eine Garage neueren Datums sollen weichen. „Aber dann wird auch das Fachwerk wieder sichtbar“, sagt Fett. „Wenn der Hof fertig ist, wird das ein Kleinod.“

Bernd Klüker (l.) und Harald Fett wollen den Rixenhof sanieren und Wohnungen schaffen, genau wie beim gegenüberliegenden Offermannshof.
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Während die 22 Wohnungen auf dem Offermannshof, die bis zum Jahresende alle bezugsfertig sein sollen, im Schnitt um die 90 Quadratmeter groß sind, werden die Wohnungen auf dem Rixenhof kleiner geschnitten und über etwa 60 bis 70 Quadratmeter verfügen. Fett und Klüker haben als potenzielle Mieter dabei die künftigen Beschäftigten der IT-Branche im Blick, die im Zuge der Microsoft-Ansiedlung nach Bedburg ziehen wollen. „Sie sind für Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte gedacht“, berichtet Fett.
Dächer sollen neu eingedeckt, Dachstühle ertüchtigt oder erneuert werden. Aber die Dachböden sind nicht groß genug, um sie auszubauen. Denkbar sei daher, sagt Fett, dass sie etwa für Eulenkästen genutzt werden. Die Wohnungen erhalten jeweils zwei kleine Terrassen, einmal zum Innenhof, einmal hinaus zu den Wiesen. „Die Bewohner können sich dann aussuchen, ob sie die Kommunikation im Innenhof suchen oder lieber im Garten für sich sein wollen“, sagt Klüker.

Der Apfelbaum im Innenhof des Rixenhofes in Millendorf soll erhalten bleiben.
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Viele Menschen verbinden schöne Erinnerungen mit dem Rixenhof. Vor seinem Leerstand wurden hier Kutschfahrten und Geburtstagsfeiern angeboten, in der Scheune fanden Märchenstunden oder Geschichtenwettbewerbe statt – in dieser Zeit entstand der Name Märchenhof.
Der Rixenhof und der Offermannshof gehören zu einem Ensemble von vier denkmalgeschützten Höfen in Millendorf. Dazu zählen noch der Frommenhof und der Hof Kühl. Der Rixenhof und der Offermannshof bilden das Entree in den Ort aus Richtung Kaster und Lipp.
