„Unser Dorf hat Zukunft“Königshoven überzeugt mit klimafreundlicher Siedlung

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Ortsvorsteherin Lonie Lambertz und Wolfgang Esser, Mitglied des Umsiedlungsbeirats, berichteten von der Umsiedlung nach Manheim-neu.

Rhein-Erft-Kreis – Es war ein knochenharter Job mit straffem Zeitplan, den sich die Bewertungskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auferlegt hatte. Innerhalb von zwei Tagen besuchten sie bei Temperaturen von über 30 Grad neun Orte im Rhein-Erft-Kreis: Bedburg-Pütz, Bedburg-Königshoven, Bergheim-Glesch, Pulheim- Dansweiler, Hürth-Sielsdorf, Hürth-Stotzheim, Erftstadt-Niederberg, Kerpen-Mödrath und Kerpen-Manheim-neu. Gewonnen hat Königshoven. Zweiter wurde Manheim-neu. Auf Platz drei schafften es Stotzheim und Mödrath.

„Es war sehr interessant“, sagte Kreisdezernent Berthold Rothe, der die zwölf Mitglieder der Bewertungskommission begleitet hat. Jeder Ort habe seinen eigenen Charme und Charakter. Beeindruckt sei die Jury von den harmonisch ins Landschaftsbild eingebetteten Ortschaften, den intakten Dorfgemeinschaften, den vielen Vereinen und deren generationsübergreifenden Angeboten.

Angemeldeter Besuch

Die Kommission setzte sich zusammen aus Mitgliedern der Fraktionen des Kreistags, des Landschaftsbeirates, der Landwirtschaftskammer, des Landfrauenverbands, des Arbeitskreises Frauen machen Stadtplanung Frechen, des Kreisverbandes Gartenbau Köln-Rhein-Erft-Kreis, des Vereins Rhein-Erft-Tourismus und des Kreissportbundes.

Die Preisrichter kamen keineswegs unangemeldet. Dorfgemeinschaftsvorsitzende oder Ortsbürgermeister erwarteten sie. Eine Stunde blieb ihnen dann, um dem Gremium die Besonderheiten im Ort vorzustellen. „Da muss man sich schon Notizen machen“, sagte Daniel Demel, Vertreter des Kreisverbandes Gartenbau. Und das taten er und alle anderen Mitglieder der Kommission fleißig. Die Schwerpunkte standen fest: Konzeptionen zur Entwicklung, wirtschaftliche Entwicklungen und Initiativen, soziales und kulturelles Leben, Baugestaltung und Entwicklung sowie Grüngestaltung und Dorf in der Landschaft.

In Königshoven wurde die Kommission musikalisch empfangen. „Aber das floss nicht in die Bewertung ein“, so Rothe. Das soziale Leben im Ort jedoch überzeugte genauso wie die neue klimafreundliche Siedlung.

In Stotzheim beeindruckten das gepflegte Erscheinungsbild und die Innenentwicklung des Ortes. Wie Ortsbürgermeister Hermann-Josef Schmitz erklärte, habe man es sogar geschafft, dass die kassenärztlichen Vereinigung eine zusätzliche Hausarztstelle bewilligt habe.

Die Kommission lobte besonders das Engagement der Dorfgemeinschaft in Manheim-neu. Wie Ortsvorsteherin Lonie Lambertz erzählte, seien alle 29 Vereine und Gruppierungen trotz der Umsiedlung erhalten geblieben.

Auch das Konzept der Ortschaft Niederberg kam an, das mit fünf Vereinen und knapp 230 Haushalten bis heute sein eigenes Kino und ein großes Gemeindehaus hat. Dort berichtete Ortsbürgermeister Klaus Bruske, dass dank privater Bemühungen im Ort wahrscheinlich in Kürze ein Glasfasernetz mit bis zu 400 MBit installiert werde. Viel Lob gab es aber auch für den Hochwasserschutzdamm und für die landschaftliche Gestaltung des Ortes, der in die Rothbachauen eingebettet ist.

Heimische Gehölze

Die Jury hatte ein besonderes Augenmerk auf Grünflächen und Vorgärten. „Dabei achten wir auch auf heimische Gehölze“, erklärte Demel. Ihm gefiel, dass manchen Häusern spezielle Nisthilfen für Schwalben angebracht waren.

Auch in Sielsdorf überzeugten die landschaftliche Gestaltung, der freigelegte Bachlauf, das Biotop, in dem auch seltene Tiere ein zu Hause haben, und die schnelle Fahrradanbindung nach Gleuel. „Hier könnte der Hahnwald von Hürth entstehen“, pries Ortsbürgermeister Otto Winkelhag das Dorf, das zusammen mit Stotzheim acht Vereine hat.

Die Preise

Königshoven gewann den ersten Preis in dem Wettbewerb. In dem Ort wurde vor einigen Monaten ein Gedenkstein eingeweiht.

Bedburg-Königshoven erhält für den ersten Platz 1500 Euro und wird für den Landeswettbewerb vorgeschlagen. Kerpen-Manheim-neu erhielt für Platz zwei 1000 Euro. Die Jury will den Ort für eine besondere Würdigung auf Landesebene vorschlagen. Hürth-Stotzheim und Kerpen-Mödrath erhalten jeweils 800 Euro, Bergheim-Glesch und Pulheim-Dansweiler jeweils 600 Euro.

Für besondere Leistungen unter anderem in der landschaftlichen Einbindung werden Hürth-Sielsdorf und Erftstadt-Niederberg mit jeweils 450 Euro ausgezeichnet, Bedburg-Pütz bekommt 300 Euro. (mkl)

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