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Ermittlungen gegen KrankenschwesterBedburger stirbt in Neusser Krankenhaus

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LukaskrankenhausNeuss

Das Lukaskrankehaus in Neuss

Bedburg/Neuss – Polizei und Staatsanwaltschaft in Düsseldorf ermitteln im Fall des Todes eines 52 Jahre alten Bedburgers. Der Mann war am 2. Februar auf der Intensivstation des Lukas-Krankenhauses in Neuss gestorben.

Eine 39-jährige Krankenschwester steht unter Verdacht, den Tod des Bedburgers „durch eine weisungswidrige Reduzierung der ärztlich angeordneten Dosierung eines lebensnotwendigen Medikamentes“ verursacht zu haben, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Neuss: Krankenschwester soll Tat eingeräumt haben

Die Krankenschwester soll die Tat gegenüber Angestellten des Krankenhauses eingeräumt haben. Das Krankenhaus stellte die Frau frei, sie wurde drei Tage nach dem Tod des Mannes, der in Bedburg eine Kfz-Werkstatt betrieb, von der Polizei festgenommen. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen. Der Haftbefehl wurde jedoch am selben Tag unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. „Die Beschuldigte muss sich mehrmals in der Woche bei der Polizei melden“, sagt der zuständige Staatsanwalt Markus Klein.

Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft war der Mann lebensbedrohlich erkrankt. „Derzeit ist ungeklärt, ob der 52-Jährige bei einer Medikamentenverabreichung gemäß der ärztlichen Anweisung überlebt oder einen messbaren Zeitraum länger gelebt hätte.“

Gab es weitere Fälle im Lukas-Krankenhaus in Neuss?

Die Ermittlungen führt eine Mordkommission unter Leitung des Polizeipräsidiums Düsseldorf. Die Krankenschwester schweigt derzeit zu den Vorwürfen.

Die Ermittler prüfen nach Angaben von Staatsanwalt Klein nun weitere Todesfälle im Lukas-Krankenhaus. Im Fokus der Mordkommission sind dabei Fälle der vergangenen anderthalb Jahre, in denen die Krankenschwester Patienten unmittelbar vor deren Tod versorgt hatte. Dabei wird auch ein Fall aus dem Jahr 2019 untersucht, bei dem ein schwer vorerkrankter Patient auf der Intensivstation des Krankenhauses in einen lebensbedrohlichen Zustand geraten war, nachdem ihm eine unbekannte Person ein nicht benötigtes Medikament verabreicht hatte.

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„Die Krankenschwester war auch in diesem Verfahren eine der Tatverdächtigen“, heißt es in der Pressemitteilung. Der Verdacht ließ sich jedoch nicht erhärten, das Verfahren wurde eingestellt. „Es wird nun geprüft, ob die Ermittlungen gegen die Beschuldigte in diesem Verfahren aufgrund der neuen Erkenntnisse aus dem aktuellen Verfahren wieder aufgenommen werden.“