Auf dem Kreisparteitag in Bedburg stellten die Kandidaten ihre Kernthemen vor. Dazu zählen unter anderem Gesundheit und Schulpolitik.
Landtagswahl 2027 SPD nominiert Direktkandidaten aus dem Rhein-Erft-Kreis

Die drei Direktkandidaten der SPD für die kommende Landtagswahl freuen sich zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Helge Herrwegen über das Votum der Delegierten: Jonas Boehnke, Marcella Venghaus und Andreas Nagel (von links).
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Auf einem Kreisparteitag mit drei Wahlkreiskonferenzen hat die SPD in Bedburg ihre drei Direktkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt sowie fünf Delegierte für die Landesdelegiertenkonferenz gekürt, auf der die Listenplätze vergeben werden.
Alle drei Direktkandidaten sind relativ jung: Jonas Boehnke aus Bedburg, der den Wahlkreis 5 (Bedburg, Bergheim, Elsdorf, Pulheim) vertreten wird, ist 29 Jahre alt. Marcella Venghaus aus Brühl (Wahlkreis 6: Brühl, Erftstadt, Wesseling und der südlichen Teil Kerpens) ist 31 und Andreas Nagel aus Kerpen (Wahlkreis 7, Frechen, Hürth und der nördlichen Teil Kerpens) 37 Jahre alt.
Rhein-Erft-Kreis: Kandidat zweifelte selbst an der SPD
Jonas Boehnke sprach Zweifel an, ob die Gesamtpartei noch den Mut und die Kraft habe, für ihre Werte einzustehen. Im Ortsverband habe er jedoch erfahren, dass Werte wie Gerechtigkeit und Solidarität gelebt werden.
Als Rettungssanitäter erfahre er täglich, wie sehr die Strukturen überlastet seien und die Kollegen am Limit arbeiteten. Deshalb sei Gesundheitspolitik eines der Themen, für die er sich neben Digitalisierung und Bildung im Landtag engagieren wolle. Krankenhäuser müssten sich am Menschen orientieren und nicht nur am Wirtschaftlichen, betonte er.
SPD-Kandidtin Marcella Venghaus hat den Fokus auf Bildung
Marcella Venghaus arbeitet als Gesamtschullehrerin. Ihr ist die Schulpolitik ein besonderes Anliegen. Sie will sich für ein Schulsystem einsetzen, das nicht nur Wissen vermittelt. Es müsse Kindern und Jugendlichen Orientierung geben, damit sie sich in der Welt zurechtfinden, und sie zu kritisch denkenden Menschen erziehen, die in der Lage sind, Informationen richtig einzuordnen und digitale Mittel als Werkzeuge zu nutzen.
Aber auch ganz konkrete Vorschläge präsentierte sie in ihrer Rede: Ein kostloses Schulmittagessen für alle, ein verlässlicher Ganztag mit individueller und inklusiver Förderung und Radschnellwege, die nicht nur den Berufsverkehr entlasten können, sondern für Jugendliche wichtig seien.
Andreas Nagel setzte sich gegen Nadine Eilenberger durch
Andreas Nagel war der einzige, der mit Nadine Eilenberger eine Gegenkandidatin hatte und sich mit 55 gegen 34 Stimmen in seiner Wahlkreiskonferenz gegen sie durchsetzte. Er betonte, dass Politik daran gemessen werde, ob der Alltag der Menschen funktioniere. Bei Kita-Schließungen wegen Personalmangel, maroden Schulgebäuden, unzureichendem ÖPNV oder dem Verschleppen und Behindern von neuen Gewerbegebieten sei das nicht der Fall.
Er forderte, dass die Kommunen einen höheren Anteil an den allgemeinen Steuern bekommen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können und erinnerte daran, dass Erbschafts- und Vermögenssteuern den Ländern zugutekämen. In Bezug auf den kommenden Wahlkampf sagte er: „Wir dürfen keine Angst vor Kontroversen haben, sondern müssen mit klarer Haltung zeigen, wofür wir stehen.“
Als Delegierte für die Landesdelegiertenkonferenz wählten die anwesenden Mitglieder Helge Herrwegen (61 von 113 gültigen Stimmen), Jonas Boehnke (49 Stimmen), Andreas Nagel und Marcella Venghaus (je 46) sowie Andrea Kanonenberg (44).
