Erftstadt – Monika Hallstein ist die neue Technische Beigeordnete der Stadt Erftstadt. Das Stadtrat wählte die 45-jährige Kölnerin in seiner Sitzung am gestrigen Abend einstimmig. Zudem wurde der 33-jährige Jurist David Lüngen aus Mettmann einstimmig zum Ersten Beigeordneten der Stadt Erftstadt gewählt. Die noch zu besetzende Stelle des Kämmerers wird hingegen neu ausgeschrieben.
Im Rennen um die Stelle des Technischen Beigeordneten war das Feld besonders dicht. Die SPD hatte das Vorschlagsrecht für die Position – und die Sozialdemokraten hatten es nicht leicht damit. Grund: Drei Bewerber kamen in die engere Auswahl, und ihre Qualifikationen waren so hochwertig, dass sich alle Personalausschussmitglieder aller Parteien sehr beeindruckt davon zeigten. Um herauszufiltern, wer unter diesen drei Bewerben letztlich um eine Nasenspitze weiter vorne liegen könnte, luden die Sozialdemokraten die Kandidaten in die Fraktion ein. Am späten Montagabend stand fest: Monika Hallstein konnte sich in den Gesprächen von ihren Mitbewerben absetzen.
Die Kölnerin ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Seit April 2010 arbeitet sie in der Kölner Stadtverwaltung für den Bereich Stadtplanung. Dort ist sie unter anderem zuständig für die Teamleitung der Projektgruppe Innenstadt . Sie zeichnet auch für die Fortschreibung des Kölner Flächennutzungsplans verantwortlich.
Die Qualifikation, die letztendlich den Ausschlag für Monika Hallstein gab, benennt Bernd Bohlen, Fraktionsvorsitzender der SPD, so: „Große Führungserfahrung.“ „Frau Hallstein konnte uns genaue Vorstellungen davon vermitteln, wie sie die Stelle in Erftstadt ausfüllen möchte. Sie wusste sehr gut über Erftstädter Probleme Bescheid. Besonders scheint sie sich intensiv mit den Zuständen in Liblar beschäftigt zu haben: mit der Problematik der ehemaligen Geschäftsmeile Carl-Schurz-Straße und dem benachbarten Erftstadt-Center. Vor allem hat sie aber glaubhaft vertreten, dass sie das über die Jahre ausgeuferte Eigenleben in den Ämtern des technischen Bereichs unter ihrer Führung wieder in geordnete Bahnen lenken kann“, erklärt Bohlen die Personalentscheidung.
Am Montagabend war in der CDU-Fraktion zudem die Entscheidung gefallen, David Lüngen für die Position des Ersten Beigeordneten in Erftstadt vorzuschlagen. Für diese Position hatten die Christdemokraten das Vorschlagsrecht. Der 33-jährige Jurist beeindruckte die Ratsmitglieder der Union schon früh im Laufe des Vorstellungsverfahrens mit seiner Verwaltungserfahrung und mit seinem reichen Erfahrungsschatz als ehrenamtlicher Politiker auf Stadt und Kreisebene. Gerade das war für die CDU von großer Wichtigkeit: dass Lüngen – bisher selbst aktiver Politiker – versteht, wie eine Fraktion arbeiten muss. So erhoffen sich die Christdemokraten für ihre Belange im künftigen Arbeitsbereich des neuen Dezernenten ein direktes Durchdringen mit ihren Anliegen.
Suche nach Kämmerer geht weiter
Nicht abgeschlossen werden konnte in der Ratssitzung am Dienstagabend das Bewerbungsverfahren für den neuen Kämmerer als Beigeordneter. Das Vorschlagsrecht liegt dafür bei der FDP. Doch in der ersten Bewerbungsrunde konnte kein geeigneter Kandidat gefunden werden. Weil die Stelle nicht einfach zu besetzen sei, schlug die FDP vor, einen Spezialisten damit zu betrauen, der geeignete Kandidaten findet und sie notfalls abwirbt, ein sogenannter „Headhunter“.
Doch der Vorschlag wurde von SPD, CDU und den Grünen rundweg abgelehnt. Die Fraktionen im Rat einigten sich hingegen darauf, die Stelle für einen Kämmerer in der Stadtverwaltung Erftstadt neu auszuschreiben. Ziel soll dabei sein, bis zu einer Ratssitzung vor der Kommunalwahl im Mai 2014 einen geeigneten Bewerber zu finden.
