Schaden von vor neun MonatenSchimmel legt Arbeit im Bergheimer Integrationsbüro lahm

Iris Strohmeier vom Integrationsbüro zeigt auf die Spuren des Wasserschadens. Von der Decke hängt ein Brett herunter.
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Bergheim – Ein Brett aus der mit Holz abgehängten Decke biegt sich nach unten durch, an der weißen Wand deuten dunkle Schlieren darauf hin, dass eine Flüssigkeit vom oberen Geschoss herabgeflossen ist. Die Spuren des Wasserschadens im Integrationsbüro sind noch deutlich zu sehen – obwohl der Schaden nach Angaben der Stadtverwaltung vor nun schon fast neun Monaten entstanden ist.
„Da der Vermieter und Eigentümer des Gebäudekomplexes sich trotz erfolgter Mietminderung, Einschaltung eines Fachanwalts für Mietrecht und mehrfacher schriftlicher Aufforderung bis heute nicht um die Beseitigung des Schadens gekümmert hat, wird die Kreisstadt Bergheim den entstandenen Schaden mit eigenen Mitteln noch in diesem Monat beseitigen“, teilt die Verwaltung mit.
Frauensport, Kochprojekte und Kurse mit Kindern entfallen
Im Integrationsbüro finden unter der Leitung von Ehrenamtlern Kurse und Veranstaltungen statt, etwa Sprachkurse mit Kinderbetreuung oder ein Frauenfrühstück. Doch wegen des Wasserschadens musste das Herzstück des Integrationsbüros an der Otto-Hahn-Straße, der Gruppenraum, geschlossen werden. „An der Decke hat sich Schimmel gebildet“, sagt Iris Strohmeier vom Integrationsbüro. So müssten der Frauensport, Kochprojekte und alle Kurse mit Kindern ausfallen. „Dieser Raum ist nicht wirklich zu nutzen.“
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In der Verwaltung ist der Unmut groß. Das sei eine „erhebliche Einschränkung“ für das in Zieverich so wichtige Kultur- und Begegnungszentrum. „Weitere langwierige rechtliche Verfahren helfen der Integrationsarbeit nicht weiter, sie bremsen sie nur aus“, sagt Bürgermeister Volker Mießeler. „Ich lasse nicht zu, dass die wertvolle ehrenamtliche Arbeit vor Ort länger beeinträchtigt wird, also packen wir es selbst an.“
Eigentümer sieht ein, dass Folgeschäden nicht beseitigt wurden
Beim Eigentümer, der Düsseldorfer Wohnungsgesellschaft LEG, herrscht reumütige Einsicht. „Es ist in der Tat zutreffend, dass wir nur einen Teil der notwendigen Arbeiten erledigt haben“, sagt Pressesprecher Mischa Lenz. Die Räume seien getrocknet, die Folgeschäden aber nicht beseitigt worden. Man habe sich ausdrücklich bei der Stadt entschuldigt.
„Wir bedauern den unglücklichen Verlauf, das entspricht nicht unseren Qualitätsansprüchen.“ Missverständnisse in der Abstimmung mit einem Dienstleister hätten zu den Verzögerungen geführt. Bis Ende Mai soll die Renovierung des Raums abgeschlossen sein.


