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Bildung in BergheimNeuer Schulleiter will Schülerparlament einführen

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Bergheim-Oberaußem – Nicht nur die 65 Erstklässler der verbundenen Grundschulen in Oberaußem und Glesch waren zum Schulstart nervös. Auch für Dr. Marcel Klaas fing mit dem ersten Schulgong ein neues Kapitel an: Der 44-Jährige ist nun Schulleiter des Grundschulverbunds aus der Oberaußemer Fortunaschule und der Glescher Hermann-Gmeiner-Schule.

Zwei Jahre lang war die Schulleiterstelle vakant. Nachdem die bisherige Rektorin Eltrude Cichon in den Ruhestand gegangen war, gab es einer kommissarische Schulleitung. Drei Lehrerinnen (Monika Erken, Ruth Görtz und Petra van Pey-Effertz) teilten sich die Aufgaben, bis nun Klaas seinen Dienst antrat.

„Die Kolleginnen stehen mir auch weiterhin zur Seite, darüber bin ich sehr froh“, sagt Klaas, der in Grundschulpädagogik promoviert hat. Die Unterstützung sei auch deshalb wertvoll, weil die Konrektorenstelle nicht besetzt sei.

Klaas stammt aus Köln, hat dort studiert und lebt auch in der Domstadt. Trotz seiner Heimatverbundenheit ist er schon viel herumgekommen. Als Lehrer hat er bereits in Leverkusen, im Kreis Neuss und in Mönchengladbach gearbeitet, auch im Rhein-Erft-Kreis war er schon tätig. Er war Lehrer an der Geschwister-Stern-Schule in Bedburg-Kirchherten und zuletzt an der Barbaraschule in Pulheim.

Freiraum für die Schüler

„Die Barbaraschule ist sehr eng mitten in die Stadt gebaut, sodass sich die Kinder kaum bewegen können“, berichtet Klaas. Das sei in Oberaußem anders. „Es gibt viele Spielflächen, die Kinder haben Freiraum – das ist mir wichtig.“

Eine Herausforderung werde die Arbeit im Grundschulverbund Oberaußem-Glesch, zu dem 303 Schulkinder gehören. „Die Entfernung zwischen den Schulen ist sehr groß, da kann ich nicht einfach in der Pause mal hin- und herfahren“, sagt Klaas. Drei Tage in der Woche wolle er daher in Oberaußem an der Schule sein, mittwochs und freitags in Glesch. Auf die neue Aufgabe freue er sich aber. „Ich habe mir immer schon gern überlegt, wie sich eine Schule entwickeln soll“, sagt Klaas.

Die beiden Schulen wolle er nicht komplett umkrempeln. „Ich habe vieles vorgefunden, was sehr gut funktioniert“, sagt Marcel Klaas. Was er aber anstoßen wolle, seien Teilhabeprozesse. So soll es ein Schülerparlament geben, in dem die Grundschüler „über einige Dinge entscheiden“ könnten, kündigt Klaas an. „Ich will den Schülern Gehör verschaffen und nehme so auch junge Kinder sehr ernst.“

Wichtig sei ihm ein solches Parlament auch deshalb, weil er als Schulleiter nun viel weniger unterrichte. „Vielleicht sitze ich deswegen auch irgendwie in einem Elfenbeinturm“, sagt Klaas. Die Umstellung vom unterrichtenden Lehrer zum Schulleiter sei jedenfalls „krass“.

www.grundschulverbund-oberaussem-glesch.de