Brühl – Ihr Ursprung geht zurück ins 18. Jahrhundert, und in ihrer wechselvollen Geschichte hat sie einiges miterlebt. Mehrfach wurde sie an einem anderen Standort neu errichtet. Erst seit 100 Jahren steht sie an ihrem heutigen Platz im Wald nahe der Autobahn 553 und der Landstraße 194: die Birkhof-Kapelle. Ihr 100-jähriges Bestehen sind für die katholische Kirche in Brühl und die Dorfgemeinschaft Badorf-Eckdorf Grund genug, um am Sonntag, 24. Juni, zu einem Fest rund um das Gotteshaus einzuladen.
Zum Ursprung der ersten Kapelle gibt es mehrere spannende Geschichten. Nach einer Sage soll ein Jäger im Wald ein Muttergottesbild gefunden und dieses mit nach Hause genommen haben. Am nächsten Tag war es verschwunden, und er fand es wieder am Fundort im Wald. Dieser Ablauf wiederholte sich noch zweimal. Daraufhin soll der hinzugezogene Pastor ihm geraten haben, an der Stelle, an der er das Muttergottesbild entdeckt hatte, ein Heiligenhäuschen zu errichten. Nach einer anderen Darstellung entdeckten Waldarbeiter in der Maserung einer Buche die Umrisse des Deutschordenskreuzes.
Kurfürst Clemens August, der ein Jahr zuvor zum Hochmeister des deutschen Ritterordens gewählt worden war, soll daraufhin 1733 selbst den Bau einer Kapelle in Auftrag gegeben haben. 1737 wurde dann ein Gebäude für einen Einsiedler (Eremitage) errichtet. Der Kurfürst soll sich auch immer wieder einmal dorthin zurückgezogen haben. 1862 musste die Kapelle Rodungsarbeiten weichen. Etwa 500 Meter von der heutigen Kapelle entfernt entstand ein einfacher Holzbau. Der musste dann 50 Jahre später dem Braunkohleabbau Platz machen. Das Braunkohlen- und Brikettwerk Berggeist AG errichtete am Birkhof das heutige Gotteshaus aus Backstein mit einem kleinen Vorbau. Im Zweiten Weltkrieg war die Kapelle eine oft besuchte Gebetsstätte. Bei Kämpfen wurde das Gotteshaus stark beschädigt. Kurz nach Kriegsende wurde das Gebäude notdürftig in Stand gesetzt.
Eine Pieta des Brühler Bildhauers Wilhelm Tophinke aus Nussbaumholz wurde 1952 aufgestellt. In den 1970er Jahren wurde die kleine Kapelle auf Initiative des katholischen Männerwerks saniert und der Garten angelegt. Bis 1966 war das Gotteshaus auch Ziel der Bußwallfahrt der katholischen Männer. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf der Straße wurde die Wallfahrt aber verlegt. Erst seit 1991 führt der Bußgang wieder zum Birkhof. Die Pieta wird seit 1981 an jedem ersten Sonntag im Mai vor der Kapelle aufgestellt. Die katholischen Männer kämpften auch dafür, dass die Kapelle nicht der Trasse der Autobahn 553 weichen musste.
