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Christopher Street DayKunterbunte Demonstration für die Liebe in Brühl

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Zu sehen sind drei junge Frauen mit bunten Pappschildern.

Auf Arabisch verkündeten die beiden saudi-arabischen Schwestern mit ihrer Freundin „Liebe kennt keinen Hass“  und „Liebe gewinnt“.

Rund 700 Menschen feierten bei der Parade des Vereins Pride Brühl. Die Polizei spricht von bilderbuchmäßiger Veranstaltung.

Hunderte Menschen standen Spalier. Einige hatten sich in schillernde Kleider gehüllt. Andere hielten bunte Luftballons in die Höhe und Fahnen, die in den Regenbogenfarben leuchteten. Und mit Applaus honorierten sie die Menschen im Demonstrationszug, die die Brühler Vielfalt feierten und hochleben ließen. Zum dritten Mal hatte der Verein Pride Brühl am Samstag (29. August) zum Brühler Christopher Street Day eingeladen – mit Bühnenprogramm und Protestzug. Es war eine friedliche und, wie die Polizei sagte, sogar „bilderbuchmäßige“ Veranstaltung, bei der in Spitzenzeiten etwa 700 Menschen mitfeierten.

Vor dem Rathaus flatterte die bunte Regenbogenflagge. Die Stadt schillerte bunt und lebensfroh. Mehrere Initiativen, Vereine und Organisationen hatten ihre Informationsstände am Rathausplatz aufgestellt, um Passanten und Interessenten über die queeren Angebote in Brühl und im Rhein-Erft-Kreis zu informieren.

Brühl: Aufwendig geschminkte Menschen in der Innenstadt

So wie Ripley Myers hatten sich viele Menschen phantasievoll, teils auch flippig gekleidet und aufwendig geschminkt. „Heute machen wir Brühl bunt und schön“, ließ Myers die Menschen in der Brühler Innenstadt wissen. Sie begrüßte auch die auf dem Rathausplatz versteckten AfD-Anhänger. „Ich freue mich schon auf eure Hasskommentare“, sagte sie. Bezogen auf den CSD erklärte sie auch: „Wir machen das heute so, dass die AfD auf jeden Fall etwas dagegen haben wird.“

Bei ihrer Begrüßung erinnerte sie aber auch an die eigentliche Botschaft dieses CSD. Entsprechend war auch das Motto gewählt: „Schön hier, aber geht das auch queer?“ Myer sagte dazu: „Der CSD ist ein Protest – eine Demonstration.“ Und: „Wir machen das hier nicht nur für uns, sondern auch für die nachfolgenden Generationen.“

Organisator Tom Golzen vom Vorstand des Pride Brühl brachte es auf den Punkt. „Auch wenn es hier so nett, locker und bunt und schön ist, der CSD ist eine politische Demonstration“, betonte er. Es gehe dabei nicht nur um Akzeptanz. „Wir müssen sichtbar sein und gehört werden“, erklärte er. Nicht nur er habe das Gefühl, dass sich das politische und gesellschaftliche Klima zurzeit nicht zum Besseren verändere.

In Brühl scheint das jedoch ganz anders. Aus Solidarität hatten sich viele Privatleute, aber auch Brühler Vereine und Institutionen dem Demo-Zug angeschlossen. Die beiden Teenager Tilda und Ida waren extra aus dem Vorgebirge gekommen. „Uns ist es wichtig, dafür einzustehen, dass sich die Menschen nicht schämen müssen für das, was sie fühlen und wen sie lieben“, erklärten sie.

Zu sehen sind Menschen mit bunten Accessoires in der Brühler Innenstadt.

Aus Solidarität hatten sich viele Brühler Vereine und Gruppen dem CSD-Umzug angeschlossen.

„Das ist ein wichtiges Fest, das mit dazu beiträgt, dass Menschen aller Art zusammenkommen, auch um die Vielfalt und die Demokratie zu feiern“, erklärte die Roisdorfer Künstlerin Charlène de Verre. „Das Recht eines jeden, zu leben und zu lieben, wie er will, muss verteidigt werden“, betonte auch Susanne Bourier die mit der Gruppierung „Gemeinsam für Brühl“ am CSD teilnahm. „Auch unser Stadtteil ist bunt“, ließ die Ortsgemeinschaft Brühl-Ost die Gastgeber und Zuschauer wissen.

„Uns geht es darum, Solidarität zu zeigen, wir stehen aber auch ein für Zusammenhalt, Demokratie und Gemeinschaft“, erklärte Patricia Baczyk. Auch sie hatte sich für den CSD viel Mühe mit ihrem Outfit gegeben. Andere schienen regelrecht verwandelt – um zu gefallen, schön zu sein, aber auch, um in ihrer Aufmachung aufzufallen. Viele Teilnehmer lenkten den Schwerpunkt aber auch ganz bewusst auf ihre Plakate und hielten ihre Botschaft an Brühl und die Welt in die Höhe.

Zu sehen sind bunt gekleidete Menschen in der Brühler Innenstadt.

„Omas gegen Rechts“ waren auch mit dabei.

Zwei Schwestern aus Saudi-Arabien verkündeten auf Plakaten sogar in arabischer Sprache: „Liebe kennt keinen Hass“ und „Die Liebe gewinnt“. Ganz anders war der Appell einer Gruppe als „bunte Hunde“ kostümierter Menschen: „Lieber ein bunter Hund als ein blau-brauner Fascho“, stand auf ihrem Schild. Auf ihren Transparenten teilten andere Demonstranten mit: „Wir wollen deine Kinder nicht trans machen – wir wollen, dass Trans-Kinder überleben.“