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Serie LadenLokalSo erfolgreich beraten die Wohnexperten in Brühl ihre Kunden

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Auf dem Bild sind zwei Männer und zwei Frauen vor einem Regal mit Stoffmustern zu sehen, die Bücher mit Stoffproben präsentieren.

Rund um den Gründer des Geschäftes, Hans Zündorf, agieren sein Sohn Pierre (l.), die Angestellte Elke Trimborn und Tochter Bernadette Zündorf (r.).

Von der Tapete bis zur Dekoration gibt es im Heimdekor Fachmarkt Zündorf unzählige Artikel. Der Familienbetrieb wurde 1978 gegründet. 

Eine mattierte Folie auf dem Glas ihres Fensters soll den Raum vor neugierigen Blicken schützen, wünscht sich Rebecca Acheampong. Fündig wird sie beim Heimdekor Fachmarkt Zündorf. Nicht zum ersten Mal finde sie hier Lösungen in Wohnfragen: „Es sind nette Leute, die immer da sind, wenn wir Hilfe brauchen.“

Am Metermaß schneidet Bernadette Zündorf, die Tochter des Inhabers Hans Zündorf, die selbstklebende Folie auf die gewünschte Länge. In einem Slogan an der Ladenfassade beschreibt das Familienunternehmen sein Geschäftsmodell: „Beratung ist mehr als Auskunft“.

Gespräche sind vor jedem Auftrag wichtig

Längere Gespräche führt Hans Zündorf am liebsten am Tisch der komfortablen Mitarbeiterküche bei einer Tasse Kaffee. Wenn es um Raumausstattung gehe, sei das Gespräch vor jedem Auftrag unverzichtbarer Bestandteil ihrer Arbeit. Bis ins Detail bespreche man die geplanten Maßnahmen und Kosten – auch bei einem Kundenbesuch vor Ort.

Der Auftrag eines Paares, das sich ein neues Wohnzimmer wünsche, sei ein Klassiker. Von der Decke über die Wandgestaltung, der Verlegung von Teppichböden, PVC, Linoleum, Vinyl bis hin zum aufwendigen Holzparkett und der Fensterdekoration mit Gardinen, leisteten sie mit achteinhalb Mitarbeitern „alles aus einer Hand“, erklärt Hans Zündorf.

Auf dem Bild sind Bodenläge an einem Paternoster zu sehen.

Bodenbeläge am Meter und zum sofortigen Mitnehmen gibt es an insgesamt zehn Paternoster im Geschäft an der Kurfürstenstraße.

Dabei lege er Wert auf Ehrlichkeit und Verbindlichkeit, denn nur zufriedene Kunden würden einen weiterempfehlen, so funktioniere sein Geschäft schon viele Jahrzehnte und das zu „reellen Preisen“. Neben Privatkunden erhalte er Aufträge von Einzelhandelsketten, Architekten, Baugesellschaften und Industriefirmen.

In einem kleinen Laden ohne Kapital angefangen

In einem kleinen Laden für Farben und Tapeten in der Schützenstraße habe er 1978 ohne Kapital angefangen, nachdem er als Malermeister jahrelang im Verkauf eines Geschäftes für Farben und Lacke gearbeitet habe, erinnert sich der gebürtige Eckdorfer. Später sei er in einen größeren Laden in der Engeldorfer Straße gezogen. Seine Frau Marlene habe damals die Bücher geführt, heute sei das Aufgabe der Tochter Bernadette, auch sein Sohn Pierre arbeite im heutigen Laden mit.

Im ehemaligen Supermarkt Minimal habe die Familie seit 2009 auf 800 Quadratmetern Ladenfläche und beinah noch mal soviel Lagerfläche ausreichend Raum gefunden. Er selbst betreue die Außenarbeiten, messe aus, schreibe Angebote, schildert der rüstige 85-Jährige seine Aufgaben.

Brühl: Die wachsende Bürokratie macht der Unternehmerfamilie zu schaffen

Flauten habe er im Geschäftsleben auch immer wieder erlebt, „die gehen vorbei“. Schwieriger sei dagegen der Umgang mit der ständig anwachsenden Bürokratie, immer neue Auflagen gebe es zu beachten. Davon erzählt auch Tochter Bernadette, teure und komplizierte Programme seien für die verlangte E-Rechnung notwendig, dafür müsse sie jedes noch so kleine Schräubchen ins Programm einlesen, hunderttausende Artikel. Dazu kämen zeitaufwendige Arbeitszeitlisten, obwohl die Mitarbeiterinnen zu festen Öffnungszeiten beschäftigt seien.

Erst kürzlich habe sie eine empfindliche Geldstrafe für die Beanstandung eines fehlenden Gefahrenhinweises zahlen müssen, ein tastbarer Aufkleber für Sehbehinderte an einer Sprühflasche. Die Flasche habe der Hersteller ohne Aufkleber geliefert, sie habe dafür haften müssen. Für die Entsorgung von zehn Sprühflaschen habe man ein Entsorgungszertifikat angemahnt.

Am Brühler Schadstoffmobil habe ihr das keiner ausstellen können, als Gewerbetreibende solle sie sich an eine Fachfirma wenden. Für eine Entsorgungsfachfirma sei die Menge aber zu klein gewesen. Nach drei Wochen hin und her habe sie die zehn Flaschen doch noch bei einer städtischen Entsorgungsstelle abgeben können, ein Foto an der Abgabestelle habe der Behörde dann als Nachweis gereicht. Das war ein Schildbürgerstreich an der Grenze zur Schikane, findet sie.


Für Selbstrenovierer führt der Heimdekor-Fachmarkt Zündorf an der Brühler Kurfürstenstraße 33 eine große Auswahl an Tapeten, Farben aus der Farbmischmaschine, Teppichböden und PVC als Meterware, Vinylböden, Laminat und Holzparkett inklusive der nötigen Verarbeitungsmaterialen. Außerdem gibt es Gardinen, Sonnenschutz, Folien und Dekoartikel.

Die Zündorf-GmbH bietet ihre Dienste als Raumausstatter an, sowie die Reinigung von Teppichböden. Im Dekofachmarkt findet sich eine Paketdienstfiliale der GLS und DPD. Ein Parkplatz steht für Kunden zur Verfügung. Telefonisch ist Zündorf unter 02232 42884 zu erreichen, per E-Mail. (otr)