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DenkmalpflegeLiebhaber-Objekt mit Tradition

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Als herausragendes Beispiel  der Gründerzeit-Architektur in Frechen gilt die denkmalgeschützte Gaststätte Einsteins, die   jetzt liebevoll saniert wurde. Auch das „Biermännchen“, um 1927 entstanden,  erstrahlt ebenso wie die Fassade in neuem Glanz.

Frechen – Im Herbst wird zum zweiten Mal der mit 7000 Euro dotierte Rheinische Preis für Denkmalpflege verliehen. Die vom Land NRW gestiftete Auszeichnung würdigt Menschen, die ein Denkmal auf beispielhafte Weise saniert haben. Unter den 55 Bewerbern sind fünf aus dem Rhein-Erft-Kreis. Die Rundschau hat sie besucht und stellt die Besitzer und ihre Häuser vor.

Die Gaststätte „Einsteins“ prägt seit über 150 Jahren das Frechener Stadtbild. Die denkmalgeschützte Eckkneipe an der Grenze zwischen Ober- und Unterstadt gilt als herausragendes Beispiel der Gründerzeit-Architektur in Frechen.

1859 entstand das Backsteingebäude zur Hauptstraße, in dem einst eine Bäckerei ansässig war; 1898 wurde zur Mühlengasse hin ein Gebäudeteil angebaut, der seit 1907 eine Kneipe beherbergt. Die durchlaufenden Friese dienen der Fassadengestaltung; besonders auffallend ist der Mosaikfries zwischen Erdgeschoss und erster Etage.

„Biermännchen“ in der Fensternische

Ein vertrauter Anblick für viele Frechener ist auch das „Biermännchen“, ein Beispiel „Ooms’scher“ Keramik, das in einer Fensternische des Giebels ihren Platz hat. Um 1927 ist die einen Meter hohe Figur eines Jungen mit Bierkrug vermutlich entstanden, die 2011 auf Initiative von Jürgen Gruner restauriert wurde.

Gruner hat das Haus 2010 gekauft und bereits umfangreiche Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. „Das Dach war marode und in der Hauswand gab es zahlreiche lose Ziegel“, berichtet der gebürtige Frechener, der inzwischen alleine 20 000 Euro in die Sanierung der Fassade investiert hat. „Ich möchte das Haus erhalten, die Patina aber soll bleiben“, erklärt er. Das gilt für die Vorderfront des Hauses, an der der neue Besitzer die Mosaikfriese restaurieren ließ und demnächst neue Fenster einbauen lassen wird. Das Dach wurde vollständig erneuert und mit Gauben versehen.

Auf der Rückfront bietet sich indes ein völlig anderes Bild: hier wurde die Fassade durch große Fensterflächen geöffnet, damit viel Licht in die im ersten und zweiten Obergeschoss entstandenen modernen Wohnungen fällt. Gründerhaus-Architektur nach vorne, sachlich-gradliniger Bauhaus-Stil nach hinten – so präsentiert sich das Liebhaber-Objekt jetzt.

„Das Haus hatte keine Struktur“, berichtet Jürgen Gruner, der im Oktober 2011 Richtfest gefeiert hat. Eine Gratwanderung war die Sanierung, schließlich sollte das Haus nicht aussehen „wie künstlich geschminkt“. In Tassilo Hager fand er einen Architekten, dem es gelungen ist, Tradition und Innovation in seinem Entwurf zu verbinden. Dass der Kneipenbetrieb während der Bauarbeiten weiterging, hat die Sanierung nicht eben leichter gemacht.

Gruner selbst will im nächsten Jahr in die Dachwohnung einziehen, an die noch eine Terrasse angebaut werden soll. „Ohne eine Wohnnutzung wäre das Haus nicht zu halten“, weiß der Marketing-Manager, der die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz über alles lobt. „Wenn etwas fertig ist, sieht man den Aufwand nicht mehr, der dahintersteckt“, stellt er nüchtern fest. Gruner hat viel Geld und noch mehr Herzblut in das Haus gesteckt. „Das Haus ist wichtig für Frechen, deshalb wollte ich es unbedingt erhalten“, erklärt er. Dabei ist ihm der Stolz auf die geglückte Sanierung anzumerken. Und schon jetzt freut er sich auf die reizvollen Ausblicke, die ihm die Dachwohnung sowohl auf die benachbarte evangelische Kirche wie auch auf den Wasserturm gewährt.