Der See, der im Tagebau Hambach nach 2030 entstehen und zu dem hin sich die Stadt entwickeln soll, soll „Elsdorfsee“ heißen, so das Stadtoberhaupt.
Tagebau HambachDarum macht sich Bürgermeister Andreas Heller für den Namen „Elsdorfsee“ stark

Bürgermeister Andreas Heller stellt im Gespräch mit der Redaktion den Grundschul-Neubau in Frage.
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Der See, der im Tagebau Hambach nach 2030 entstehen und zu dem hin sich die Stadt entwickeln soll, soll „Elsdorfsee“ heißen. Das sagte Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller (CDU) im Gespräch mit dieser Redaktion. „Schließlich haben wir die größte Fläche im See. Und dass immer vom Hambachsee geredet wird, ist kein objektives Argument“, betont er. Zudem gebe es mit dem Forum Terra Nova in Elsdorf den einzigen direkten Blickzugang, „wenn 2030 der Hahn für die Befüllung aufgedreht wird“.
Bürgermeister beklagt das Tempo des Strukturwandels
Entschieden werden müsse das jedoch „gerichtlich neutral und objektiv“ an höherer Stelle, etwa beim Land oder der Bezirksregierung. Der Raum solle sich auf lange Sicht „selbst tragen, und wir wollen ins Eigentum. Die Fremdbestimmung muss aufhören“, lautet sein Appell. Das sei man „der Region schuldig“. Auch an der Wertschöpfung, etwa durch Solarenergie, solle Elsdorf so „profitieren“. Er beklagt das Tempo des Strukturwandels: „Für den Food Campus warten wir seit zwei Jahren auf eine Bewertung der Machbarkeitsstudie durch den Fördergeber.“ Für das weitgehend brach liegende Fabrikgelände kündigt er die Ansiedlung eines neuen Unternehmens an. Details soll es schon in Kürze geben.
Elsdorf: Die Finanzlage werde sich weiter verschlechtern, fürchtet Heller
Zudem müsse die Stadt mit RWE und dem Fördergeber um alle Projekte kämpfen, klagt der Bürgermeister. Das binde intensiv Personal im Rathaus. Dennoch sei die Stadt zum Sparen aufgerufen. Die Finanzlage werde sich weiter verschlechtern, fürchtet er, wenn der Kreis – wie jetzt bekannt wurde – im Haushalt 2027 die Kreisumlage erhöhen wolle, für Elsdorf allein schon um mehrere Millionen Euro. Da sei es schwierig, den nächsten Förderschub für spätere Jahre planerisch in Angriff zu nehmen, zumal auch die Pflichtaufgaben der Kommunen durch Bund und Land ständig zunähmen. „Mir fehlt die Fantasie, wie die Kommunen das aufbringen sollen“, klagt Heller.
Die Stadt Elsdorf mache jedenfalls ihre Hausaufgaben: Förderanträge für mehrere Projekte in Höhe von rund 70 Millionen Euro sind an die Fördergeber versandt. Die erste Resonanz der Fördergeber bei Bund und Land sei „sehr bürokratisch“, kritisiert Heller. Geplant sind unter anderem der Umbau des Forums Terra Nova – hier wartet die Stadt auf Antwort vom Fördergeber – die Entwicklung des Food Campus auf dem Gelände der Zuckerfabrik, des Aussichtsplateaus am Ende der Köln-Aachener Straße und des Zulaufbereichs für die Rheinwasserleitung, die zurzeit im Bau ist.
Toiletten-Container als Interimslösung
Im Gespräch äußerte Heller sich auch zu anderen Themen der Stadtentwicklung, so zum Neubau einer Grundschule an der Desdorfer Straße. Das Gelände liegt seit dem Abbruch der Luther-Schule seit Jahren brach. Die „Eine-Welt-Schule“ soll dort einen Neubau bekommen. „Da muss man sich überlegen, ob wir das stemmen können. Der Neubau würde uns über Jahrzehnte finanziell belasten“ fürchtet er. Bei den Grundschulen stehe Elsdorf kreisweiten Vergleich „gut da“. Man fahre da auf Sicht und müsse „nicht zwanghaft an alten Beschlüssen festhalten“.
Zurzeit werden die Grundschulen in Elsdorf und Esch baulich aufgebessert. In Elsdorf etwa werden dazu zum Schulbeginn Toiletten-Container als Interimslösung aufgestellt.
Für den Microsoft-Hyperscaler bei Heppendorf laufe zurzeit das Bebauungsplanverfahren, „der Bauantrag ist seitens der Unternehmens in Vorbereitung“. Auch für weitere Gewerbeansiedlungen sei der Boden bereitet. „Elsdorf hat sich als Standort ein Stück weit etabliert“, sagt Heller. Auch die Bürgerinnen und Bürger seien „mit einem anderen Selbstverständnis unterwegs“, dass sich die Stadt in Zuge des „Wandels von der Monostrukturierung zu einem guten Branchenmix hart erarbeitet“ habe.
