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Auf dem Weg zum TagebauseeDas ist für den zukünftigen Elsdorfer Hafen geplant

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In über 40 Jahren soll der Hafenbalkon vor Elsdorf auf Höhe der Zuckerfabrik für Wohnen, Freizeit und Arbeit genutzt werden. 

Der „Hafenbalkon“ soll nicht erst bei vollständiger Befüllung des Sees erlebbar werden, sondern bereits in sechs Jahren.

Ein Spaziergang dort, wo in einem knappen halben Jahrhundert Schiffchen am Anleger dümpeln sollen. An der „essbaren Achse“ frisches Obst vom Baum pflücken und naschen. Über einen zur Brücke umfunktionierten Ex-Baggerausleger an die künftige Uferpromenade radeln und den Pegelanstieg des Sees betrachten.

Für die Hafeninsel und seine Umgebung sind viele Zwischennutzungen bis zur vollständigen Füllung des Sees denkbar. Stadt- und Landschaftsplaner des renommierten Büros „De zwarte Hond“ (Groningen, Rotterdam, Köln, Berlin) stellten jetzt erste Konzepte mit verheißungsvollen Illustrationen vor, die schon weit vor 2070 umgesetzt werden sollen.

Nutzung des Bereichs muss bereits festgelegt werden

Aktuell wird der „Hafenbalkon“ von den Absetzern an der Hambach-Böschung vor Elsdorf angeschüttet und modelliert. Daher muss die geplante Nutzung bereits jetzt festgelegt werden. Spätere Änderungen sind nicht denkbar, da die Großbagger nach 2030 ausgedient haben. RWE wird den Balkon bis dahin 70 Zentimeter unter Endniveau anlegen und übergeben. Darauf müssen später Erdreich, Straßenunter- und -oberbau und ähnliche Oberflächen aufgebracht werden.

Ein Baggerteil mindestens soll vor Ort bleiben: Ein Ausleger, mit Holzboden versehen, soll den künftigen Hafen als Fußweg überbrücken. Auch im Hafenbecken soll schon vor der Flutung Leben einziehen. Konzerte und ähnliche Veranstaltungen sind denkbar. Der Weg dorthin soll mit Obstbäumen und Beerensträuchern in Selbstbedienung zur „essbaren Achse“ werden.

Hafenbalkon soll etwa 33 Millionen Euro kosten

Eine Promenade mit Bäumen, Bänken und Weitblick sind weitere Highlights. So soll der „Balkon“ schon bald, in ersten Nutzungen schon in sechs Jahren, erlebbar werden. Fußgänger, Radler, Mountainbiker und Reiter sollen ab 2032 die Insel erobern können. Ab 2040 sollen erste, nicht-ortsfeste Bebauungen und Zugänge zum dann auf halbe Füllhöhe angewachsenen See möglich sein. Bis dahin könnten die ersten, dann schon zehn Jahre alten Bäume schon schattenspendende Größe erreicht haben.

Der Hauptausschuss hatte im Juni wie berichtet umfängliche Förderanträge auf den Weg gebracht. Der Hafenbalkon soll etwa 33 Millionen Euro kosten. Der Förderantrag beläuft sich auf 97,5 Prozent der Kosten. Einen Zwischenstand eines von der Stadt beauftragten „Siedlungs- und Flächenentwicklungskonzepts“ für den Tagebaurand stellte das Hamburger Forschungsinstitut ALP vor. Neue Siedlungsbereiche sollen vor Giesendorf, vor Elsdorf und auf dem Hafenbalkon entstehen.

Günstige Vorzeichen sehen die Planer für die Entwicklung der Stadt hin zum See, da die Kaufkraft in Elsdorf von 2017 bis 2025 um 35 Prozent gestiegen sei, die Einwohnerzahl bis 2070 wegen der Attraktivität des Sees und durch den Strukturwandel um 20 Prozent steigen könne, mithin 3300 neue Wohnungen nötig würden. Hinzu kämen steigende Beschäftigten- und sinkende Arbeitslosenzahlen. „Wenn man nichts macht, wird man schrumpfen“, resümierte Bürgermeister Andreas Heller die ersten Ergebnisse des Konzepts, das im August komplett vorgestellt und nach der Sommerpause vom Hauptausschuss zur weiteren Verfolgung beschlossen werden soll.