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Sexismus-VorwurfElsdorfs Rathauschef gerät weiter in die Kritik

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Andreas Heller im März beim symbolischen Spatenstich für die Pipeline, die den Tagebau fluten soll.

Andreas Heller im März 2026 beim symbolischen Spatenstich für die Pipeline, die den Tagebau fluten soll.

Melani Schmielewski (SPD Frauen) hält Hellers Äußerung über Frauen und Rohre für „unnötig, sexistisch und nicht zeitgemäß“.

Andreas Heller hat am Mittwoch (9. September) auf die Berichterstattung über seine umstrittene Äußerung im Zusammenhang mit dem Bau der Pipeline zwischen Dormagen und dem Tagebau reagiert. Er mache den im Artikel zu Wort kommenden Damen keinen Vorwurf, „sie alle haben halt ihre Rolle und freuen sich auch mal, eine Zeitungsanfrage zu erhalten, in der sie ihre moralischen Vorstellungen äußern dürfen. Ansonsten hören oder lesen wir leider nur sehr selten etwas von ihnen“.

Das Frauenforum Rhein-Erft, die Frauen Union, CDU-Vize Gudrun Baer und die Elsdorfer Grünen hatten dem Elsdorfer Bürgermeister (CDU) vorgeworfen, er habe sich in seiner Wortwahl vergriffen. In einem Beitrag in den sozialen Medien über einen Ortstermin auf der Baustelle der künftigen Pipeline hatte er gesagt: „Wir haben in Elsdorf nicht nur weit und breit die schönsten Frauen, sondern auch mit Abstand die dicksten Rohre.“

Wir haben Wichtigeres zu tun in unserem Land, als dass wir mal wieder die Sprachpolizei spielen bei lustig gemeinten Facebook Posts
Andreas Heller

Heller bekräftigte am Mittwoch, er habe dies im Spaß gesagt – und dies sei mit Ausnahme weniger User auch so angekommen. Seinen Kritikern wirft der 49-Jährige vor: „Ich glaube auch, wir haben Wichtigeres zu tun in unserem Land, als dass wir mal wieder die Sprachpolizei spielen bei lustig gemeinten Facebook Posts.“

Dem widerspricht Melani Schmielewski, Vorsitzende der SPD Frauen Rhein-Erft. Kritik sei keine Sprachpolizei. Man könne eine Kritik für überzogen halten oder erklären, dass eine Äußerung anders gemeint war. Was man jedoch nicht tun sollte – und was gerade ein Bürgermeister nicht tun sollte – ist, diejenigen persönlich abzuwerten, die widersprechen, teilt sie in einer Pressemitteilung mit.

Melani Schmielewski hält Hellers Äußerung für „unnötig, sexistisch und nicht zeitgemäß“.

Melani Schmielewski hält Hellers Äußerung für „unnötig, sexistisch und nicht zeitgemäß“.

Schmielewski bezeichnet Hellers neuerliche Äußerungen als „herablassend und respektlos“: indem er von „den Damen“ spreche, die „halt ihre Rolle“ hätten und sich „auch mal“ über eine Zeitungsanfrage freuen würden. Die SPD-Politikerin fragt: „Welche ,Rolle’ sollen diese Frauen Ihrer Meinung nach haben, Herr Heller? Und wer bestimmt eigentlich, welche Rolle Frauen einzunehmen haben?“

Auch der Hinweis, dass man von ihnen „ansonsten leider nur sehr selten etwas“ höre, sei keine sachliche Auseinandersetzung mit der Kritik der Frauen, sondern werte deren öffentliches Engagement ab. Frauen müssten sich nicht dafür rechtfertigen, dass sie zu Wort kommen – und schon gar nicht dafür, dass eine Zeitung nach ihrer Meinung fragt, macht Melani Schmielewski deutlich.

Die Verbindung der Bewertung von Frauen nach ihrem Aussehen mit der Bemerkung über „dicke Rohre“ bezeichnet die Vorsitzende der SPD Frauen als „unnötig, sexistisch und nicht zeitgemäß“. Ein Emoji hinter einem Satz mache aus einer Aussage noch keinen Humor. Entscheidend sei, was gesagt werde – und wie es bei anderen ankomme.