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Lieferengpässe bei BaumaterialElsdorf verschiebt Wiederöffnung des Freibads

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Ein Mann steht vor der Baustelle eines Schwimmbads.

Patrick Adam, städtischer Co-Fachbereichsleiter für Hochbau, erläutert die noch ausstehenden Arbeiten an Becken und Gelände. 

Ursprünglich sollte das sanierte Bad mit Beginn der Sommerferien öffnen. Daraus wird aber nichts. Stadt will Badegäste entschädigen. 

„Nach heutiger Einschätzung ist es machbar, das Bad im August zu öffnen“, so lässt sich Patrick Adam, Co-Fachbereichsleiter im städtischen Hochbau, zitieren. Die angestrebte Eröffnung des Freibads zum Start der Sommerferien am Montag, 20. Juli, ist damit abgeräumt. Und wenn es denn im August klappt, werden auch nur Teile des Bads genutzt werden können. Das teilt die Verwaltung in einem eigens einberufenen Pressegespräch jetzt mit.

Elsdorf: Hoffnung auf Teilöffnung des Bads

Noch im Mai hatte Bürgermeister Andreas Heller bei einem Baustellentermin darauf vertraut, dass der vorgesehene Termin gehalten werden kann, die Bauarbeiten im Zeitplan lägen. Eventuell würden zur Eröffnung noch ein paar „kleine Details“ fehlen, hieß es da. Jetzt muss die Verwaltung zurückrudern. Aber sie bleibt vage: „Nach aktueller Einschätzung bleibt eine Teileröffnung der beiden Hauptbecken im August möglich.“

Die angeführten Gründe für den Verzug sind mehrschichtig. Die Verwaltung hat laut eigenen Angaben in den vergangenen Monaten die beteiligten Verantwortlichen – gemeint ist der beauftragte Generalunternehmer – „wiederholt auf Defizite in den Detailplanungen hingewiesen“ und begleite jetzt die Projektabwicklung „deutlich intensiver als vorgesehen“.

Technik muss aus Asien geliefert werden

Zudem gebe es Lieferverzögerungen für Teile der Badewassertechnik, die teils aus Asien hätten geordert werden müssen. Erst während der Bauarbeiten sei ein Defekt an der Schwallwasseranlage entdeckt worden, und es gebe „unvorhersehbare Anforderungen an die Stromversorgung“. Auch im Boden überraschend gefundene Betonfundamente, „die wurden beim Bau damals recht großzügig gegossen“, so Adam, mussten weggestemmt werden. Dadurch hätten die Planungen „immer wieder angepasst werden müssen“.

Jetzt werde so viel wie möglich parallel gearbeitet, um Zeit zu sparen. „Wir tun alles für die Beschleunigung“, gelobt Adam. In den kommenden Tagen werden die beiden Becken mit Feinputz versehen, auf dem danach eine Folie als Fliesenersatz aufgebracht wird. Dann werden die Becken gefüllt. „Das dauert mindestens zwei Wochen“, erläutert der Co-Fachbereichsleiter. Auch Kassenhäuschen, Toiletten, Umkleiden und der Kiosk sollen bis August gestrichen und zur Benutzung fertig werden. Dem Badaufsichtshaus fehlen noch die Fenster. Auch da gebe es Lieferschwierigkeiten. Die vorderen Liegewiesen werden mit Rollrasen belegt, „weil echter Rasen nicht mehr anwachsen kann“, wie Adam sagt. Für die Sicherheit der Badegäste sei auch wegen der Neueinstellung einer „versierten“ Bademeisterin gesorgt.

Nicht fertig wird der Bereich zur Ohndorfer Straße hin mit Spielplatz und dem Kinder-Spraypark. Dort ist zurzeit auch eine Photovoltaikanlage im Bau, die auf der Wiese statt auf schattenspendenden, Carport-ähnlichen Stelzen errichtet wird. Der Bereich wird mit blickdichten Zäunen abgetrennt und erst in der nächsten Saison nutzbar sein.

„Die Verzögerungen sind für uns ebenso ärgerlich wie für die Elsdorferinnen und Elsdorfer, die sich auf die Wiedereröffnung freuen“, bedauert Heller, „leider keine bessere Nachricht mitteilen zu können“. Der Stadtrat soll in seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 23. Juni, Beginn 18 Uhr, auf Vorschlag der Verwaltung beschließen, dass ab der Eröffnung, wann immer sie sein wird, kein Eintritt in das Bad erhoben werde. Adam sicherte zu, dass der Termin der Teilöffnung vier Wochen vorher bekanntgegeben und über den Stand der Arbeiten regelmäßig berichtet werde. Wenn es mit der Eröffnung im August klappen soll, „darf aber nichts mehr passieren“, sagt Adam.


Ähnliche Probleme gab es auch in Frechen

Auch in Frechen musste die Eröffnung des Terrassenfreibads bereits fünfmal verschoben werden: Das beliebte Bad, das in seiner letzten Saison 2022 rund 43.000 Besucher anzog, ist seit Mai 2023 geschlossen und wird saniert. Immer wieder tauchten neue Mängel auf, der Vertrag mit dem Architekten wurde gekündigt und ein „Troubleshooter“ eingesetzt.

Die ursprünglich auf 2,1 Millionen Euro geschätzten Kosten sind auf 13,9 Millionen Euro gestiegen. Es gibt eine Förderung von 1,5 Millionen Euro, der Antrag muss wegen der verzögerten Arbeiten erneut verlängert werden. Eine Inbetriebnahme soll nun im vierten Quartal 2026 erfolgen, die reguläre Eröffnung für den Badebetrieb ist erst zur Saison im Jahr 2027 in Aussicht gestellt worden. (aj)