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GrundschulenSo machen „Helden“ den Schulweg in Elsdorf sicherer

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Schulkinder in gelben Warnwesten überqueren die Straße an einer Ampel.

An der Sammelstelle der Schulweghelden verabschieden sich die Schulkinder von ihren Eltern, um dann gemeinsam zur Schule zu gehen.

In Elsdorf sollen Grundschüler nicht mehr im „Elterntaxi“ bis vor die Schule gefahren werden. Stattdessen werden die Kinder an Sammelstellen abgesetzt und gehen von dort aus gemeinsam als „Schulweghelden“ zur Schule.

Das Abschiedsküsschen bekommen Elsdorfer Grundschulkinder nicht mehr im Auto vor der Schule, sondern an Sammelpunkten, von denen aus die Schulweghelden, so der Name des Projekts, gemeinsam zur Schule gehen. Claudia Nief, Mutter zweier Grundschulkinder, und ihre Nachbarn aus der Escher Vogelsiedlung pflegen das System schon seit einigen Monaten auf privater Basis. Mit Christoph Weber, dem Schulpflegschaftsvorsitzenden der Escher Erich-Kästner-Grundschule, und der Stadtverwaltung hat sie das Projekt jetzt auf alle drei Grundschulen organisiert übertragen.

Für die Schulen gibt es je drei Sammelpunkte in den Wohnquartieren, gekennzeichnet durch Täfelchen, die an Laternenpfählen prangen. Ausgesucht wurden Punkte, an denen die Eltern gut kurz anhalten können. Rund 20 Minuten vor Schulbeginn treffen dort die Schülerinnen und Schüler ein und machen sich dann auf den etwa einen Kilometer langen Restweg, überqueren gemeinsam die Straßen und achten aufeinander. Zur Sicherheit auch bei Dunkelheit tragen sie Warnwesten, die Bürgermeister Andreas Heller kürzlich spendiert hatte. Anders als beim „Walking Bus“ gibt es keine Aufsicht. Die Eltern verlassen sich auf die gegenseitige Kontrolle der Kinder auf ihrem mit der Polizei abgestimmten, vorgegebenen Weg.

Elsdorf: Der gemeinsame Schulweg macht den Kindern Spaß

Acht Kinder aus allen Grundschuljahrgängen sammeln sich an der Escher Kanalstraße. Die beiden Neunjährigen Tom und Jesse finden, dass es „Spaß macht, mit mehreren zusammen zur Schule zu gehen“. Erzählen, Schulaufgaben besprechen oder die Erlebnisse des Vortags austauschen, das sei im Elterntaxi nicht möglich, sagen sie. „Und das ist viel schöner als Autofahren“, bestätigt Marie (6). „Das fördert zudem die Selbstständigkeit“, sagt Weber. Zudem helfe es den Eltern, „die besonders in der dunklen Jahreszeit oft ein schlechtes Gefühl haben, wenn sie ihr Kind allein losschicken“, ergänzt Nief.

Auch Katharina Knöfel, Leiterin der Erich-Kästner-Schule, ist von dem Schulwegprojekt begeistert. „Vor und hinter der Schule stehen und fahren die Autos morgens kreuz und quer durcheinander. Das muss sich ändern, weil es oft zu gefährlichen Situationen führt.“ Sie fände es „toll, wenn möglichst viele Eltern und Schulkinder mitmachten“. Das hoffen auch die Organisatoren, die jetzt beobachten wollen, wie das Projekt Schulweghelden in Esch, Berrendorf (Eulenschule) und Elsdorf (Eine-Welt-Schule) bei Kindern und Eltern ankommt.