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„Tuna Melt“ und KaffeeLieblingsplatz von Erftstädter Unterwasserfotografin ist ein Café

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Eine Frau sitzt in einem Café, auf ihrem Schoß ein kleiner Hund.

Zum Abschalten und Kaffeetrinken kommt die Fotografin Gaby Fey in „illi's Café“, nur wenige Schritte von ihrem Atelier Aquavision entfernt.

Derzeit arbeitet sie an einem Projekt zur Verschmutzung der Meere. Abschalten kann Gaby Fey in „illi’s Café“ in Lechenich.

„Einfach mal abschalten“ kann Gaby Fey an ihrem Lieblingsplatz in „illi’s Café“. Wenn sie eine Auszeit von ihrer fotografischen und organisatorischen Arbeit im nahe gelegenen Atelier Aquavision nehmen wolle, dann hier, bei frischem Gebäck aus dem Ofen oder bei einem jener herzhaften „kleinen Kunstwerke“, die die Angestellten in der für alle Kunden einsichtigen Küche herstellten.

Ein Blick auf die Karte weckt ihre Begehrlichkeiten, da lockt sie beispielsweise ein Salat namens „Tuna Melt“ mit Mozzarella, Cheddar, Thunfisch, Kapern und Oliven. Vor allem aber komme sie wegen des Kaffees, sie sei ja ein „echter Kaffee-Junkie“ – der erste Schluck am Morgen sei der beste.

Erftstadt: Da Vincis „Das letzte Abendmahl“ unter Wasser fotografiert

Sowieso sei sie immer schon eine Café-Gängerin gewesen. „Hier fühle ich mich pudelwohl, kann auftanken, neue Ideen entwickeln und in eine andere Welt abtauchen“, sagt die Fotografin, die für ihre künstlerische Arbeit ebenfalls abtaucht. Im Swimmingpool ihres alten Häuschens in Carqueiranne im Süden Frankreichs oder im Mittelmeer hat sie ikonische Malereien unter Wasser fotografisch mit Darstellern in Szene gesetzt, beispielsweise da Vincis „Das letzte Abendmahl“.

Mit Wasser aus dem Napf begnügt sich die kleine Isabella. Die weiße Hündin der in Frankreich recht bekannten Rasse Coton de Tuléar sei immer mit dabei und auch in illi’s Café ein gerne gesehener, tierischer Gast – das sei längst keine Selbstverständlichkeit, so Gaby Fey.

Unterwasserfotografin arbeitet an Projekt zur Verschmutzung der Meere

Im vollen Café fühle sie sich am wohlsten, stellt die Fotografin fest, wenn Stimmen von den Nachbartischen mit Gesprächen den Raum füllten. Im illi’s sei es immer voll, eine Tischreservierung empfehlenswert. Erst inmitten des Trubels könne sie ein Buch lesen. Diesmal hat sie „Raumpatrouille“ mitgebracht, ein Buch des Schauspielers Matthias Brandt.

Auf einer Tortenplatte liegen Gebäck.

Frisches Gebäck aus dem eigenen Ofen drapiert die Angestellte Alina Marx in „illi's Café“ auf einer Tortenplatte für die Theke.

Im Unterschied zur Science-Fiction-Fernsehserie Ende der 1960er-Jahre mit Eva Pflug und Dietmar Schönherr schildert der jüngste Sohn des Bundeskanzlers Willy Brandt dort Universen ganz privater Natur. Das Buch sei ein Tipp ihrer Tochter Jennifer, ebenfalls Fotografin, die kürzlich einen Tag lang den Schauspieler und Autor fotografiert habe. Da hätte sie gerne die Aufheller gehalten, nur um Matthias Brandt einmal kennenzulernen, verrät sie mit einem Schelmenblick.

Im Café treffe sie auch ganz ungeplant Freundinnen oder, wie eben zuvor, eine der Frauen, die sich als Löwin in der Frauengruppe des Erftstädter Lions Clubs einsetze. Zwei Bilder habe sie als Hauptgewinne zur Ostertombola des Charityvereins gespendet.

Mitte August wolle sie wieder nach Frankreich fahren, um an ihrem derzeitigen Projekt zur Verschmutzung der Meere weiterzuarbeiten. Wie dramatisch sich die Situation darstelle, sei ihr erst vor wenigen Jahren klar geworden. Da habe sie am Strand von L'Almanarre bei Hyères, einem Naturschutzgebiet, vermeintlich bunte Steine in allen Farben gefunden. Erst eine Passantin habe sie darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Fund keineswegs mineralischen Ursprungs sei, sondern von der Brandung verschliffene, farbige Kunststoffe.

Vor drei Jahren habe sie das Thema erstmals in einem Foto unter Wasser bei der internationalen Kunstausstellung NordArt aufgegriffen: drei tauchende Darstellerinnen in Rot senden, ihre Körper im Flaggenalphabet der Seeleute formiert, die Botschaft SOS unter einer Woge von Plastikmüll.


So geht die Serie weiter

Für die eine ist es der Friedhof, für den anderen ein Sportplatz oder ein verstecktes Wegekreuz – ganz individuell fällt die Wahl des Lieblingsplatzes im Kreis aus. In jeder Ausgabe während der Sommerferien stellen wir mit der Serie „Mein Lieblingsplatz“ einen Ort in den zehn Kommunen vor, der für einen Menschen eine besondere Bedeutung hat, und laden zur Entdeckungstour ein. Am Dienstag, 4. August, stellt Ingrid Ahlers mit einer Bank am Bürgergarten in Hürth ihren persönlichen Lieblingsplatz vor. (red)