„Deep Talk“ vorgestelltSpieleerfinder aus Erftstadt wollen zu ernsten Gespräche ermuntern

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Zu sehen sind Stefan

„Deep Talk“ nennen Stefan (l.) und Torsten Borchert ihr neues Spiel, bei dem es um Kommunikation geht.

Bisher haben Stefan und Torsten Borchert auf lustige Partyspiele gesetzt. Nun stellen sie ihr neues, anders ausgerichtetes Projekt vor.

Jetzt wird es ernst. Bisher hatten Stefan und Torsten Borchert ja eher auf lustige Partyspiele gesetzt. Dass sie die leichte Unterhaltung nicht auf die leichte Schulter genommen haben, verrät schon der Name ihres Unternehmens: Take It Serious. Mit „Deep Talk“ gehen die Brüder aus Erftstadt nun einen neuen Weg.

Auch dieses Spiel soll zwar dafür sorgen, dass in geselliger Runde keine Langeweile aufkommt, es soll aber gleichzeitig Menschen ins Gespräch bringen – ins ernsthafte und tiefgründige Gespräch.

Der Befragte kann die erste Frage ablehnen

Ihrer Linie sind Torsten und Stefan Borchert treu geblieben: Auch wenn das Produkt in erster Linie im Internet vertrieben wird, ist das Spiel selbst doch analog, besteht aus Karten mit 120 Fragen, aufgeteilt in drei Sets. Auf jeder Karte stehen zwei Fragen zur Auswahl, der Befragte kann die erste ablehnen. Denn eines ist den Spielerfindern ganz wichtig: „Wir wollen nicht, dass sich einer der Mitspielenden unwohl fühlt“, so Torsten Borchert.

Auch deshalb haben sich die beiden Rat bei Freunden geholt, die Psychologie studiert haben. Aber auch, um Fragen zu finden, die tatsächlich die Möglichkeit zu einer fruchtbaren Kommunikation eröffnen.

Im ersten Set fängt das harmlos an. „Was würdest du sofort auf der Welt verbessern, wenn du könntest?“, wird beispielsweise gefragt, oder „ Auf welche drei Dinge könntest du nicht verzichten?“. Im dritten Set wird es dann deutlich persönliche. „Wovor hast du Angst? “ „Wenn du heute Nacht sterben würdest, was würdest du bereuen, nicht gesagt zu haben?“ Fragen, denen sich man einer nicht gern stellt.

Zweieinhalb Jahre haben die Erftstädter an dem Spiel gearbeitet. „Corona war eine lange Zeit der sozialen Distanzierung“, beschreibt Stefan die Motivation. Sie wollten Menschen wieder miteinander verbinden. Viele Treffens seien sehr oberflächlich, „Deep Talk“ könne helfen, wieder zu einem intensiven Gedankenaustausch zu kommen. Wichtig war den Brüdern nicht nur die Ernsthaftigkeit der Fragen.

Wie bei ihren bisherigen Editionen legen sie Wert auf Nachhaltigkeit, aber auch auf ein stimmiges Design. Die Karten im Format von Tarotkarten sind stabil und griffig, sie stecken in einem blauen Pappkästchen. Für die Optik ist Stefan Borchert zuständig, Torsten ist der Mann für die IT. Hauptberuflich arbeiten beide für eine Versicherung in Köln.

Brüder berichten von vielen positiven Reaktionen

Die Reaktionen seien durch die Bank positiv, berichten die Brüder. Wie ihre Partyspiele auch haben sie „Deep Talk“ im Freundeskreis durchgetestet. Mittlerweile gebe es aber auch positive Kommentare von Käufern. Viele seien überrascht gewesen von Antworten der Mitspieler. Bei dem Spiel, sagen Torsten und Stefan, erfahre man oft neues über Menschen, die man lange und gut kenne.

Eine komplizierte Spielanleitung gibt es nicht, die Sache ist selbsterklärend. Und Gewinner gibt es ebenfalls nicht. Für manchen, der ungern spielt, weil er nicht verlieren mag, ist das ein Vorteil, für die Spieleerfinder eher ein Nachteil. Denn deshalb wird „Deep Talk“ nicht in Spieledatenbanken aufgenommen.

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