Michael Maier aus Erp hat den Verein „Pänz vun Kölle“ gegründet, um Kindern im Rhein-Erft-Kreis und in der Domstadt zu helfen.
„Die gute Seele“Wie Michael Maier aus Erftstadt und „Pänz vun Kölle“ Kindern Glück schenken

Michael Maier ist Vorsitzender des Vereins Pänz vun Kölle mit Sitz in Erftstadt-Erp.
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Schicksalsschläge reißen nicht nur Erwachsene, sondern auch die Kleinsten aus ihrem Alltag, ihren Strukturen, ihrem Leben. Es gibt unzählige Situationen, in denen Kinder und Familien in der Region Unterstützung brauchen, wenn etwa Hilfen oder Therapien notwendig sind, die von Versicherungen nicht oder nicht vollständig übernommen werden.
Da setzen Michael Maier und der Verein „Pänz vun Kölle“ an. „Wir wollen Kindern, die sich in einer schwierigen Situation befinden, zu ein wenig Glück verhelfen“, erläutert der Vereinsvorsitzende die Zielsetzung des Vereins. Man habe sie extra offen gestaltet, da sie fast alles zulasse.
Zunächst war „Pänz vun Kölle“ eine Initiative von ihm und seiner Frau Angelika Maier. „Es begann alles mit einer persönlichen Betroffenheit“, sagt der Vorsitzende. Ende der 1990er-Jahre habe er einen Tumor im Kopf gehabt. Als der entfernt wurde, sei er mit den Kindern der Kinderklinik an der Amsterdamer Straße in Köln in Kontakt gekommen. Er habe etwas zurückgeben wollen, fügt Angelika Maier hinzu.
Erftstadt: Verein ermöglicht Kind mit Muskelkrankheit Reittherapie
„Pänz vun Kölle“ unterstützt zahlreiche Projekte, Aktionen und Institutionen, darunter die KidS Kinder- und Jugendpädagogischen Einrichtungen der Stadt Köln, die Milos Sovac Förderschule Hürth und die Kfh Kinderdialyse Köln. Zuletzt ging es für sechs Kinder zu einem besonderen Ausflug: einem Topspiel bei den Kölner Haien. Der Besuch beim KEC steht traditionell ein- bis zweimal jährlich an. Einen Besuch beim 1. FC Köln möchte der Verein den Kindern in Zukunft ebenfalls ermöglichen.
Auch in Einzelfällen hilft der Verein. So unterstützte er unter anderem eine Familie mit einem schwerstkranken Kind, die dringend eine Rampe benötigt hat, um den Rollstuhl ins Auto zu fahren, wie Maier erläutert. Einem weiteren Kind mit einer Muskelkrankheit hat der Verein ermöglicht, einmal pro Woche zu reiten. „Dem jungen Mann zahlen wir auch immer einen Zuschuss zu seinen Behandlungskosten.“

Auch therapeutisches Reiten unterstützt der Verein.
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Den Verein mit Sitz in Erp gibt es seit 2002. Mittlerweile hat er etwa 90 Mitglieder, die zum Großteil aus dem Rhein-Erft-Kreis kommen, die weiteren Mitglieder aus Köln. Zum Vorstand gehören neben dem Vorsitzenden und seiner Frau Angelika Maier, die für die Finanzen verantwortlich ist, die zweite Vorsitzende Sigrid Bender und Schriftführerin Ulrike Kreuzer. „Vor unserer Haustür gibt es eine ganze Menge zu tun, sowohl im Stadtgebiet als auch im dörflichen Umfeld“, sagt Maier.
„Zu unserer Arbeit gehört auch, dass wir schnell sind“, sagt Maier. „Wir schreiben uns auf die Fahne, innerhalb von 24 Stunden eine Anfrage zumindest zu beantworten.“ Meistens könne man sogar schon handeln in der Zeit. „In den ganzen Jahren haben wir über 550 Aktionen und Projekte gefahren.“ Ein Erfolgsfaktor des Vereins sei auch, dass die Mitglieder gut vernetzt sind: „Wir kennen immer jemanden, der uns hilft, wenn wir uns bei den Projekten nicht selbst helfen können.“
Erftstadt: 2024 kamen mehr als 30.000 Euro an Spenden zusammen
2024 kamen insgesamt mehr als 30.000 Euro an Spenden zusammen. Wie Maier erläutert: „Anders als große Organisationen haben wir keine Verwaltungskosten, jeder Mitgliedsbeitragscent fließt in die Spendenverwendung.“ Durch die gute Vernetzung habe man zudem Kontakt zu vielen Firmen, wie etwa zu Trivium Packaging Erftstadt. Die Mitarbeiter spendeten seit Jahren einen Teil ihrer Überstunden aus dem Monat Dezember. Dabei kommen laut Maier stets bis zu 9000 Euro zusammen. Spenden kommen zudem von Privatleuten.
Aber auch die Vereinsmitglieder selbst sind aktiv, um Spenden zu generieren, wie etwa auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Chlodwigplatz in Köln, auf dem sie selbst hergestellte Produkte verkaufen. 2024 unterstützte der „Pänz vun Kölle“ mit dem Erlös unter anderem den Verein TheraKids in Bergheim, der auf dem Rosenhof in Glessen therapeutisches Reiten anbietet. In der Vorweihnachtszeit zaubern die Mitglieder zudem mit ihren selbst gepackten „süßen Tüten“ Kindern ein Lächeln ins Gesicht. Rund 580 Tüten hat der Verein im vergangenen Jahr gepackt.
Über Probleme mit dem Nachwuchs macht sich der Vorsitzende keine Sorgen. Er ist überzeugt: „Ich bin der Meinung, es gibt ein grundsätzliches Interesse bei jungen Leuten, sich zu engagieren.“
Und so können Michael Maier und sein Verein in Zukunft weitere Aktionen und Projekte unterstützen, um Kindern an Rhein und Erft ein wenig Glück zu schenken.
Nächsten Samstag stellen wir Gerd Wieland vom SC Borussia Kaster-Königshoven vor.
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Im Ehrenamt engagiert sich jeder Dritte und ohne diese Freiwilligen würde so manches nicht laufen: Die Gemeindebibliothek bliebe geschlossen, in der Schulmensa gäbe es nur trockene Brötchen. Die Liste ließe sich beliebig fortführen.
Jeden Samstag würdigen wir von heute wöchentlich das Engagement all derer, die sonst eher im Hintergrund als im Rampenlicht stehen. Es sind die stillen Helden des Ehrenamts. (jtü)

