Interaktives MuseumLehrbäckerei der Gymnicher Mühle bietet neue Kurse an
Erftstadt-Gymnich – „Brot essen ist keine Kunst, aber Brot backen“, lautet ein deutsches Sprichwort. Und tatsächlich: Längst nicht jeder hat sich darin versucht, einen Teig zu rühren, zu kneten, zu backen. Genau das aber lernen Teilnehmer von Kursen, die in der Lehrbackstube namens „Backaktiv“ des neuen Museums „Vom Korn zum Brot“ auf pfiffige Weise handwerkliche Tricks und eine Menge Hintergrundwissen vermitteln.
Gebacken wird im umgebauten ehemaligen Pferdestall der Gymnicher Mühle. Das Brotmuseum ist zugleich Bestandteil des Rheinischen Mühlen-Dokumentations-Zentrums (RMDZ).

Auf dem Dachboden des früheren Pferdestalls wurde das Museum mit seinen verschiedenen Stationen eingerichtet.
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Angeleitet werden die Teilnehmer der Kurse von Bäckermeister Heinz Mohr, einem Handwerker mit Berufserfahrung. Er hat bis vor kurzem ein Traditionsunternehmen geführt. Erfahrungen mit den ersten Brotback-Kursen konnte er im vergangenen Jahr sammeln.
Infos über Zutaten
Kinder, Jugendliche und Erwachsene erhielten von dem Fachmann Rezepte, Infos über Zutaten, Hinweise zu Backverfahren, Fettgehalt und Größe der Brote. „Nicht zu vergessen ist der Spaßfaktor. Die Leute verbringen hier vergnügliche Stunden. Daher können hier auch Schulklassen hinkommen oder es können Kindergeburtstage gefeiert werden.“ Und auch zum Entspannen sei Brotbacken geeignet. „Man entschleunigt bei der Zubereitung“, erläutert Mohr.
Das Interesse der Menschen am Brot komme nicht von ungefähr. Viele Leute seien sensibilisiert, wollten wissen, was eigentlich im Brot, dem uralten Grundnahrungsmittel, alles verarbeitet sei. Bei den großen Mengen an Industrieware, die auf dem Markt sei und auch konsumiert werde, sei das Interesse an näheren Informationen verständlich.
„Tatsächlich gibt es kaum noch Brote ohne Konservierungsstoffe und Zutaten, die für das gewünschte Volumen des Laibs sorgen.“ Traditionelle Bäckereien setzten hingegen auf das Vertrauen ihrer Kundschaft, dass tatsächlich nur das ins Brot komme, was auch hinein gehöre.
Interaktion heißt die Devise
Die Kursteilnehmer besuchen auch im Stockwerk über der Backstube ein Museum, wo alles vom Brot bis zum Korn erklärt wird. Geboten wird eine spannenden Entdeckungsreise – Interaktion heißt die Devise. An verschiedenen Stationen erfahren die Besucher durch Videoclips, Hörbeiträge, Schautafeln und Exponaten – teils Nachbauten, teils Originale – alles Wissenswerte rund ums Thema Korn und seine Verarbeitung zu Brot. Hier können Knöpfe gedrückt, Räder bewegt, ein Laptop bedient und Filme in einer gemütlich gestalteten Sitzecke geschaut werden.
Lehrbackstube und Museum haben eine Gesamtfläche von 250 Quadratmetern, einschließlich eines Holzofens mit zwei Etagen, in dem (je nach Größe) fast 50 Laibe gleichzeitig gebacken werden können. Das alte Mühlengebäude befindet sich gleich nebenan, der Ort fürs Museum könnte also passender kaum sein. „Bis 1948 wurde in der Mühle gewerblich das Korn gemahlen“, berichtet Dr. Ralf Kreiner, stellvertretender Vorsitzender des Mühlen-Dokumentationszentrums. Das Zentrum erforscht nicht nur die Geschichte der Mühlen. Der Verein fördert auch die Erhaltung des Wissens über die Bauwerke als bedeutendes kulturelles Erbe – unter anderem mit einer eigenen Bibliothek. Brotmuseum und Backstube sind geöffnet während der Kurse, bei Großveranstaltungen und nach Terminabsprache.
Backen, veredeln und verkosten
Die neuen Kurse des Museums „Vom Brot zum Korn“ stehen unter dem Motto „2017 kriegen wir alle was gebacken“. Sie beginnen an diesem Sonntag, 29. Januar. Unter dem Motto „Der süße Hefeteig“ wird Wissen vermittelt und vor Ort gebacken. Hierfür, wie auch alle weiteren Veranstaltungen, die immer sonntags zur gleichen Zeit, von 10 bis 14 Uhr, stattfinden, sind noch Anmeldungen möglich. Erwachsene zahlen 48 Euro, ermäßigt 17 Euro.
Die nächste Veranstaltung findet am 5. Februar unter dem Motto „Brot aus der Schüssel“ statt. Die Teilnehmer bringen dazu ihre Schüssel für etwa 1,5 Kilo Teig sowie einen stabilen Kochlöffel mit. Beim „Veganen Backen“ am 12. Februar wird eine Konditormeisterin und Ernährungsberaterin Grundlagen der vegane Ernährung vermitteln und vor Ort Kuchen und Gebäcke zubereiten.
Rund ums Thema Sauerteig geht es beim Kursus am 19. Februar mit dem Titel „Ein Teig – viele Möglichkeiten“. Der Teig soll mit verschiedenen Zutaten veredelt werden. Am 12. März dann dreht sich alles ums Holzofenbrot, das nach der Zubereitung warm mit Butter, Schmalz und Olivenöl verkostet wird.
Wer sich schon immer für Mürbeteig erwärmen konnte, ist am 19. März in der Backstube genau richtig. Hergestellt werden Gebäck, Plätzchen und Snacks. Beim abschließenden Kursus der ersten Veranstaltungsreihe dreht sich am 26. März alles um Croissants und Plunderteilchen. Die Teilnehmer sollen dafür ihr eigenes Nudelholz mitbringen.Weitere Informationen und Anmeldungen unter 0203/31776369 und per E-Mail.
