Viel Arbeit auf dem FriedhofJunge Malteser helfen bei der Grabpflege

Vivien Flohr und Alex Rütz säuberten die Grabplatten und halfen Menschen, die sich nicht mehr allein um die Ruhestätten ihrer Angehörigen kümmern können.
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Erftstadt – Vivien Flohr und Alex Rütz, 13 und 14 Jahre alt, rüsteten sich für einen besonderen Einsatz. Sie trafen sich an der St.-Servatius-Kapelle auf dem Friedhof in Lechenich. Ausgerüstet waren sie mit Eimer, Lappen und Schwämmen sowie Putzmitteln. Außerdem fiel auf, dass sie ein rotes Halstuch mit einem weißen Band sowie jeweils eine blaue Bluse mit dem Erkennungszeichen der Malteser, ein achtspitziges Kreuz, trugen. Als jugendliche Mitglieder der katholischen Hilfsorganisation unterstützten sie an diesem Vormittag ehrenamtlich die Grabpflege.
Laub und Schmutz entfernt
„Es macht Spaß zu helfen“, begründete Vivien ihren Einsatz. Seit drei Jahren gehört sie zu den Maltesern und mag vor allem die Gemeinschaft. „In der zurückliegenden Zeit habe ich hier feste Freundschaften geknüpft. Und es ist schöner, sich zusammen für etwas einzusetzen“, ergänzte sie. Alex sagte: „Ich gehöre erst seit einem Jahr zu den Maltesern, fühle mich hier wohl und finde die Aktion mit der Grabpflege gut.“
Mit ihnen zusammen war auch Natascha Flohr, Leiterin der Malteser Jugend und des Schulsanitätsdienstes in Erftstadt, auf den Friedhof gekommen. Im Vorfeld hatte sie sich bereits die Gräber angeschaut, die sie gemeinsam im Auftrag der Menschen aus dem Seelsorgebereich Rotbach-Erftaue säuberten. Es waren Ruhestätten von Verstorbenen, der Angehörigen, die sich aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht mehr selbst um die Pflege der Grabstätten kümmern können. Alle drei zusammen befreiten sie Grabplatten vom Schmutz, reinigten vorsichtig die Schriftzüge, verschönerten die Gräber mit Blumen und Kerzen. Sie gingen weiter zu einem Urnenfeld, säuberten angebrachte Glasplatten, entfernten das Laub.
„Wir haben Lust, etwas zu bewegen“
„Coronabedingt sind andere Aktivitäten wie auch die gemeinsamen Zeltlager in diesem Jahr ins Wasser gefallen. Wir sind froh, dass wir diese Sozialaktion noch umsetzen konnten“, freute sich Flohr. „Denn wir haben Lust, etwas zu bewegen“, sagte die 30-Jährige. Seit zwei Jahren kümmert sie sich um die jungen Malteser, ist weitergebildete Rettungssanitäterin, studiert derzeit Geophysik und Meteorologie.
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In der Regel kenne man die Malteser von ihrem Engagement in der Notfallvorsorge, denn die sanitätsdienstliche Versorgung gehöre bei Veranstaltungen wie Konzerten, Sportfesten oder Events an Karneval zu den festen Aufgaben des Hilfsdienstes, erzählte sie. „In den letzten Wochen kam die unterstützende Arbeit für Corona-Abstrich-Zentren dazu.“ Künftig möchte sie die Jugendarbeit wieder stärker beleben und neben Erste-Hilfe-Kursen gemeinschaftsfördernde Aktionen mit den jungen Leuten planen, um Werte wie Glauben und Helfen zu vermitteln. „Natürlich bremst die Pandemie uns erstmal aus“, sagte Flohr. Doch für die nächsten Wochen werden Helfer wieder für ältere oder isolierte Menschen unterwegs sein, um ihnen Lebensmittel oder Medikamente bis an die Haustür zu liefern.
Mit ihrer Arbeit wolle sie bei Kindern und Jugendlichen auch Interessen wecken, die für das ganze Leben hilfreich seien.



