Flüchtlingscontainer„Früher hieß es Laramie“

Am Rosmarweg im Stadtteil Grube Carl sollen fünf Wohneinheiten entstehen, in denen Flüchtlinge untergebracht werden sollen. ()
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Frechen – Der Platz wird knapp für obdachlose Menschen und solche, die in Deutschland Asyl suchen und deshalb auch in Frechen untergebracht werden. „Seit Beginn des Jahres sind uns aus dem Bereich der Asylverfahren 45 Menschen zugewiesen worden. Das sind dreimal so viele wie sonst“, erklärt der Beigeordnete Jürgen Uttecht.
Weil die Stadt zugleich Ersatz brauchte für die 40 Plätze in den sogenannten „Kölzer-Häusern“ an der Lindenstraße, die wegen des Neubaus der Feuer- und Rettungswache abgerissen wurden, war bereits im vergangenen Jahr beschlossen worden, am Rosmarweg im Stadtteil Grube Carl neue Container zu errichten.
Genau dagegen wandte sich nun aber ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der im Rat behandelt wurde. Die Grünen befürchten, dass die Lage am Ortsrand von Grube Carl zu einer Ausgrenzung der Flüchtlinge führe. Es müsse auch nach Rücksprache mit der Polizei überprüft werden, ob sich die Sicherheit der Menschen vor möglichen fremdenfeindlichen Angriffen dort überhaupt gewährleisten lasse, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Gabriele Nußberger – und stieß vor allem bei der CDU auf wütende Proteste. „Es ist unglaublich, was Sie den Menschen in der Umgebung damit unterstellen“, antwortete die CDU-Fraktionsvorsitzende Susanne Stupp.
Unterstützung erhielten die Grünen aber von der SPD. Die Ausführungen der Verwaltung, Grube Carl sei „mittlerweile entwickelt“ und biete „erste nahe Versorgungszentren“, sei „Humbug“, sagte Ferdi Huck: „Es gibt nicht ,Ärzte und Bäcker’, sondern nur einen Zahnarzt und einen Bäcker.“
In Grube Carl wisse man, was es bedeute, am Rand zu leben. „Früher hieß es das da draußen bei den Leuten nach einer Westernserie nur ,Laramie’. Als Kinder haben wir gesagt bekommen: ,Geh’ da nicht hin’“, erinnerte sich Huck.
„Die Örtlichkeit scheint wirklich sehr abgelegen zu sein, denn bisher hat offenbar noch niemand von Ihnen bemerkt, dass die Container selbst schon stehen“, stellte Kämmerer Patrick Lehmann fest. Darin sollen am Rosmarweg insgesamt fünf Wohneinheiten entstehen. Um die von Grünen und SPD geforderte „zentrumsnahe“ Unterbringung habe sich die Verwaltung immer wieder bemüht, erklärte der Beigeordnete Jürgen Uttecht: „Wir haben auch Gespräche mit Hotels geführt, aber bis auf eines war keines mehr bereit, Menschen aufzunehmen.“
Bürgermeister Hans-Willi Meier mahnte, die Flüchtlinge so gut wie möglich aufzunehmen: „Die haben schon genug mitgemacht.“ In Frechen gebe es im Zusammenleben mit ausländischen Mitbürgern bisher kein Problem.
Gegen die Stimmen von SPD und Grünen und bei Enthaltungen von der Fraktion „Soziales Bündnis“ und aus den Reihen der FDP wurde der Antrag gegen den Standort am Rosmarweg abgelehnt.
