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MittelrheinligaDarum fiel das Spiel TuS BW Königsdorf gegen Fortuna Köln II in Frechen kurzfristig aus

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Auf dem Bild ist ein abgesperrtes Tor zu sehen.

Die Begegnung zwischen dem TuS Blau-Weiß Königsdorf und dem SC Fortuna Köln II musste wegen Schäden am Platz kurzfristig abgesagt werden. Die dunkelgrüne Fläche wurde falsch repariert.

Die Schiedsrichter pfiffen das Spiel wegen eines zu hohen Verletzungsrisikos durch Schäden am Platz nicht an. Verein hofft auf eine schnelle Lösung.

Es sollte ein schöner und spannender Fußballnachmittag werden: Am Sonntag stand das Mittelrheinligaspiel zwischen Gastgeber TuS Blau-Weiß Königsdorf und Herausforderer SC Fortuna Köln II an. Etliche Fans beider Mannschaften waren zum Kunstrasenplatz in Königsdorf gekommen, die Spieler machten sich warm. Doch dann wurde das Spiel kurzfristig abgesagt: Die Schiedsrichter rund um den Unparteiischen Marco Weber beschlossen, das Spiel wegen zu großer Mängel am Platz und einem zu hohen Verletzungsrisiko ausfallen zu lassen.

Frechen: Auch die Umkleiden seien in einem desolaten Zustand

Als „ärgerlich und mehr als peinlich, vor allem gegenüber den Kölner Gästen“, bezeichnet Andreas Frings, Abteilungsleiter Fußball beim TuS den Vorfall. Nicht nur, dass seit Jahren die Umkleiden in einem desolaten Zustand seien, auch der Platz wiese bekanntermaßen erhebliche Mängel auf und brauche dringend eine Generalsanierung. „Er wird immer wieder ausgebessert“, so Frings. „Völlig dilettantisch und unzureichend wurde der Platz letztens geflickt“, ärgert sich Frings. Es sei ein Stück vom Rasen vor dem Tor im Fünf-Meterraum ausgeschnitten und erneuert worden, allerdings in einer nicht passenden Größe. Es kam zu Stolperschwellen und Ablösungen. Das Statement des Schiedsrichters sei am Sonntag eindeutig gewesen: „Ich pfeife hier nicht an!“ Auch das nachfolgende Kreisligaspiel musste abgesagt werden.

Auf dem Bild ist ein kaputter Kunstrasenplatz zu sehen.

Die Schiedsrichter sahen in dem Zustand des Platzes ein zu hohes Verletzungsrisiko.

Der Verein wolle ausdrücklich keine öffentliche Auseinandersetzung mit der Stadt, erklärt der TuS Geschäftsführer Alexander Neumann. Das Ziel sei, erneut die Problematik transparent zu machen und eine nachhaltige Lösung zu finden – und das möglichst kurzfristig, denn nächstes Wochenende stehen wieder Heimspiele der insgesamt 25 Mannschaften an. Ob sie stattfinden können, sei nun noch ungewiss, auch der Trainingsbetrieb stehe aktuell in Frage.

Auf dem Bild ist das Portrait eines Mannes zu sehen.

Alexander Neumann ist seit neun Jahren Geschäftsführer des TuS Königsdorf.

Neumann betont, dass der rund zehn Jahre alte Platz seit Monaten Probleme mache und immer wieder geflickt werden müsse. „Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, das ist das Ärgerlichste an der Situation.“ Die spontane Absage werfe überhaupt kein gutes Licht auf den Verein, sie sei für alle Beteiligten äußerst problematisch. Zudem trage die Fußballabteilung die Verantwortung für die Mannschaften. „Insbesondere im Jugendbereich ist es für uns von großer Bedeutung, dass ein sicherer und dauerhaft nutzbarer Sportplatz zur Verfügung steht“, teilt der Verein mit.

Es ist sehr ärgerlich, wenn man anreist und dann eine kurzfristige Absage erfolgt
Stefan Kleefisch, Pressesprecher von SC Fortuna Köln

Auch Stefan Kleefisch, Pressesprecher von Fortuna Köln reagiert mit Unverständnis: „Es ist sehr ärgerlich, wenn man anreist und dann eine kurzfristige Absage erfolgt. Da hätten wir uns eine Absage ein paar Tage vorher gewünscht.“ Er wünsche den Königsdorfern, dass die Stadt Frechen nun zeitnah bei der Lösung des Problems helfe. Der Rest obliege nun dem Verband: „Diesen konkreten Fall habe ich in der Spielordnung nicht gefunden. Deswegen soll der Verband uns mitteilen, was nun geschieht.“ Die Ansetzung eines Nachholtermins steht noch aus.

Geschäftsmann erwägt eine GoFund-Me Kampagne

Ein Königsdorfer Geschäftsmann erwägt nun eine GoFund-Me Kampagne, um Spenden zu sammeln. „Wir sind für alles offen und haben der Stadt auch jegliche Unterstützung zugesagt“, so Neumann. Auf eigene Initiative Maßnahmen durchführen, dürften die Sportler aus rechtlichen Gründen nicht: Die Stadt Frechen ist für die Instandhaltung verantwortlich, so Neumann.

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte die Stadt gestern, dass derzeit interne Abstimmungen stattfänden: „Aktuell prüfen wir, wie die reparaturbedürftigen Stellen des Kunstrasenplatzes in Königsdorf kurzfristig instand gesetzt werden können, um die sichere Nutzung des Platzes wieder zu ermöglichen.“ Da diese Prüfung noch nicht abgeschlossen sei, könnten derzeit keine belastbaren Angaben zu Art und Umfang möglicher Maßnahmen, zu einem möglichen Kostenrahmen oder zu weitergehenden Planungen gemacht werden.

Für die Zuschauer und Fans der Mittelrheinliga gab es am Sonntagnachmittag dann doch noch ein kleines Happy End: Die Fußballer zogen einfach das betroffene Tor weiter nach vorne auf das Spielfeld und traten auf der verkleinerten Spielfläche gegeneinander in einem Freundschaftsspiel an. 


Platzsperre in Habbelrath

Bereits im vergangenen Jahr musste der Kunstrasenplatz in Habbelrath für einige Monate gesperrt werden: Es gab gravierende Probleme mit dem Gummigranulat des Platzes, das stark verklumpte und an den Sohlen der Fußballschuhe hängen blieb. Der Platz war dadurch bei dem Vorstand der Sportfreunde Glückauf Habbelrath-Grefrath 1920 und Spielern in die Kritik geraten, da sich gefährliche Plateaus an den Schuhen bildeten.

Ein Schiedsrichter betonte sogar in einem offiziellen Spielbericht, dass er nicht mehr für Habbelrath zur Verfügung stehe. Seine Schuhe hätten jeweils ein Gewicht von rund einem Kilo erreicht, das normale Laufen sei ihm nach kurzer Zeit unmöglich gewesen. Ende November 2025 reparierte die Stadt den Platz für rund 40.000 Euro, das Granulat wurde abgetragen und mit Quarzsand verfüllt.