Der Vorsitzende der Frechener Flüchtlingshilfe versichert, dass die Spenden auf jeden Fall geflüchteten Menschen zu Gute kommen.
Brand in Geflüchteten-UnterkunftSpender kritisieren Sammelaktion in Frechen

Hunderte hilfsbereite Menschen strömten zur großen Spendenaktion der Frechener Flüchtlingshilfe.
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Nach der Spendensammlung zugunsten der 44 geflüchteten Menschen, die Mitte Januar bei einem Brand der Unterkunft an der Norkstraße ihr Hab und Gut verloren hatten, macht sich bei einigen Spendern Unmut breit. Sie kritisieren, dass ein Teil der Spenden in dem Sozialwarenhaus der Flüchtlingshilfe verkauft und nicht direkt an die betroffenen Familien weitergeleitet werden soll.
„Spendenabgabe und Weitergabe setzen Transparenz und Vertrauen voraus – diese ist in diesem Fall in keiner Weise berücksichtigt worden. Ein Aushang – mit dem Hinweis, dass man gegebenenfalls die Lager des Sozialwarenhauses auffüllen wird, hätte für Offenheit gesorgt und es den Spendern freigestellt, den Betroffenen selber Waren zu geben“, bemängelt eine Spenderin in einer E-Mail an diese Redaktion.
Wichtig ist: Ob als Sachspende oder über den Erlös – jede Spende kommt dem gleichen Zweck zugute
Der Hintergrund: Hunderte Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet strömten am Samstag (24. Januar) schwer bepackt zur Alten Feuerwehrwache an der Schützenstraße, um Sachspenden für die Leidtragenden des Brandes abzugeben. Die Organisatoren der Sammelaktion zeigten sich von der Hilfsbereitschaft tief berührt, ein zweiter Termin wurde angesichts der Masse an Spenden direkt abgesagt.
Frechen: Alleine 40 Kinderwagen wurden gespendet

Der SPD-Politiker Jürgen Weidemann ist Vorsitzender der Frechener Flüchtlingshilfe.
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Auch Tage später ist der Jürgen Weidemann, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Frechen, noch immer beeindruckt: „Wir hatten versucht, beim Reintragen der Spenden alles zu sortieren, aber angesichts der Masse, ging das gar nicht. Wir haben erstmal alles angenommen.“ Nur seien auch gut gemeint Sachen abgegeben worden, um die nicht gebeten worden sei und die den 44 Menschen aktuell nicht weiter helfen könnten. Und manche Dinge seien in überwältigender Zahl gespendet worden, so alleine rund 40 Kinderwagen.

Bei der Spendenaktion kamen so viele Hilfsgüter zusammen, dass ein geplanter zweiter Sammeltermin direkt abgesagt wurde.
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Er resümiert: „Es sind deutlich mehr Sachspenden eingegangen, als kurzfristig verteilt oder gelagert werden können. Aktuell werden die Spenden gesichtet und thematisch sortiert. Nach und nach werden sie dann an die Betroffenen sowie an weitere bedürftige Familien in Frechen verteilt.“
Sachspenden, für die es keinen konkreten Bedarf gebe, könnten unter Umständen auch im Sozialwarenhaus verkauft werden, erläutert Weidemann. Da dieses von der Flüchtlingshilfe Frechen gemeinnützig betrieben würde, fließe der Erlös auch wieder in die Flüchtlingshilfe zurück. So werden beispielsweise Aktionen für Flüchtlingskinder oder Unterstützung in akuten Notfällen von Geflüchteten finanziert.
Eine Weiterverteilung von Sachspenden im gesamten Rhein-Erft-Kreis, die einige Kritiker fordern, sei organisatorisch nicht leistbar, so Weidemann. Der SPD-Politiker versichert: „Wichtig ist: Ob als Sachspende oder über den Erlös – jede Spende kommt dem gleichen Zweck zugute.“

