Auch der Sortierraum für die Lebensmittelspenden ist am neuen Standort. Der Leiter der Tafel sieht einige Nachteile durch den Umzug.
Nachteile für die MitarbeiterDarum musste die Tafel in Frechen mit ihrem Lager umziehen

Der ebenerdige Zugang zum Sortierraum liegt hinter dem Haus. Die Kisten müssen von Hand rund 20 Meter weit transportiert werden.
Copyright: Beate Schwarz
Die Finger sind klamm, die Helferinnen und Helfer frösteln. „Die Heizung ist noch nicht repariert“, sagt Rolf Dünkelmann, Leiter der Tafel Frechen. Im Sortierraum stehen einige mobile Heizgeräte und arbeiten gegen die Kälte an diesem Januarmorgen an. Es ist der erste Vormittag, an dem eingesammeltes Gemüse, Obst, Joghurt und Brot am neuen Standort sortiert werden.
Frechen: Die Tafel musste den alten Standort aufgeben
Zum Jahresende ist die Tafel mit Sack und Pack umgezogen – vom Standort Im Kuckental in die Rosmarstraße 150. Ausgegeben werden die Lebensmittel aber weiterhin dienstags und donnerstags im Pfarrheim St. Audomar. Dass die Tafel Im Kuckental ausziehen müsse, wussten Rolf Dünkelmann und das Team seit langem. Denn auf dem Gelände soll das Interimsgebäude für die potenzielle Gesamtschule entstehen.
Mitte September teilte die Stadt Frechen mit, dass zum Jahresende Schluss ist. „Das kam überraschend“, so Dünkelmann. Als neuen Standort bot die Stadt ein ehemaliges kleines Wohnhaus an der Rosmarstraße an – mietfrei, nur die Nebenkosten hat die Tafel zu zahlen.

Start im Sortierraum am neuen Standort an der Rosmarstraße: Die erste Fuhre gesammelte Lebensmittel ist da.
Copyright: Beate Schwarz
Aber es musste einiges umgebaut werden.: Die Einfahrt war zu schmal, um mit einem Transporter ein- und ausfahren zu können. Der Boden im Sortierraum musste angehoben, eine Rampe gebaut, ein neuer Boden verlegt werden. Die Elektrik war veraltet, es brauchte passgenaue Regale und eine neue Zugangstür. „Den Umbau in so kurzer Zeit zu schaffen, war ein Kraftakt“, sagt Dünkelmann.
Eine Fachfirma machte den Hof bodenwellenfrei und verlegte Pflaster. Die Tischlerei Obernosterer, die der Tafel seit vielen Jahren verbunden ist, schob den Regalauftrag noch vor Weihnachten ein. Wo immer möglich, packten die Tafel-Helferinnen und -Helfer an. „Wir haben viele ehemalige Handwerker im Team“, erzählt der Tafel-Leiter, „einen Elektriker und einen Dachdecker zum Beispiel.“
Im Kuckental lag die öffentliche Straße direkt am Haus. Hier haben wir die Kurverei im Hof und müssen die Kisten ungefähr 20 Meter bis zum ebenerdigen Eingang am Sortierraum bringen. Das kostet Zeit.
Der Zuweg hinter dem Haus wurde überdacht, damit abgestellte Kisten nicht nass werden – und auch nicht die Helfer, die die eingesammelten Lebensmittel anliefern beziehungsweise zur Ausgabestelle bringen. Den Umzug von Kühlschränken und Material stemmte das Team ebenfalls selbst. Dennoch: Der Umbau kostete eine mittlere fünfstellige Summe.
Der neue Standort an der Rosmarstraße habe klare Nachteile, sagt Rolf Dünkelmann. „Im Kuckental lag die öffentliche Straße direkt am Haus. Hier haben wir die Kurverei im Hof und müssen die Kisten ungefähr 20 Meter bis zum ebenerdigen Eingang am Sortierraum bringen. Das kostet Zeit.“ Auch habe man weniger Lagerplatz.
An diesem kalten Januarmorgen müssen die Helferinnen und Helfer eine neue Sortierordnung finden. Wohin kommen die Orangen? Wo steht der Abfallbehälter am besten? Aber es läuft. Die nächste Fuhre kann kommen.

