Der 68-Jährige muss sich wegen Totschlags verantworten. Er hatte selbst die Polizei gerufen, schweigt aber zu den Vorwürfen.
Prozess gegen FrechenerFrau in den Mund geschossen, weil sie sterben wollte?

Mit einer Pistole hat ein 68-Jähriger in Frechen seine Lebensgefährtin erschossen – auf deren Wunsch?
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Keine fünf Monate nach dem Tod einer 58-jährigen Frau im April in Frechen beginnt am Landgericht Köln der Prozess gegen ihren ehemaligen Lebensgefährten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor.
Das Paar soll seit Dezember 2025 eine sogenannte On-Off-Beziehung geführt haben. Nach Angaben eines Gerichtssprechers habe die Frau einige Zeit lang an einer psychischen Erkrankung gelitten und sei Anfang 2026 zeitweise in einer Klinik stationär untergebracht worden.
Frechen: Nachdem er abgedrückt hatte, rief er die Polizei
Ende April habe sie in der Frechener Wohnung des Angeklagten am Freiheitsring den Wunsch geäußert, zu sterben. Sie habe ihn gebeten, ihr dabei zu helfen. Obwohl der 68-Jährige ihre psychische Erkrankung kannte und wusste, dass sie nicht in der Lage gewesen sei, ein ernstliches Tötungsverlangen zu äußern, habe er vorgeschlagen, ihr mit einer Pistole in den Mund zu schießen, so die Anklage. Die Frau habe diesem Vorhaben zugestimmt.
Daraufhin habe der Mann seine Lebensgefährtin erschossen, nachdem sie nach Ansetzen der Waffe noch einmal als Zeichen des Einverständnisses genickt habe, heißt es vonseiten des Landgerichts. Unmittelbar danach habe der Frechener den Notruf gewählt. Die Polizeibeamten fanden die 58-Jährige leblos vor, sie starb nach erfolgloser Reanimation in einer Klinik. Der Mann wurde in Untersuchungshaft genommen. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft im April schweige er zu der Tat.
Der Prozess beginnt am Freitag, 11. September, 13 Uhr. Für das Verfahren vor der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts Köln sind vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll noch im September gefällt werden. (jtü)