Wegen Personalengpässen können erst ab Mitte August wieder Sperrmülltermine vereinbart werden.
Sperrrmüll und KondomeSo kämpft Frechen gegen wilden Müll und Abfallberge in der Natur

Die Mitglieder der KG 333 engagieren sich seit Jahren für die ehrenamtliche Pflege des Teiches vor dem Stadtsaal Frechen
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Schrotthaufen am Straßenrand, wilder Müll im Teich vor dem Stadtsaal und Abfallberge in der Natur am Marienfeld - an vielen Orten im Stadtgebiet klagen Bürgerinnen und Bürger aktuell über Verunreinigungen und Sperrmüllhaufen. Die Stadt und ehrenamtliche Helfer sagen dem Problem mit Aktionen den Kampf an.
Ein Fokus der Beschwerden richtete sich gegen den Zustand des kleinen Teichs am Stadtsaal: Leere Flaschen und Lachgaspatronen, zu wenig Wasser und herumschwimmende Essensreste - mit Empörung und Sorge um die dort lebenden Fische und Frösche sowie die Pflanzen wurden die Mißstände in den sozialen Medien diskutiert. Darauf reagierten die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft KG 333 von 2008 sofort.
Ehrenamtler im Einsatz
Die Jecken kümmern sich seit Jahren ehrenamtlich um den „Tümpel“, wie sie ihn liebevoll titulieren. „In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Stadtsaals, die für die regelmäßige Wasserbefüllung sorgen und in Abstimmung mit der Stadt werden durch uns Unrat beseitigt, die Pflanzen beschnitten und das Umfeld gereinigt“, berichtet Senatspräsident Bernd Iven. Allein in diesem Jahr seien die KG-Mitglieder dort schon achtmal im Einsatz gewesen.
Bei unseren Einsätzen finden wir immer wieder achtlos oder sogar mutwillig ins Wasser geworfene Gegenstände wie E-Roller und jede Menge Müll
Nach der öffentlichen Krititk sei „das Tümpel-Team kurzfristig mobilisiert“ worden und hätte innerhalb kürzester Zeit wieder alles aufgeräumt. Iven appelliert aber: „Bei unseren Einsätzen finden wir immer wieder achtlos oder sogar mutwillig ins Wasser geworfene Gegenstände wie E-Roller und jede Menge Müll. Das erschwert unsere Arbeit, schadet der Natur und dem Ansehen der Stadt Frechen. Bitte helft mit, den Tümpel sauber zu halten.“

Die Fläche entlang der Krankenhausstraße/ Ecke Bonnstraße ist gesäubert, der Müll abtransportiert. Ein kurzfristig errichteter Bauzaun soll den Bereich nun vor weiteren Verunreinigungen durch „wilden Müll“ schützen
Copyright: Stadt Frechen
Mit einer konkreten Maßnahme hat auch die Stadt Frechen auf die wilden Müllberge an der Krankenhausstraße im Bereich der Bonnstraße reagiert, auf die Bürgerinnen und Bürger aufmerksam gemacht hatten: Auf einem privaten Grundstück an Feldrändern wurden immer wieder illegal Fahrzeuge abgestellt, Spermüll abgeladen oder Mülltüten entsorgt. Auf Anregung der Stadt habe der private Eigentümer nun dort einen Bauzaun errichtet, um den Bereich zu schützen. Die Stadt will den Standort weiterhin regelmäßig kontrollieren.
Frechen: Gebrauchte Kondome, kaputte Stühle und Essensreste
Noch nicht bekämpft ist der Müll an der Kieswerkstraße, auf die die Fraktion Perspektive für Frechen aufmerksam gemacht hat: „Die illegale Müllentsorgung nimmt nach unserer Wahrnehmung im gesamten Stadtgebiet unaufhaltsam zu. So entwickeln sich sukzessive regelrechte Hot Spots an markanten Stellen“, klagt ihr Vorsitzender Dieter Zander. Ein Paradebeispiel dafür sei eben die Kieswerkstraße, dort würden sich seit etlichen Wochen Bauschutt, Teppiche, Sperrgut, Autoreifen und volle Müllsäcke befinden. Er plädiert für mehr Kontrolle, Videoüberwachung und das Aufsstellen von Verbotsschildern.

An der Kieswerkstraße wird immer wieder wilder Müll abgeladen.
Copyright: Perspektive für Frechen
Einen ähnlichen Zustand beklagt auch ein Frechener, der am Marienfeld unterwegs war: Dort habe er an der Sonnenuhr und der Stele neben kaputten Stühlen und einer Menge gebrauchter Kondome auch Essensreste entdeckt, die Ratten anlocken würden. „Wäre ich 20 Jahre jünger, würde ich Lösungen finden“, so der Senior.
Zum Engagement ruft auch Bürgermeister Uwe Tietz auf: „Nur wenn wir gemeinsam hinschauen und handeln, können wir unsere Stadt sauber und lebenswert halten“. Er appeliert, wilden Müll bei der Stadt zu melden: „Ihre Hinweise machen den Unterschied!“
Keine Sperrmülltermine in Frechen
Aufgrund mangelnder Personalkapazitäten kann im Zeitraum vom 20. Juli bis voraussichtlich 21. August 2026 keine Sperrmüllsammlung in Frechen erfolgen, dies teilt die Stadt mit.
Derzeit seien die Sperrmüllkapazitäten des Stadtbetriebs Frechen ausgeschöpft. Die bereits vergebenen Termine bis zum 17. Juli werden planmäßig abgefahren. Ab dem 17. August 2026 können die Bürgerinnen und Bürger sich wieder zwecks neuer Termine melden. In dringenden Fällen besteht weiterhin die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Sperrmülltaxi zu bestellen.
Bei Fragen steht die Abfallberatung des Stadtbetriebs Frechen unter Telefon 02234/921717 zur Verfügung. Weitere Informationen sind online abrufbar.
