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Bundesweites PilotprojektDas bietet der neue Bildungscampus des CJDs in Frechen

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Auf dem Bild sind eine Frau und ein Mann zu sehen, die in einem fast fertig eingereichteten Unterrichtsraum stehen.

Sara Bartz, Ausbildungsleiterin der Fachpraktiker im Gesundheitswesen, und Michael Happe, Teamleiter Ausbildung, richten aktuell die Unterrichtsräume ein.

Auf knapp 1300 Quadratmetern entsteht der „CJD Alfred Nobel Campus“, erstmals in Deutschland werden Fachpraktiker im Gesundheitswesen ausgebildet. 

Frechen bekommt einen neuen Bildungscampus: Das Christliche Jugenddorf (CJD) Frechen eröffnet am 16. Juli an der Alfred-Nobel-Straße auf knapp 1300 Quadratmetern den „CJD Alfred Nobel Campus“. Bis zu 70 junge Menschen aus ganz Deutschland mit einem besonderen Förderungsbedarf sollen zukünftig dort unterrichtet werden. Ihnen werden drei moderne Ausbildungsberufe in je drei Lehrjahren vermittelt – die Ausbildung zum Fachpraktiker/in im Gesundheitswesen ist dabei ein bundesweites Pilotprojekt.

Das CJD Frechen ist seit 1977 am Clarenbergweg in Bachem vor Ort. Unter dem Leitmotiv „Keiner darf verloren gehen“ arbeiten rund 200 Mitarbeitende mit Menschen, die spezielle Unterstützung benötigen – aufgrund von Lernschwierigkeiten und/oder psychischen Erkrankungen. Rund 400 Teilnehmende nutzen dort das Angebot.

Frechen: Nachbau einer Arztpraxis

Mit der Anmietung der neuen Gewerbeimmobilie, in der vorher ein Bauunternehmen ansässig war, vergrößert das CJD seine Fläche und sein Angebot. Auch Büros für die Verwaltung, Pädagogen, Ergotherapeuten und Fallmanager sollen dort untergebracht werden, erläutert Michael Happe, Teamleiter Ausbildung. Rund 200.000 Euro würden in die Ausstattung und den Umbau investiert, der Anfang Juni startete. 

Auf dem Bild ist ein Gebäude zu sehen, in dem der Campus entstehen soll.

Auf einer Gesamtfläche von knapp 1300 Quadratmetern entsteht der neue CJD-Alfred-Nobel-Campus in einer Gewerbeimmobilie.

Aktuell laufen die letzten Vorbereitungen, ganz speziell wird der Unterrichtsbreich für die Pilotausbildung der Fachpraktiker im Gesundheitswesen ausgestattet: Auf rund 170 Quadratmetern wird eine Arztpraxis nachgebaut.

Da es noch keinerlei Vorbild dafür gibt, kann man auch nicht schauen, wie andere es machen, alles muss neu entwickelt werden
Sara Bartz, Leiterin des Ausbildungsgangs für Fachpraktiker/in im Gesundheitswesen

Es gibt einen Empfangstresen, ein Wartezimmer und einen Behandlungsraum mit Liege und Waschbecken. Zudem ein Regal mit medizinischen Modellen und Geräten, Medikamentenpackungen und Schautafeln. Die Auszubildenden sollen den Alltag in einer Praxis oder im Krankenhaus so genau wie möglich kennenlernen und einüben. Im Berufsleben sollen sie dann zum Beispiel mit Vorbereitungen für Blutabnahmen oder EKGs unterstützen.

„Ich bin begeistert, mir alles zu überlegen“, so Sara Bartz, Leiterin des innovativen Ausbildungsgangs. „Da es noch keinerlei Vorbild dafür gibt, kann man auch nicht schauen, wie andere es machen, alles muss neu entwickelt werden“, berichtet die Arzthelferin, die zuletzt selber in einem Krankenhaus gearbeitet hat.

Rücksicht auf die besonderen Bedürfnisse der Auszubildenden

Für die Kaufleute für Büromangement und die Fachinformatiker werden auf insgesamt rund 300 Quadratmetern professionelle Büroräume mit bis zu drei Arbeitsplätzen mit moderner Technik  sowie Gruppenräume mit elektronischen Tafeln eingerichtet.

Zu den jeweiligen Ausbildungsräumen kommen im Untergeschoss noch zwei Speisesäle mit je 40 Plätzen und eine Lounge hinzu; an einer großen Theke werden Küchenkräfte von 12 bis 14.30 Uhr das Mittagessen aus der Hauptmensa in Bachem ausgeben. Im Außenbereich richten  CJD-Garten-und Landschaftsbauer noch eine Pausenfläche her und pflanzen als Sichtschutz Sträucher an. 

Bei den Umbauarbeiten musste auf die besonderen Bedürfnisse einiger zukünftiger Auszubildenden Rücksicht genommen werden, die hauseigenen Psychologen wurden dabei zu Rate gezogen. So berichtet Happe, dass einer der Speisesäle extra karg in schlichtem Weiß gehalten wird – ohne Deko, ohne Wandbilder. Dies sei nötig, damit Auszubildende mit Autismus oder ADHS dort nicht zu vielen Reizen ausgesetzt seien.

Auch bei einem Probelauf durch das Gebäude mit dieser Personengruppe habe es Auffälligkeiten gegeben: Die Treppe ins Obergeschoss sei als zu offen, das Muster der Steinfliesen des Bodens und der Stufen von einigen Teilnehmenden als so extrem unangenehm empfunden worden, dass sie nur an der Hand den Weg hinunter gewagt hätten. Nun sollen Teppichläufer Abhilfe schaffen.

Unterrichtet werden die Jugendlichen wie im CJD üblich werktags von 7 bis 16 Uhr. Wer in dem CJD-Internat in Bachem mit 150 Plätzen untergebracht ist, solle sich möglichst selbstständig zu Fuß auf den Weg machen, so Happe. Dafür sei bereits ein Wegekonzept erarbeitet worden, rund 25 Minuten werden für die Strecke einkalkuliert.