„Spagat zwischen Alt und Jung“Rundweg über das Marienfeld in Grefrath wird eröffnet

Lesezeit 4 Minuten
Die Mitglieder des Kultur- und Heimtvereins Grefrath lachen in die Kamera und stehen vor einem Denkmal.

Die Vorstandsmitglieder des Kultur- und Heimtvereins Grefrath, Bianca Köllen, Michael Wirtz, Wolfgang Plück und Dietmar Boomkamp, entwickelten über Monate einen 13 Kilometer langen Rundwanderweg, der die Geschichte Grefraths lebendig werden lässt.

Der Grefrather Verein hat einen Rundweg entworfen. Er soll auch an die Zeit vor dem Tagebau erinnern – Eröffnung am kommenden Samstag.

„Früher“, erinnert sich Dietmar Boomkamp, „da ging der Sonntagsspaziergang einmal den Friedhof hinauf, einmal wieder hinunter, vielleicht nochmal kurz die Straße entlang – mehr ging wegen des Tagebaus nicht.“ Heute grenzt an Grefrath das Marienfeld, das weite Spaziergänge ermöglicht und Blicke auf den Papsthügel des Weltjugendtags, den Boisdorfer See und den Weinberg erlaubt.

Der Kultur- und Heimatverein Grefrath hat nun einen etwa 13 Kilometer langen Rund-Wanderweg entworfen, der nicht nur durch die Natur, sondern auch zu 14 Denkmälern führt.

Start und Ziel der Wanderung ist die Grefrather Kirche

Im Januar 2021 traf sich das Projektteam des geschäftsführenden Vorstandes mit Dietmar Boomkamp, Bianca Köllen, Michael Wirtz und Wolfgang Plück zum ersten Mal zum Ideenaustausch. Neun Monate und einige gemeinsame Wanderungen später stand der abwechslungsreiche Wegeplan fest.

Wir wollten dabei auch die Stelen, Denkmäler und besondere Orte am Wegesrand miteinander verbinden.
Michael Wirtz, Mitglied Projektteam

Start- und Zielpunkt ist die Grefrather Kirche, die Wanderung dauert rund drei Stunden. „Wir wollten dabei auch die Stelen, Denkmäler und besondere Orte am Wegesrand miteinander verbinden“, erläutert Michael Wirtz. An möglichst allen 14 Haltepunkten entlang des Weges sollen Hinweisschilder mit QR-Codes angebracht werden, über die Informationen dazu abgerufen werden können. „Mit alten Bildern soll auch lebendig gemacht werden, wie es früher hier aussah“, ergänzt Wirtz.

3-Stunden-Weg schafft Verbindung zwischen Kultur und Wandern

So werden auch die verschwundenen, abgebaggerten Sehenswürdigkeiten wieder in die Erinnerung geholt. „Man wird zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht, dass an diesem Ort früher die Grefrather Kirche gestanden hat, nur eben 30 Meter höher, bevor der Tagebau kam“, so Wirtz. Der vorgeschlagene Weg soll somit eine Verbindung zwischen Kultur und Wandern schaffen.

Eines der Denkmäler am Wegesrand.

Der Weg führt auch entlang zahlreicher Denkmäler und Stelen, die neue Blickwinkel auf den Ort und seine Umgebung bieten.

Auf der Internetseite des Vereins ist eine ausführliche Beschreibung der Denkmäler, Wegekreuze und Stelen sowie ein Plan zu finden. Mit fünf Seiten Informationsmaterial ausstaffiert, können sich Entdeckungslustige dann auf den Weg machen. „Wir schauen, wie die Resonanz ist und was man vielleicht noch anders machen kann“, erklärt Bianca Köllen.

Der Weg mit zwei leichten Steigungen sei in rund drei Stunden auch mit einem Kinderwagen zu schaffen, versprechen die vier Vorstandsmitglieder. Eröffnet wird die Runde mit einer Feier am kommenden Samstag, 6. Mai, ab 10 Uhr.

Verein will Erinnerungen an das„ alte Grefrath“ wachhalten

Seit elf Jahren setzt sich der Verein für Grefrath ein, der damals mit einer Müllsammelaktion anfing. Mittlerweile organisieren seine Aktiven einige Veranstaltungen wie unter anderem Radtouren, Treffen am Weinberg, Exkursionen und die Aktion „fahrender Nikolaus“. Sie pflegen zudem Denkmäler und die russischen Kriegsgräber gemeinsam. Anliegen des Vereins ist auch, Zugezogene mit der Historie des Ortes vertraut zu machen und die Erinnerung an das „alte Grefrath“ wach zuhalten.

Zwei weitere neue Projekte haben die Ehrenamtler bereits in Arbeit. Im Sommer erscheint die sechste Broschüre mit zahlreichen Beiträgen rund um Grefrath. Und das vereinseigene Archiv mit rund 2000 Fotos soll nach und nach digitalisiert werden. „Jeden Monat soll dann ein neues Thema mit den alten Fotos auf der Internetseite vorgestellt werden“, kündigt Michael Wirtz an. „Wir wollen einen Spagat zwischen Alt und Jung schaffen“, so Wolfgang Plück, „Grefrath soll für alle erlebbar sein.“


Heimatpflege und Zusammenhalt

Der Kultur- und Heimatverein Grefrath wurde 2012 gegründet, als der Ort sein 700-jähriges Bestehen feierte. Zum ersten Vorsitzenden wurde Gerd Beißel gewählt, der Verein hatte anfangs 14 Mitglieder. Ende 2022 waren es 230 Mitglieder. Laut Satzung soll der Verein den Denkmalschutz, die Denkmalpflege sowie die Heimatkunde in Grefrath fördern, aber auch den Zusammenhalt der Menschen stärken und dazu beitragen, dass das Erscheinungsbild Grefraths einladend wirkt.

Am Samstag, 6. Mai, wird der neue Wanderweg eingeweiht. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Stele zur 700-Jahr-Feier gegenüber der Grefrather Kirche, Matthias-Werner-Straße. Die Strecke ist rund 13 Kilometer lang, die Wanderzeit beträgt drei bis 3,5 Stunden. Im Anschluss sind alle Teilnehmer zu einem Umtrunk auf dem Grefrather Dorfplatz eingeladen.Weitere Informationen sind auf der Homepage des Vereins zu finden.

Für Sonntag, 2. Juli, hat der Verein zwei Radtouren geplant. Ab der Kirche geht es um 14 Uhr auf eine große Runde nach Lechenich, ab 15 Uhr auf eine kleine Tour über das Marienfeld. Ab circa 17 Uhr findet ein gemütlicher Ausklang im Innenhof der Kirche statt.

Rundschau abonnieren