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100. GeburstagSo blickt Johanna Hilde Maria Gierden aus Frechen auf ihr spannendes Leben

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Auf dem Bild ist eine Seniorin zu sehen, die 100 Jahre alt wird.

Sie geht mit viel Freude und Zufriedenheit durchs Leben - Johanna Hilde Maria Gierden feiert ihren 100. Geburtstag.

Die Königsdorferin freut sich voller Zufriedenheit auf ihren 100. Geburtstag am Sonntag (30. August). 

„Ich kann sehr zufrieden sein“, sagt Johanna Hilde Maria „Hanni“ Gierden und nickt. Ihre Augen strahlen, das Lächeln ist fröhlich. Daran hat sich in 100 Jahren Lebenszeit nichts geändert. „Fröhlich war sie schon immer“, bestätigt ihre Tochter Marion Gierden-Jülich. Nur dass die Jubilarin ihr Hörgerät gerade nicht findet, sorgt für einen Moment für Verdruss. Doch dann lächelt sie wieder und erzählt von ihrem spannenden Leben.

Frechen: Die Jubilarin liebt das Bridge-Spiel mit Freundinnen

Als „Hanni“ Böhler wurde sie am 30. August 1926 im Kölner Severinsklösterchen geboren. Von klein auf sei sie stets unternehmungslustig gewesen. Sie ging gern zur Schule und war interessiert an allem. Steno beherrsche sie heute noch perfekt, verrät die Tochter. Da ihr Vater, ein Bäcker, aus St. Blasien im Südschwarzwald kam, verbrachte Johanna Hilde Maria Gierden dort oft ihre Ferien. „Ich kannte kein Heimweh“, erinnert sie sich und lacht. Sie fand auch in St. Blasien viele Freunde, mit denen sie gerne musizierte. Gitarre und später Akkordeon spielte die Jubilarin am liebsten. Und auch sehr gut, wie ihre Lehrerin befand.

Auf dem Bild ist eine Schwarz-Weiß-Aufnahme einer jungen Frau zu sehen.

Johanna Hilde Maria „Hanni" Gierden als junge Frau in den 1950er Jahren.

„Sie hat mich zum WDR gebracht und ich durfte dort die Kinderstunde im Radio gestalten und auch singen“, erzählt Johanna Hilde Maria Gierden. In den dunklen Zeiten des Zweiten Weltkriegs musste sie „Hals über Kopf“  mit ihrer Mutter vor den schrecklichen Angriffen fliehen. „Wir konnten dem Vater nur noch einen Zettel auf den Tisch legen, kamen bis Karlsruhe und verbrachten dort eine Nacht im Bunker“, erinnert sie sich. Sie schafften es bis nach St. Blasien und kehrten nach Kriegsende wieder nach Köln zurück.

Auf dem Schwarz-Weiß-Bild ist die Jubilarin mit ihrer Familie am Tag ihrer Kommunion zu sehen.

Die Jubilarin am Tage ihrer Kommunion (zweite von links) im Kreise ihrer Familie.

Dort machte die junge, engagierte Frau schnell Karriere. „Das war sehr ungewöhnlich in der damaligen Zeit“, erklärt ihre Tochter. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in der Kölner Handelsschule wurde sie Chefsekretärin bei Westag, die die Werbung für Klosterfrau Melissengeist und viele andere Produkte entwarf. Und sie traf Karlheinz Gierden aus der Nachbarschaft wieder, mit dem sie schon früher befreundet war. Silvester 1945/46 funkte es dann heftig zwischen den beiden. Das Paar wurde unzertrennlich und gab sich 1951 in der Kirche St. Nikolaus in Köln-Sülz das Jawort.

Bei einem Besuch in Brühl 1965 hat mir Queen Elizabeth die Hand gegeben. Sie war ziemlich klein und sehr nett.
Johanna Hilde Maria Gierden aus Frechen

Stolz ist die Jubilarin auf ihre beiden Kinder Marion und Andreas, die vier Enkelkinder und sechs Urenkel. Als der Ehemann und Jurist Karlheinz Gierden 1961 zum Oberkreisdirektor gewählt wurde, zog die Familie nach Rodenkirchen. „Wir hatten immer ein offenes, gastfreundliches Haus“, erinnert sich Tochter Marion. „Die Nachbarskinder gingen ein und aus.“ Das Leben an der Seite des Oberkreisdirektors, CDU-Politikers, späteren Bankmanagers und Vorstandssprechers der Kölner Bank wurde herausfordernder, aber auch bunter.

Auf dem Bild ist ein fröhliches älteres Ehepaar zu sehen.

Eine glückliche Ehe - Johanna Hilde Maria und Karlheinz Gierden waren 72 Jahre verheiratet.

„Bei einem Besuch in Brühl 1965 hat mir Queen Elizabeth die Hand gegeben“, erinnert sich Johanna Hilde Maria Gierden. „Sie war ziemlich klein und sehr nett.“ Da Karlheinz Gierden die Abtei Brauweiler sehr am Herzen lag und er ihre Renovierung in den 1980er-Jahren möglich gemacht hat, wurde der „Gierden-Saal“ mit Blick auf den Abteipark nach dem langjährigen Vorsitzenden des Freundeskreises Abtei Brauweiler (FAB) benannt. Johanna Hilde Maria Gierden erzählt von Urlaubsreisen Anfang der 50er-Jahre mit der Lambretta auf Sizilien, vom Zelt, das später vom Wohnwagen abgelöst wurde, von Mexiko und Reisen nach Guidel in der Bretagne, der Partnerstadt Pulheims.

1972 zog die Familie nach Frechen-Königsdorf in ein Haus mit herrlichem Garten. Gern wurde im Hause Gierden gefeiert. Der spätere Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und seine Frau Angelika zählten unter anderem zu den Freunden des Paares. „Meine Eltern haben immer zusammengehalten“, verrät Marion Gierden-Jülich. „Sie waren 72 Jahre glücklich verheiratet.“ Vor vier Jahren verstarb der Ehemann.

Auf dem Bild ist ein fröhliches älteres Ehepaar zu sehen.

Eine glückliche Ehe: Johanna Hilde Maria und Karlheinz Gierden waren 72 Jahre verheiratet.

Heute liebt die Jubilarin das Bridge-Spiel mit Freundinnen. „Meine Mutter war immer die sportlichste in der Familie“, verrät die Tochter. Stets sei sie diszipliniert und lebensfroh gewesen. Und die Jubilarin? Sie kann es kaum glauben. „So viel habe ich in all den Jahren erlebt“, sagt sie und ihre Augen strahlen. „Ich kann wirklich zufrieden sein. Für mich war das ein ganz normales Leben. Ich habe mir auch nie Gedanken um mein Alter gemacht. Aber dass ich jetzt 100 Jahre alt werde, erfüllt mich schon mit großer Freude.“