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Bariton, Schülersprecher und KommunalpolitikSo viele Talente hat Julian Whrel (18) aus Frechen

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Auf dem Bild ist ein junger Mann zu sehen, der singt.

Als talentierter Bariton singt Julian Wrhel Lieder der abendländischen Klassik zur Freude des Publikums, so wie hier in der Frechener Kirche St. Maria Königin.

Demokratische Teilhabe liegt dem jungen Frechener besonders am Herzen, sein nächstes Konzert findet im Juli statt.

Als aufstrebender Stern am Himmel des klassischen Gesangs möchte sich Julian Whrel lieber nicht bezeichnen. „So hoch möchte ich es nicht stecken“, sagt der 18-Jährige, auch wenn er Anfang des Jahres im Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ beim Vorsingen in Köln einen ersten Preis in der Sparte mit 23 von 25 Punkten erzielt habe und seine Gesangslehrerin Oksana Dondyk ihm „großes Talent“ bescheinige.

„Er verfügt über ein feines musikalisches Gespür und einen schönen weichen Klang“, so hatte Moderator Johannes Paul seinen Soloauftritt am vergangenen Wochenende in der Kirche St. Maria Königin angekündigt – zum Konzert seiner Lehrerin Dondyk und Schülern mit klassischen Liedern und Arien aus Opern und Operetten. Robert Schumanns „Ich grolle nicht“ hatte der junge Bariton zur Klavierbegleitung von Rimma Hahn gesungen und Bravorufe geerntet, ein Lied, das er auch der Jury des Musikwettbewerbs vorgesungen hatte.

Frechen: Nicht nur Bariton, sondern auch Schülersprecher und jüngster Sachkundiger Bürger

Wie der junge Mann zur so genannten ernsten Musik kommt? „Ich habe immer schon gesungen, ich befürchte zum Leidwesen der Familie“, erzählt er. Als Kind habe er schon beim Frühstück gesungen. Aufgewachsen sei er in einer musikalischen Familie, in der viel klassische Musik gehört wurde. Der Vater spielte Klavier und dirigierte, die Mutter sang im Kirchenchor und die Schwester spielte Oboe.

Ich habe Sorge, das Singen zum Beruf zu machen, gerade weil es doch meine große Leidenschaft ist
Julian Whrel, junger Bariton aus Frechen

Vor allem habe die Neuapostolische Kirche in Frechen ihm Möglichkeiten zur musikalischen Entfaltung geboten. So habe er in Gottesdiensten schon früh Orgel gespielt, Cello im Instrumental-Ensemble und im Chor gesungen. Zu Hause spiele er etwas Klavier, „nicht weil ich es kann, sondern weil es da steht“.

Einen eher spärlich dosierten Musikunterricht erlebe er hingegen im Frechener Gymnasium, wo er nächstes Jahr Abitur machen möchte. Ob er sich danach entscheide, eine Aufnahmeprüfung einer Musikhochschule anzustreben, wisse er noch nicht. „Ich habe Sorge, das Singen zum Beruf zu machen, gerade weil es doch meine große Leidenschaft ist“, sagt Julian Wrhel. Vielleicht sei es am Ende schöner, die Musik auf einer Laienebene auszuleben, wo so vieles möglich ist. „Als Kind habe ich immer gesagt „ich möchte Beamter werden“, verrät er, vielleicht wegen des sicheren Jobs.

Konzert in der Kulturkirche Alt St. Ulrich

Und er habe noch andere Ideen als die Musik. Als Schülersprecher setzt sich Whrel für demokratische Teilhabe von Schülerinnen und Schülern ein. In der Kommunalpolitik bringt er sich als jüngster Sachkundiger Bürger Frechens, als Vertreter der Fraktion der unabhängigen Wählergemeinschaft „Perspektive für Frechen“, ein. Ein anderes seiner Steckenpferde ist Verkehrsplanung und nachhaltige Mobilitätsentwicklung. „Vielleicht studiere ich auch Mobilitätsmanagement“, überlegt er.

Vorher haben Freunde der klassischen Musik noch Gelegenheit, das junge Gesangstalent zunächst mit zwei Baritonsoli zu erleben. Und zwar im „Requiem“ von Gabriel Fauré, das der Chor der Gesangsschule von Oksana Dondyk mit Vivaldis „Gloria“ als weiterem Programmpunkt im Juli in der Kirche St. Ulrich aufführt. „Die Soli sind einmal ein Rezitativ mit anspruchsvoller Rhythmik und einem Melodieverlauf in die Höhe, der meine Stimme vor einige Herausforderungen stellt. Das andere ist einfacher für mich, weil es eine Melodie ist, die zu Herzen geht“, sagt Julian Wrhel. Das Konzert ist am Sonntag, 5. Juli, um 18 Uhr in der Kulturkirche Alt-St. Ulrich in Buschbell.