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Knappe Finanzen Warum in Frechen aus acht Pfarreien die Kirchengemeinde „St Audomar“ wird

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Auf dem Bild ist eine ältere Postkarte mit den Abbildungen der Frechener Kirchen zu sehen.

Am 1. Januar 2027 fusionieren die acht Frechener Kirchengemeinden unter dem Namen "St. Audomar". Bis dahin wird es noch viel zu organisieren geben.

Der Leitende Pfarrer Christof Düring spricht von einem „Wendepunkt“. Vier Kitas und ihre Mitarbeitenden werden zum 1. August übertragen.

„Wir stehen in Frechen an einem Wendepunkt. Auf dem Fundament des Vertrauten entsteht etwas Neues. Gleichzeitig fordern uns knappe Finanzen, wachsende Belastungen und viele noch ungewisse Entwicklungen heraus“, heißt es in den Pfarrnachrichten der katholischen Kirchengemeinde.

Die Gemeinden im Erzbistum Köln arbeiten daran, ihre pastoralen Einheiten bis spätestens 2032 zu jeweils einer Pfarrei umzubilden. Für Frechen bedeutet dies, dass aus der Pfarreiengemeinschaft mit ihren acht ehemaligen Pfarreien eine Kirchengemeinde wird. Anfangs wurde ein Koordinierungsteam mit dem Ziel gebildet, diese Fusion zum 1. Januar 2026 anzustreben.

Der Pfarrgemeinderat als auch die Seelsorgeteams waren für die Fusion zum 1. Januar 2026

Vorgesehen war, dass sich die acht Gemeinden auflösen und sich als neue Kirchengemeinde unter der Bezeichnung „St. Barbara am Marienfeld“ neu gründen, wobei St. Audomar die Pfarrkirche wird, bei der Beibehaltung aller anderen Patronate der Kirchen. Dieser Fusion stimmten die Kirchenvorstände von Heilig Geist, St. Severin, St. Maria Königin, St. Mariä Himmelfahrt, St. Ulrich und St. Antonius zu, St. Sebastianus war dagegen. Auch St. Audomar stimmte für die Fusion, aber gegen den vorgeschlagenen Namen. Sowohl der Pfarrgemeinderat als auch die Seelsorgeteams waren für die Fusion zum 1. Januar 2026.

Frechen: Erzbistum lehnte den geplanten Namen ab

Doch es kam anders als gedacht: Zum Jahreswechsel 2024/25 teilte das Erzbischöfliche Generalvikariat (EGV) den Frechenern mit, dass man zwar „den Vorgaben zur Findung und Umsetzung der Rechtsform sowie des Namens der zu gründenden Pfarrei/Kirchengemeinde entsprechend gehandelt habe“, aber der von den beteiligten Gremien vorgeschlagene Name der neuen Pfarrei – St. Barbara am Marienfeld, Frechen – nach einer kirchen- und staatskirchenrechtlichen Prüfung nicht genehmigungsfähig sei.

Da es im Martyrologium der katholischen Kirche keine „Heilige Barbara“ mit dem Namenszusatz „am Marienfeld“ gebe, sei aus kirchenrechtlicher Sicht nur der Name „St. Barbara“ möglich. Auch die vorgesehene Ortsbezeichnung „Frechen am Marienfeld“ wurde abgelehnt, da es keine entsprechende Gebietskörperschaft gibt. Genehmigungsfähig sei nur der Name „St. Barbara, Frechen“.

Auf dem Bild ist das Portrait des Leitenden Pfarrers Christof Dürig zu sehen.

Der Leitende Pfarrer Christof Dürig spricht über die nötigen Änderungen in der Gemeinde.

„Und es gab noch gravierendere Probleme“, so der Leitende Pfarrer Christof Dürig. Da die Kirchengemeinde St. Audomar an der St. Katharinen-Hospital GmbH beteiligt ist, die auf Grundstücken des Hospitalfonds der Kirchengemeinde St. Audomar ein Erbbaurecht hat, würde bei der Auflösung der Kirchengemeinde St. Audomar Grunderwerbssteuer in voraussichtlich sechsstelligen Höhe anfallen. Deshalb empfahl das EGV eine Anschlussfusion aller anderen Kirchengemeinden an die Kirchengemeinde St. Audomar bei Beibehaltung dieses Namens. Damit standen die Verantwortlichen der acht Kirchengemeinden wieder am Anfang der Diskussion.

Wir erwarten 20 Prozent weniger Zuwendungen bei weiter steigenden Kosten
Christof Dürig, Leitender Pfarrer in Frechen

Frust, Enttäuschung und Verärgerung machte sich breit, denn es war klar: Die Fusion musste auf den 1. Januar 2027 verschoben werden. Das bedeutete auch, dass im November 2025 neben dem Pfarrgemeinderat auch wieder acht Kirchenvorstände – nach dem neuen Kirchenvorstandsrecht – gewählt werden mussten. Doch das klappte nicht überall, in Grefrath gibt es seitdem keinen Vorstand.

Nach den Worten von Christof Dürig ist man auf der Zielgeraden. Zum 1. Januar 2027 sollen die acht Kirchengemeinden unter dem Namen St. Audomar fusionieren. Und die Wahl des neuen Kirchenvorstandes mit zwölf Mitgliedern findet am 13./14. März 2027 statt. Der Kirchenvorstand wird künftig von Sach- und Gemeindeausschüssen unterstützt.

Es kommt also viel Arbeit auf die Kirchengemeinde zu, wobei bedacht werden muss, dass strukturelle Einsparungen notwendig sind. Dürig: „Wir erwarten 20 Prozent weniger Zuwendungen bei weiter steigenden Kosten.“ Die vier Kindertagesstätten St. Audomar, St. Maria Königin, Heilig Geist und St. Antonius mit ihren rund 80 Mitarbeitenden werden bereits zum 1. August 2026 an den neuen Träger des Erzbistums, Katholino, der zukünftig für alle rund 540 Kitas verantwortlich ist, übertragen. Offen ist noch, wie es mit den rund 25 Mitarbeitenden von St. Audomar – Musiker, Küster, Sekretärinnen, Hausmeister, Reinigungskräfte – weitergeht.